Deutsche Tageszeitung - Japanische Stadt baut mit Corona-Hilfsgeldern riesige Tintenfisch-Statue

Japanische Stadt baut mit Corona-Hilfsgeldern riesige Tintenfisch-Statue


Japanische Stadt baut mit Corona-Hilfsgeldern riesige Tintenfisch-Statue
Japanische Stadt baut mit Corona-Hilfsgeldern riesige Tintenfisch-Statue / Foto: ©

Der Bau einer riesigen Tintenfisch-Statue im Wert von umgerechnet rund 200.000 Euro hat in Japan eine Debatte über die Verwendung von Corona-Hilfsgeldern ausgelöst. "Wir wollten etwas tun, um die örtliche Industrie zu unterstützen", sagte ein Mitarbeiter des Rathauses der Küstenstadt Noto am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Mit der 13 Meter langen und pinken Meerestier-Skulptur wolle der für seine Delikatesse bekannte Ort den Tourismus nach der Pandemie ankurbeln.

Textgröße ändern:

Die Statue wurde zu großen Teilen aus einem nationalen Finanzzuschuss bezahlt, mit dem durch die Corona-Pandemie angeschlagene Gemeinden geholfen werden sollte. Viele Menschen seien während der Feiertage in dieser Woche nach Noto gekommen, sagte der Rathaus-Mitarbeiter und verteidigte das Projekt. Der Tourismus in der Stadt habe stark unter dem Coronavirus gelitten. Neben den Reisebeschränkungen sei die Wirtschaft der Stadt kürzlich auch durch einbrechende Tintenfischfänge geschädigt worden, fügte er hinzu.

In den Online-Netzwerken zeigten sich nicht alle begeistert von der Meerestier-Hommage: "Es ist falsch, Steuergeld für etwas auszugeben, das man nicht dringend braucht. Der Bürgermeister und die Lokalpolitiker sollten dafür bezahlen", schrieb ein Twitter-Nutzer. "Das ist zu surreal. Es ist auch unklar, warum sich das für den Finanzzuschuss qualifiziert hat", schrieb ein weiterer Nutzer.

Andere Menschen hingegen freuten sich über das neue Monument: "Meine Tochter wird im Herbst zum Picknicken dorthin fahren. Ich hoffe, sie bauen die Statue bis dahin nicht ab."

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Zwei Tote bei Waldbränden auf griechischer Insel Salamis

Bei Waldbränden auf der griechischen Insel Salamis nahe Athen sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nahe dem Strand Peristeria im Süden der Insel seien zwei Leichen geborgen worden, sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Nahezu zeitgleich waren zuvor zwei Waldbrände in der Nähe beliebter Badestellen im Süden und Osten der Insel ausgebrochen, wie Feuerwehrsprecher Giannis Artopios dem Fernsehsender ERT schilderte.

Lage bei Waldbränden in Nordrhein-Westfalen entspannt sich

Die Lage bei den großen Waldbränden in der Eifel und an der belgischen Grenze hat sich am Sonntag teilweise beruhigt. Eine Sprecherin der Stadt Monschau in Nordrhein-Westfalen sprach am Nachmittag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einer "vorsichtigen" Entspannung. Belgiens Innenminister Bernard Quintin teilte mit, dass die Flammen im Naturschutzgebiet Hohes Venn in anderthalb Kilometern Entfernung zu Monschau "unter Kontrolle" seien.

Tausende Indonesier warten nach tödlichem Erdbeben auf Hilfe

Nach einem schweren Erdbeben mit dutzenden Todesopfern auf der indonesischen Insel Flores haben am Sonntag tausende Überlebende auf Hilfe gewartet. Hunderte Gebäude wurden bei dem Erdstoß der Stärke 7,7 am Samstag beschädigt, rund 5000 Menschen mussten nach Behördenangaben ihre Häuser verlassen. Experten zählten fast 1000 Nachbeben. Betroffene Gebiete waren von der Stromversorgung abgeschnitten, mindestens eine wichtige Zufahrtsstraße war nach einem Erdrutsch unpassierbar. Die Zahl der Todesopfer stieg auf mindestens 53, mehr als 130 Menschen wurden verletzt.

Waldbrand in Belgien droht Lage in Deutschland zu verschärfen

Der große Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn hat auch Auswirkungen auf Deutschland. Die nordrhein-westfälische Stadt Monschau empfahl Einwohnern in Grenznähe am Sonntag, ihre Häuser wegen des zu erwartenden Rauchs zu verlassen. Auch in Rheinland-Pfalz war Brandgeruch wahrnehmbar. Entspannung zeichnete sich dagegen im nahegelegenen Waldbrandgebiet in der Eifel bei Hürtgenwald ab.

Textgröße ändern: