Deutsche Tageszeitung - Vater scheitert mit Revision gegen Mordurteil nach Tötung seiner Kinder in Hessen

Vater scheitert mit Revision gegen Mordurteil nach Tötung seiner Kinder in Hessen


Vater scheitert mit Revision gegen Mordurteil nach Tötung seiner Kinder in Hessen
Vater scheitert mit Revision gegen Mordurteil nach Tötung seiner Kinder in Hessen / Foto: © AFP/Archiv

Ein Mann, der 2022 im hessischen Hanau seine beiden Kinder tötete, ist vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe mit der Revision gegen seine Verurteilung wegen Mordes gescheitert. Der BGH bestätigte die Entscheidung des Hanauer Landgerichts weitgehend. Dem Urteil zufolge hatte der Mann seinen elfjährigen Sohn und seine siebenjährige Tochter getötet, als seine Frau nicht anwesend war. (Az. 2 StR 435/23)

Textgröße ändern:

Der damals 47-Jährige lebte demnach seit einigen Monaten getrennt von ihr, der Mutter der gemeinsamen Kinder. Schon in den Monaten zuvor sei die in Indien arrangierte Ehe von zunehmender Gewalt geprägt gewesen. Er habe die Frau unter Druck gesetzt, die Beziehung wieder aufzunehmen, und ihr und den Kindern mit dem Tod gedroht.

Da die Frau nicht wieder mit ihm zusammen sein wollte, habe der Mann beschlossen, sie dafür zu bestrafen. Als sie zur Arbeit gegangen sei, habe er den Moment abgepasst, in dem die Kinder die Wohnungstür öffneten, um zur Schule zu gehen. Die Siebenjährige habe er auf ein Bett gedrückt und ihr mindestens zweimal mit einem scharfen Gegenstand in den Hals geschnitten.

Ihr Bruder, der die Tat mit ansah, flüchtete sich in Todesangst auf den Balkon. Er stürzte aus dem neunten Stock mehr als 27 Meter in die Tiefe. Beide Kinder starben an ihren schweren Verletzungen.

Das Landgericht sah als erwiesen an, dass der Vater sie heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ermordet hatte. Es stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit gilt eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren als weitestgehend ausgeschlossen.

Drei Tage nach der Tat wurde der Mann in einem Sikh-Tempel in Bobigny nahe Paris festgenommen. Zuvor hatte er noch in Deutschland rund 3000 Euro abgehoben und war mit dem Zug nach Belgien gefahren, wo er ebenfalls in einem Sikh-Tempel die Nacht verbrachte. Schließlich wurde er in Bobigny geortet. Anschließend saß er in Frankreich in Auslieferungshaft und wurde einige Wochen später nach Deutschland ausgeliefert.

Der BGH fand laut seinem am Freitag veröffentlichten Beschluss keine wesentlichen Rechtsfehler in dem Hanauer Urteil. Er setzte lediglich die Anrechnung der in Frankreich erlittenen Haft etwas abweichend an. Die Revision des Manns wurde damit größtenteils verworfen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Tansanias inhaftierter Oppositionsführer Lissu kündigt Hungerstreik an

Tansanias inhaftierter Oppositionsführer Tundu Lissu plant ab Montag einen Hungerstreik. "Da die Gefängnisverwaltung gerichtliche Anordnungen offen missachtet, hat unser Vorsitzender Lissu begründete Angst um sein Leben und seine persönliche Sicherheit", sagte der Generalsekretär von Lissus Partei Chadema, John Mnyika, bei einer Pressekonferenz am Samstag. "Er stellt infrage, ob man Nahrung trauen kann, die von Beamten ausgegeben wird, die wissentlich das Gesetz brechen", fügte er hinzu.

Sturm und Orkan über Deutschland - Weitere Feuerwehreinsätze im Westen

Ausläufer der ersten Wintersturmtiefs über dem Atlantik fegen weiterhin über Deutschland. Am Sonntag war an der Nordsee sowie in höheren Lagen mit starkem Sturm oder Orkan zu rechnen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Dort drohten Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern, anderswo war den Meteorologen zufolge vielerorts mit Sturmböen bis 85 Stundenkilometer zu rechnen.

Brand in Kehlsteinhaus an Obersalzberg seit Samstagabend abgelöscht

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf das Kehlsteinhaus im früheren Nazi-Sperrgebiet Obersalzberg in Berchtesgaden ist das Feuer seit Samstagabend gelöscht. Eventuell seien allerdings weitere kleinere Nachlöscheinsätze nötig, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums im bayerischen Rosenheim am Sonntag. An dem in rund 1800 Metern Höhe gelegenen Brandort war weiterhin mit Sturmböen zu rechnen, die Glutnester anfachen könnten. Das Feuer war am Freitagabend ausgebrochen.

Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers "Mein Kampf" bei Angreifer gefunden

Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Textgröße ändern: