Deutsche Tageszeitung - Britische Initiative startet Spendenaufruf für Brexit-Museum

Britische Initiative startet Spendenaufruf für Brexit-Museum


Britische Initiative startet Spendenaufruf für Brexit-Museum
Britische Initiative startet Spendenaufruf für Brexit-Museum / Foto: ©

Flyer, Plakate und Briefe - und vielleicht auch ein Nadelstreifenanzug von Brexit-Hardliner Nigel Farage: Britische Aktivisten haben einen Spendenaufruf für ein geplantes Brexit-Museum gestartet. Gawain Towler, Sprecher der Inititiative, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Montag, erwünscht seien sowohl Geldspenden als auch Ausstellungsobjekte.

Textgröße ändern:

Die Idee eines Brexit-Museums war kurz nach dem Referendum im Jahr 2016 entstanden, bei dem sich eine knappe Mehrheit der Briten für einen Austritt aus der EU ausgesprochen hatte. 2018 baten die Organisatoren erstmals an verschiedenen Sammelstellen im Land um Gegenstände rund um das Thema Brexit.

Seitdem ein Unterstützer eine "beträchtliche Spende" zugesagt habe, sei der Plan, ein richtiges Museum zu eröffnen, kein "frommer Wunsch" mehr. Nun könne die Suche nach passenden Räumlichkeiten starten, sagte Towler, ehemals Sprecher der Pro-Brexit Partei Ukip. Da dem Projekt jetzt die Gemeinnützigkeit zuerkannt worden sei, könnten Geldspenden sogar von der Steuer abgesetzt werden. Die Organisatoren wollen rund 700.000 Pfund (818.000 Euro) einsammeln, etwa um einen professionellen Kurator einstellen zu können.

In Online-Netzwerken löste der Spendenaufruf teils empörte Reaktionen aus, Nutzer veröffentlichten Fotos von Lkw-Schlangen am Ärmelkanal und von leeren Supermarktregalen. "Das ist etwa so, als hätte man 1941 ein Blitz-Museum eröffnet", erklärte die Autorin und Komikerin Katy Brand mit Verweis auf den Zweiten Weltkrieg.

Eine Online-Umfrage der konservativen Zeitung "Daily Telegraph" ergab, das fast 70 Prozent der Teilnehmer ein solches Museum nicht besuchen würden. Die Initiatoren hoffen Towler zufolge, im industriell geprägten Mittelengland geeignete Räumlichkeiten zu finden, wo viele Brexit-Befürworter leben.

Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage unterstützt das Konzept, ist aber nicht an der Planung des Museums beteiligt. "Ich werde ihn aber bestimmt um einen seiner Nadelstreifenanzüge bitten", sagte Towler. Das Museum werde sich aber eher auf die Bewegung der "kleinen Leute" konzentrieren, die in den 1970er und 80er Jahren an die Idee des Brexit geglaubt habe. Deshalb werde vor allem nach Plakaten und Flyern für Brexit-Veranstaltungen im Pub gesucht.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Papst Leo bei Besuch in Assisi von tausenden jungen Menschen begeistert empfangen

Papst Leo XIV. ist bei einem Besuch in der italienischen Stadt Assisi von tausenden jungen Menschen begeistert empfangen worden. Der Pontifex hielt am Donnerstag in der dortigen Basilika Santa Maria degli Angeli eine Messe in Erinnerung an den Tod des heiligen Franziskus vor 800 Jahren. Tausende Teilnehmer eines katholischen Jugendtreffens aus ganz Europa jubelten dem Oberhaupt der katholischen Kirche bei seiner Ankunft zu.

Verbände fordern Regierung zu Einberufung von Hitzegipfel auf

Mehrere Verbände haben angesichts immer häufigerer Extremwetterlagen die Bundesregierung aufgefordert, einen Hitzegipfel einzuberufen. In einer am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung warfen sie der Regierung Untätigkeit vor. Weiter verlangten die Verbände einen bundesweiten Hitzeaktionsplan sowie größere Anstrengungen bei Klimaschutz, Anpassung an Klimafolgen sowie Energiewende einschließlich der Abkehr von fossilen Brennstoffen.

Lebenslange Haft in Prozess um Autoanschlag auf Münchner Verdi-Demo

Im Prozess um den tödlichen Autoanschlag auf die Münchner Verdi-Demonstration ist der Angeklagte Farhad N. wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht der bayerischen Landeshauptstadt stellte bei dem aus Afghanistan stammenden 25-Jährigen am Donnerstag außerdem die besondere Schwere der Schuld fest.

Korruptionsermittlungen gegen ukrainische Ex-Botschafterin in den USA

Die am Montag entlassene bisherige ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, steht unter Korruptionsverdacht. Gegen die 40-Jährige wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der "illegalen Bereicherung" im Umfang von umgerechnet 270.000 Euro eingeleitet, wie die ukrainische Antikorruptionsbehörde Nabu am Donnerstag im Onlinedienst Telegram erklärte. Demnach geht es um von Stefanischyna nicht bei den Finanzbehörden angegebene Luxus-Immobilien und andere Vermögenswerte, deren Wert das offiziell gemeldete Einkommen der entlassenen Diplomatin übersteige.

Textgröße ändern: