Deutsche Tageszeitung - Zahl der Todesopfer nach Schusswaffenangriff in Kalifornien auf neun gestiegen

Zahl der Todesopfer nach Schusswaffenangriff in Kalifornien auf neun gestiegen


Zahl der Todesopfer nach Schusswaffenangriff in Kalifornien auf neun gestiegen
Zahl der Todesopfer nach Schusswaffenangriff in Kalifornien auf neun gestiegen / Foto: ©

Nach dem Schusswaffenangriff im kalifornischen San José ist die Zahl der Todesopfer auf neun gestiegen. Ein Mann sei im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen, berichteten US-Medien und eine Eisenbahnergewerkschaft am späten Mittwochabend. Der Angreifer hatte am Mittwochmorgen in einem Straßenbahn-Depot das Feuer eröffnet. Acht Menschenwaren sofort tot, der Angreifer nahm sich nach Polizeiangaben selbst das Leben.

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Wie US-Medien übereinstimmend berichteten, handelte es sich bei dem Schützen um den 57-jährigen Samuel Cassidy. Er war demnach ein Mitarbeiter der Nahverkehrsgesellschaft Valley Transportation Authority (VTA). Behördenvertretern zufolge fielen die Schüsse bei einem morgendlichen Gewerkschaftstreffen. Zu dem Zeitpunkt hielten sich rund 80 Mitarbeiter auf dem Gelände in der südlich von San Francisco gelegenen Großstadt San José aus.

Das Motiv des Angreifers war zunächst unklar. Dazu werde noch ermittelt, sagte der Polizeisprecher Russell Davis vor Journalisten.

Cassidys Ex-Frau sagte den Zeitungen der Bay Area News Group, ihr Ex-Mann habe "häufig wütend über seine Kollegen und Vorgesetzten gesprochen". Manchmal habe er seine Wut auch an ihr ausgelassen. Die Zeitung "San Francisco Chronicle" berichtete, eine andere Ex-Partnerin habe Cassidy der Misshandlung und Vergewaltigung bezichtigt. Oft sei er während starker "Stimmungsschwankungen" gewalttätig geworden.

Die Polizei untersuchte zudem einen Wohnungsbrand in San José, der offenbar mit dem Schusswaffenangriff zusammenhängt. Die Polizistin Laurie Smith sagte vor Journalisten, der Angreifer habe sich selbst erschossen, als die Polizei am Tatort eingetroffen sei. Es habe keinen Schusswechsel zwischen dem Mann und der Polizei gegeben.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom sprach am Tatort von einem "tragischen Moment" für den Bundesstaat. US-Präsident Joe Biden sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und rief den Kongress erneut dazu auf, Maßnahmen zu einer Eindämmung der "Seuche der Waffengewalt" in den USA zu ergreifen.

In den USA kommt es immer wieder zu tödlichen Schusswaffenangriffen. Allein im März wurden bei einem Angriff auf Massagesalons in Atlanta im Südstaat Georgia acht Menschen und bei einen Angriff auf einen Supermarkt in Boulder im Bundesstaat Colorado zehn Menschen getötet. Im April erschoss ein Ex-Mitarbeiter in einem Verteilzentrum des Paketdienstes Fedex in Indianapolis im Bundesstaat Indiana acht Menschen.

Versuche einer Verschärfung des sehr lockeren Waffenrechts in den USA sind immer wieder gescheitert. Biden hat kürzlich zwar einige Regelverschärfungen beschlossen, für weitergehende Reformen bräuchte er aber die Zustimmung des Kongresses. Dort scheitern Gesetzesvorstöße immer wieder am Widerstand der konservativen Republikaner.

(N.Loginovsky--DTZ)

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