Deutsche Tageszeitung - Spanien öffnet nach Corona-Zwangspause seine Grenzen für Touristen

Spanien öffnet nach Corona-Zwangspause seine Grenzen für Touristen


Spanien öffnet nach Corona-Zwangspause seine Grenzen für Touristen
Spanien öffnet nach Corona-Zwangspause seine Grenzen für Touristen / Foto: ©

Mit der deutlichen Lockerung seiner Corona-Einreisebeschränkungen hat Spanien begonnen, seine Rolle als eines der wichtigsten Urlauberziele weltweit zurückzuerobern. Seit Montag können Touristen wieder deutlich einfacher ins Land kommen, auch Kreuzfahrtschiffe sind wieder willkommen. Überschattet wurde der Neustart von fortbestehenden Einschränkungen auf Seiten der wichtigen Touristen-Herkunftsländer Deutschland und Großbritannien.

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Grundsätzlich dürfen nun Geimpfte aus aller Welt in Spanien einreisen. Nicht-geimpfte Urlauber aus Europa müssen bei ihrer Einreise nicht mehr einen höchstens 72 Stunden alten PCR-Test vorlegen - der deutlich billigere und schnellere Antigen-Test reicht ab sofort. Der in Berlin lebende Waliser Rodrigue Evans sagte bei seiner Ankunft in Spanien, er fühle sich "ein bisschen privilegiert", dass er dank seiner zwei Corona-Impfungen problemlos zu seiner Freundin in die andalusische Stadt Granada reisen könne.

Die Belgierin Rose Huo sagte nach ihrer Landung im andalusischen Málaga, es sei das erste Mal seit einem Jahr, dass sie aus Belgien herauskomme. "Ich glaube, alle sind froh. Man ist noch sehr vorsichtig, aber es ist ein Anfang."

Mit den Lockerungen will die zweitwichtigste Urlaubsdestination der Welt ihren so wichtigen Tourismussektor endlich wiederbeleben. Auch Kreuzfahrtschiffe dürfen wieder an Spaniens Küsten anlegen.

Die wichtigsten Touristen-Herkunftsländer Deutschland und Großbritannien haben wegen der Pandemie-Lage aber weiter Vorbehalte gegen Spanien-Reisen. Das Vereinigte Königreich, aus dem normalerweise die meisten ausländischen Urlauber kommen, stuft Spanien weiterhin als Risikogebiet ein. Spanien-Rückkehrer müssen daher in Großbritannien mindestens fünf Tage lang in Quarantäne.

Spaniens Tourismusministerin María Reyes Maroto hatte dazu am Freitag erklärt, sie könne die Entscheidung der britischen Regierung "nicht verstehen". Wenigstens für Gebiete mit niedrigen Corona-Inzidenzwerten wie die Balearen und die Kanaren hätte London aus ihrer Sicht grünes Licht geben sollen. Die britische Regierung will ihre Einstufung allerdings erst in drei Wochen überprüfen.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnt weiter vor nicht notwendigen touristischen Reisen in einige spanische Regionen, darunter Madrid, Andalusien mit Ferienzielen wie Sevilla und der Costa del Sol, Katalonien mit seiner Hauptstadt Barcelona und das Baskenland mit Küstenstädten wie San Sebastián. Diese Regionen werden weiterhin als Risikogebiete eingestuft. Von Reisen in mehrere andere spanische Regionen, darunter Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln, sowie die Kanaren und Valencia, rät das Auswärtige Amt ab.

"Spanien ist ein sicheres Reiseziel", versicherte Gesundheitsministerin Carolina Darias vor der Grenzöffnung ihres Landes. Spanien sei "dabei, seine globale Führungsrolle im Tourismus wiederzuerlangen".

2022 war die Zahl der Urlauber in Spanien wegen der Corona-Pandemie um 77 Prozent zurückgegangen. 2019 hatte das Land mit seinen Mittelmeer- und Atlantikküsten noch 83,5 Millionen Besucher aus aller Welt willkommen geheißen. Zwischen Januar und Ende April 2021 waren es nach offizieller Statistik lediglich rund 1,8 Millionen ausländische Touristen.

Der Vorsitzende des spanischen Reisebüro-Verbandes Unav, José Luis Prieto, verspricht sich von den nun in Kraft getretenen Lockerungen eine "spektakuläre Erholung" der Branche. In den vergangenen drei Wochen habe es viele Anfragen aus "Großbritannien, Frankreich oder Deutschland, den drei wichtigsten Märkten" für Spaniens Tourismussektor, gegeben. Allein in der andalusischen Stadt Málaga landeten am Montagvormittag rund 20 Flüge, unter anderem aus Berlin, Frankfurt oder London.

Für Spanien geht es um viel. Vergangenes Jahr gehörte es zu den westlichen Volkswirtschaften, die am härtesten von der Corona-Pandemie betroffen waren. Das spanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte 2020 um 10,8 Prozent.

(W.Budayev--DTZ)

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