Deutsche Tageszeitung - Thüringer AfD-Fraktion scheitert mit Antrag gegen Regelungen an Hochschulen

Thüringer AfD-Fraktion scheitert mit Antrag gegen Regelungen an Hochschulen


Thüringer AfD-Fraktion scheitert mit Antrag gegen Regelungen an Hochschulen
Thüringer AfD-Fraktion scheitert mit Antrag gegen Regelungen an Hochschulen / Foto: © AFP/Archiv

Dass nur Frauen an thüringischen Hochschulen Gleichstellungsbeauftragte werden können, ist mit der Landesverfassung vereinbar. Ein Antrag der AfD-Landtagsfraktion dagegen scheiterte am Mittwoch vor dem Verfassungsgerichtshof in Weimar. Auch weitere Regelungen des Hochschulgesetzes sind dem Urteil zufolge verfassungsgemäß.

Textgröße ändern:

So wandte sich die AfD-Fraktion auch gegen die Feststellung des Jahresabschlusses durch den Hochschulrat und gegen die Regelung, dass drei von acht Mitgliedern des Hochschulrats weiblich sein sollen. Beides stehe aber mit der Landesverfassung im Einklang, erklärte der Gerichtshof.

Der Jahresabschluss informiere lediglich über die wirtschaftliche Lage einer Hochschule. Es gehe nicht um wirtschaftliche Entscheidungsbefugnisse, führte das Gericht aus. Vielmehr habe die Hochschule die Pflicht, ihre Vermögens‑, Finanz- und Ertragslage ordnungsgemäß zu dokumentieren.

Vor allem handle es sich bei der Befugnis zur Feststellung des Jahresabschlusses nicht um ein Instrument der Wissenschaftsführung. Die haushaltsrechtliche Beurteilung auf Grundlage des Jahresabschlusses liege weiter in der Verantwortung des zuständigen Ministeriums.

Dass drei Frauen Mitglieder im Hochschulrat sein sollten, sei durch das Gebot der Gleichstellung gerechtfertigt, erklärte der Gerichtshof weiter. Die Regelung fördere eine Mindestrepräsentanz von Frauen in dem Gremium. Sie sei bestimmt genug und stehe im Einklang mit der Wissenschaftsfreiheit.

Zur Regelung über die Gleichstellungsbeauftragten erklärte der Gerichtshof, dass sie sowohl mit dem allgemeinen Gleichheitssatz als auch mit der Wissenschaftsfreiheit und dem Demokratieprinzip vereinbar sei. Die Maßnahme solle strukturell bedingte Benachteiligungen von Frauen im Hochschulbereich beseitigen und sei durch das Gleichstellungsgebot gerechtfertigt.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

US-Demokraten fordern Sonderermittler zu Trumps Verbindungen zu Epstein

Acht Tage vor den US-Kongresswahlen haben Vertreter der oppositionellen Demokraten die Ernennung eines Sonderermittlers gefordert, um die Verbindungen von Präsident Donald Trump zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu untersuchen. Der Sonderermittler solle nicht nur den Präsidenten, sondern "alle potenziellen Komplizen und Mitverschwörer Epsteins" unter die Lupe nehmen, schrieben die Vertreter der Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses am Montag in einem 53-seitigen Bericht.

Vatikan: Papst Leo XIV. reist trotz Krebsoperation nach Südamerika

Der Vatikan hat die geplante Südamerika-Reise von Papst Leo XIV. knapp zwei Wochen nach dessen Lungenkrebsoperation offiziell bestätigt. Der 71-Jährige werde vom 6. bis zum 17. November wie geplant Uruguay, Argentinien und Peru besuchen, erklärte das vatikanische Presseamt am Montag. Die Genesung des katholischen Kirchenoberhaupts schreite weiter voran.

Macron sieht weiteren "riskanten" Protest-Samstag voraus

Nach den gewalttätigen Protesten in Frankreich sollen für den kommenden Samstag angekündigte neue Demonstrationen nach den Worten von Präsident Emmanuel Macron aus den Innenstädten herausgehalten werden. Der kommende Samstag sei erneut "riskant", sagte Macron am Montag bei einem Besuch in Marseille mit Blick auf die Proteste. Geschäfte sollten geschützt und die "Ruhe" aufrecht erhalten werden. Von den Gewerkschaften angekündigte Protestmärsche sollten daher außerhalb der Stadtzentren stattfinden.

Geplante Jugendproteste: Warnungen vor Gewalt - und Verständnis für Anliegen

Frankreich als abschreckendes Beispiel: Die geplanten bundesweiten Jugendproteste am kommenden Samstag nähren in Deutschland die Sorge vor einer Unterwanderung durch extremistische Kräfte. Innenpolitiker von Union und SPD verwiesen am Montag auf die Ausschreitungen in Frankreich und anderen europäischen Ländern. Verständnis für die Anliegen junger Menschen zeigten Politikerinnen von Grünen und Linken.

Textgröße ändern: