Deutsche Tageszeitung - Mehr als 20 Tote und 60 Verletzte bei Einsturz von U-Bahn-Brücke in Mexiko-Stadt

Mehr als 20 Tote und 60 Verletzte bei Einsturz von U-Bahn-Brücke in Mexiko-Stadt


Mehr als 20 Tote und 60 Verletzte bei Einsturz von U-Bahn-Brücke in Mexiko-Stadt
Mehr als 20 Tote und 60 Verletzte bei Einsturz von U-Bahn-Brücke in Mexiko-Stadt / Foto: ©

Mexiko-Stadt ist von einem schweren Unglück erschüttert worden: Beim Einsturz einer U-Bahn-Brücke starben am Montagabend mehr als 20 Menschen, Dutzende weitere wurden verletzt. Unter den mindestens 23 Todesopfern seien auch Kinder, sagte Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum am Unglücksort. Etwa 65 Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden. Dutzende Rettungskräfte waren im Einsatz, ihre Arbeit wurde allerdings durch das instabile Zugwrack erschwert.

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Das Unglück ereignete sich am Montagabend (22.00 Uhr Ortszeit; 05.00 Uhr MESZ) auf der Linie 12 im Süden der mexikanischen Hauptstadt in der Nähe der Station Olivos. Von mexikanischen Medien veröffentlichte Bilder von Überwachungskameras zeigten, dass die Brücke einstürzte, als gerade eine Bahn darüber fuhr. Der U-Bahn-Zug wurde in zwei Teile zerrissen und hing anschließend V-förmig über der Straße.

Ein Augenzeuge schilderte dem Fernsehsender Televisa den Brückeneinsturz. Nachdem sich die dadurch ausgelöste Staubwolke gelegt habe, habe er sehen wollen, ob er helfen könne. "Die Stille war schrecklich", sagte der Mann. "Zwei Menschen kletterten aus den Trümmern. Die anderen sind immer noch verschüttet."

Dutzende Feuerwehrleute und Rettungshelfer sowie Suchhunde waren am Unglücksort im Einsatz. Sie versuchten, Menschen aus Schutt, Kabeln und verbogenem Stahl zu befreien. Die vielen Verletzten wurden in verschiedene Krankenhäuser der mexikanischen Hauptstadt gebracht. Unter dem abgestürzten Zugteil war ein Auto begraben, aus dem sich ein Mensch befreien konnte.

Am Unglücksort versammelten sich besorgte Menschen, die Angehörige in dem Zugwrack vermuteten. Polizisten versuchten, die Angehörigen sowie Medienvertreter auf Abstand zu halten. Efraín Juarez suchte nach seinem Sohn. "Meine Schwiegertochter rief uns an", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. "Sie war mit ihm unterwegs und hat uns erzählt, dass die Konstruktion über ihm einstürzte."

José Martínez hatte hingegen großes Glück, wie er Reportern erzählte. Weil er zu spät von der Arbeit los gekommen sei, habe er die Unglücks-Bahn verpasst. "Ich wurde durch etwa 15 Minuten gerettet", sagte er.

Die 1969 in Betrieb gegangene U-Bahn in Mexiko-Stadt hat zwölf Linien und befördert täglich rund 4,5 Millionen Menschen. Die Linie 12, auf der sich das Unglück ereignete, war erst am 30. Oktober 2012 vom damaligen Bürgermeister und heutigen mexikanischen Außenminister Marcelo Ebrard eingeweiht worden.

Ebrard bot im Onlinedienst Twitter seine Zusammenarbeit bei der Untersuchung der Ursachen des Unglücks an, das er als "schreckliche Tragödie" bezeichnete. Bürgermeisterin Sheinbaum kündigte an, der bauliche Zustand der Linie 12 werde überprüft. Vorerst werde der Betrieb auf der Strecke eingestellt. "Wir werden die ganze Wahrheit berichten", schrieb Sheinbaum auf Twitter.

Anwohner Ricardo de la Torre sagte, er sei schon vor dem Unglück über den Zustand der Brücke besorgt gewesen. Die umliegenden Gebäude hätten immer gewackelt, wenn U-Bahnen dort hinüber gefahren seien. Am Unglücksort machten einige Menschen Ebrard für das Unglück verantwortlich. "Er soll herkommen, er soll herkommen und sehen, was er uns hinterlassen hat", rief eine Frau in Fernsehkameras.

Im Januar hatte es bei einem Brand in einem Kontrollzentrum der Hauptstadt-U-Bahn ein Todesopfer gegeben. 29 weitere erlitten Rauchvergiftungen. Im März 2020 war bei der Kollision zweier U-Bahnen in Mexiko-Stadt ebenfalls ein Mensch ums Leben gekommen. 41 weitere wurden verletzt, als Passagiere in Panik durch dichten Rauch liefen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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