Deutsche Tageszeitung - Altmaier: Klimapolitik der Grünen trägt zu gesellschaflicher Spaltung bei

Altmaier: Klimapolitik der Grünen trägt zu gesellschaflicher Spaltung bei


Altmaier: Klimapolitik der Grünen trägt zu gesellschaflicher Spaltung bei
Altmaier: Klimapolitik der Grünen trägt zu gesellschaflicher Spaltung bei / Foto: ©

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat den Grünen vorgeworfen, mit ihrer entschiedenen Klimapolitik zunehmend gesellschaftliche Spaltungen in Deutschland zu riskieren. "Klimaschutz darf keine Frage des dicken Geldbeutels werden und nicht auf den Schultern der Geringverdiener ausgetragen werden", sagte Altmaier dem "Tagesspiegel".

Textgröße ändern:

Der CDU-Politiker verwies auf das Phänomen der Gelbwestenbewegung in Frankreich nach einer starken Benzinpreiserhöhung. Das habe dazu geführt, dass die Partei von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in ländlichen Regionen "keinen Fuß auf den Boden bekommt". "Hier ist wirtschaftliche Vernunft und klimapolitischer Realismus wichtig", betonte Altmaier.

Um einen höheren CO2-Preis abzufedern, will die Union die Bürger laut Altmaier bei den Strompreisen in der Größenordnung von rund 25 Milliarden Euro pro Jahr entlasten. "Wenn wir einen Drei-Personen-Haushalt komplett von der EEG-Umlage entlasten, sind das knapp 230 Euro Einsparung im Jahr", sagte der Minister.

Die Grünen hätten hingegen kein Konzept für die gesamte Bevölkerung und seien "längst keine Volkspartei, die in allen gesellschaftlichen Schichten und in allen unterschiedlichen Bereichen des Landes gleich viel punkten kann".

Die jungen urbanen Wähler und Mitglieder der Grünen seien nicht repräsentativ für ganz Deutschland, sagte Altmaier. Anders als den Grünen sei es ihm wichtig, "dass wir Lösungen für alle anbieten, auch für die Menschen in den ländlichen Räumen".

Das grüne Energiegeld, mit dem die Partei Einnahmen aus dem CO2-Preis zurückgeben will, benachteiligt laut Altmaier die Pendler im ländlichen Raum. "Denn rein nominal kriegt ja jeder den gleichen Betrag. Die Stadtbewohner aber müssen ihn nicht für Mobilität einsetzen, die haben ja den ÖPNV oder das Fahrrad. Die Menschen auf dem am Land sind auf das Auto angewiesen." Dies sei "der Rechenfehler" im Konzept der Grünen.

Für den haushaltspolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Sven-Christian Kindler, ist Altmaiers Kritik "ein weiterer billiger Versuch vom Versagen der Union beim Klimaschutz und beim Abhängen des ländlichen Raumes abzulenken". Der Wirtschaftsminister blockiere die Energiewende und den Klimaschutz, sagte Kindler dem "Tagesspiegel".

Vom Energiegeld der Grünen profitieren nach seinen Angaben vor allem kleine und mittlere Einkommen, sowohl in der Stadt als auch im ländlichen Raum. Die Union hingegen wolle "Steuern für Reiche senken, anstatt die Daseinsvorsorge auf dem Land anständig zu finanzieren", kritisierte Kindler.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

US-Vizepräsident Vance für Gespräche mit dem Iran in der Schweiz angekommen

US-Vizepräsident JD Vance ist für die Friedensverhandlungen mit dem Iran in der Schweiz angekommen. Das Flugzeug von Vance landete am Sonntagmorgen auf dem Luftwaffenstützpunkt Emmen nahe Luzern, wie der Sprecher des Stellvertreters von US-Präsident Donald Trump mitteilte. Bereits am Samstagabend war die iranische Delegation in der Schweiz angekommen, wie das Schweizer Außenministerium mitgeteilt hatte.

Auch Söder fordert Kürzungen bei Bürgergeld-Regelsätzen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will eine Kürzung der Regelsätze beim Bürgergeld durchsetzen. "Es muss bis auf das absolut verfassungsrechtliche Minimum reduziert werden", sagte der CSU-Vorsitzende der "Bild am Sonntag". "Jetzt sind Anreize geschaffen worden, mehr zu arbeiten und früher Arbeit aufzunehmen", sagte Söder mit Blick auf die Umwandlung des Bürgergelds in eine neue Grundsicherung. "Aber die generellen Regelsätze müssen reduziert werden."

USA und Iran wollen in der Schweiz Friedensgespräche aufnehmen

Vertreter der USA und des Iran wollen am Sonntag in der Schweiz Gespräche für eine dauerhafte Friedenslösung aufnehmen. Die iranische Delegation traf am Samstagabend in der Schweiz ein, US-Vizepräsident JD Vance machte sich ebenfalls auf den Weg in die Alpenrepublik. Erschwert werden die Verhandlungen durch die Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Der Iran kündigte als Reaktion auf die Gewalt eine erneute Schließung der Straße von Hormus an.

Kolumbien bestimmt in Stichwahl neuen Präsidenten

In Kolumbien entscheiden die Menschen am Sonntag in einer Stichwahl, wer neuer Präsident des südamerikanischen Landes wird. Der rechtsgerichtete Anwalt Abelardo de la Espriella Abelardo de la Espriella tritt gegen den linksgerichteten Iván Cepeda an. De la Espriella erreichte bei der ersten Runde am 31. Mai überraschend 44 Prozent der Stimmen. Cepeda, der als Favorit ins Rennen ging, kam auf 41 Prozent.

Textgröße ändern: