Deutsche Tageszeitung - Landgericht Bamberg verhängt Haftstrafen gegen Bande von Geldautomatensprengern

Landgericht Bamberg verhängt Haftstrafen gegen Bande von Geldautomatensprengern


Landgericht Bamberg verhängt Haftstrafen gegen Bande von Geldautomatensprengern
Landgericht Bamberg verhängt Haftstrafen gegen Bande von Geldautomatensprengern / Foto: © AFP/Archiv

In einem Mammutverfahren wegen gesprengter Geldautomaten in ganz Deutschland hat das Landgericht Bamberg 15 Angeklagte zu Freiheitsstrafen zwischen einem Jahr und neun Monaten sowie fünf Jahren und elf Monaten verurteilt. Zwei der Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt, wie die Staatsanwaltschaft in der bayerischen Stadt am Mittwoch mitteilte. Dem Urteil war eine Verständigung zwischen dem Gericht, 14 Angeklagten und der Staatsanwaltschaft vorangegangen.

Textgröße ändern:

Die Angeklagten äußerten sich ausführlich zu den Vorwürfen und gestanden nach Angaben der Staatsanwaltschaft weitreichend. Im Gegenzug wurden eine Ober- und eine Untergrenze für die Strafen vereinbart. Ein weiterer Angeklagter habe schon zuvor teilweise gestanden, hieß es. Das Verfahren gegen den 16. Angeklagten wurde abgetrennt, gegen ihn gab es am Mittwoch kein Urteil.

Laut Anklage soll die aus den Niederlanden agierende Bande von November 2021 bis ins vergangene Jahr hinein Geldautomaten gesprengt haben, um dadurch an das darin aufbewahrte Bargeld zu kommen. Insgesamt seien mehr als drei Millionen Euro erbeutet worden. Der durch die Explosionen entstandene Sachschaden soll mit mehr als fünfeinhalb Millionen Euro fast das Doppelte der Tatbeute betragen haben.

Der Prozess hatte Ende April begonnen. Ursprünglich waren 74 Verhandlungstermine angesetzt. Wegen der Verständigung konnte das Verfahren aber deutlich verkürzt werden: Nach einer Pause ab Anfang Mai ging der Prozess Ende Juni weiter und nun zu Ende.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sprach von einem "großen Erfolg" und einem bedeutenden Schlag gegen die Szene der Geldautomatensprenger in den Niederlanden. Er lobte die Zusammenarbeit mit den Landeskriminalämtern Bayern und Baden-Württemberg, der europäischen Justizbehörde Eurojust und den niederländischen Ermittlungsbehörden.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Nach tödlichem Angriff auf Soldaten: Netanjahu droht Großoffensive im Westjordanland an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser im besetzten Westjordanland eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. Vier Tage vor der Parlamentswahl in Israel ordnete Netanjahu am Freitag eine "vollständige Abriegelung" des Palästinensergebiets an. Er stellte zudem eine Militäroffensive in Aussicht, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Medienbericht: Weitere Anklage im Fall Wirecard

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München I einem Medienbericht zufolge eine weitere Anklage erhoben. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um eine frühere Mitarbeiterin, die von Dezember 2019 bis zur Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 im Zuständigkeitsbereich von Vorstand Jan Marsalek arbeitete. Zuvor war sie demnach in der Konzernbuchhaltung beschäftigt.

Viele Opfer nach Einsturz von mehrstöckigem Gebäude in Nairobi befürchtet

Nach dem Einsturz eines im Bau befindlichen mehrstöckigen Gebäudes in Kenias Hauptstadt Nairobi werden mehrere Todesopfer befürchtet. Das Unglück habe sich am Freitag in dem Stadtteil Eastleigh ereignet, teilte das Rote Kreuz im Onlinedienst X mit. Örtliche Medien berichteten von möglichen Opfern unter den Trümmern. Auf Bildern vom Unglücksort war eine große Menschenmenge zu sehen. Örtlichen Medien zufolge kam es nach dem Einsturz zu Plünderungen.

Anklage in Rheinland-Pfalz: Bürgermeister soll Beamtem keine Aufgaben gegeben haben

Weil er einem Beamten über Jahre hinweg trotz voller Bezüge keine Arbeitsaufträge gegeben haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Koblenz Anklage gegen einen ehemaligen Verbandsbürgermeister aus Rheinland-Pfalz erhoben. Ihm wird Untreue im besonders schweren Fall vorgeworfen, wie die Behörde am Freitag mitteilte. In dem Zusammenhang erhob sie eine weitere Anklage gegen einen zwischenzeitlich suspendierten leitenden Beamten der Verbandsgemeinde wegen Untreue.

Textgröße ändern: