Deutsche Tageszeitung - Gericht: Keine Freistellung von Schwimmunterricht aus religiösen Gründen

Gericht: Keine Freistellung von Schwimmunterricht aus religiösen Gründen


Gericht: Keine Freistellung von Schwimmunterricht aus religiösen Gründen
Gericht: Keine Freistellung von Schwimmunterricht aus religiösen Gründen / Foto: © AFP/Archiv

Kinder einer radikalchristlichen Glaubensgemeinschaft in Baden-Württemberg dürfen nicht aus religiösen Gründen vom Schwimmunterricht befreit werden. Dies teilte das Verwaltungsgericht Freiburg am Mittwoch mit. Die Urteilsgründe lagen noch nicht vor. Geklagt hatte ein Ehepaar aus dem Landkreis Tuttlingen, das mit der Klage eine Befreiung für seine Kinder vom Schwimmunterricht erreichen wollte.

Textgröße ändern:

Die Familie gehört der Palmarianischen Kirche an. Dabei handelt es sich um eine christliche Glaubensgemeinschaft aus Spanien, die in dortigen Medien als Sekte gilt. Sie spaltete sich von der römisch-katholischen Kirche ab und hat einen eigenen Papst.

Laut den Geboten der Glaubensgemeinschaft dürfen Anhänger keine Orte aufsuchen, an denen es "schamlose Zurschaustellungen" gibt. Dem Ehepaar zufolge sei bereits das Betreten eines Schwimmbads eine "Todsünde". Die strengen Bekleidungsvorschriften, laut denen eng anliegende Kleidung verboten ist, wären auch dann verletzt, wenn die Tochter einen Burkini und Schwimmsocken trüge.

Das Regierungspräsidium Freiburg lehnte die Freistellung ab - zu Recht, wie nun das Gericht urteilte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Wegen Russlandsanktionen eingefrorene Gelder: Insolvenzverwalter scheitert vor Gericht

Aufgrund von Russlandsanktionen der EU blockierte Bankguthaben bleiben nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingefroren. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil. Es wies die vom Insolvenzverwalter der Kontoinhaberin eingelegte Berufung gegen eine erstinstanzliche Entscheidung des Landgerichts Gießen zurück. Es geht in dem Fall um knapp eine Million Euro, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Az. 17 U 20/25)

Union lehnt Entkriminalisierung des Schwarzfahrens ab

Die Union lehnt die von Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) geforderte Entkriminalisierung des Schwarzfahrens kategorisch ab. Fraktionsvize Günter Krings (CDU) sagte der "Rheinischen Post" (Mittwochsausgabe), ein Ende der strafrechtlichen Verfolgung werde es "mit der Union nicht geben". "Man kann sich über diesen erneuerten Vorstoß nur wundern. Es wäre besser, wenn das Justizministerium sich mehr den wirklichen Problemen im Strafrecht zuwendet."

66-Jähriger stirbt bei Absturz von Ultraleichtflugzeug in Niedersachsen

Beim Absturz eines Ultraleichtflugzeugs ist in Niedersachsen der 66-jährige Pilot ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am Montagnachmittag auf dem Flugplatz Barßel-Lohe, wie die Polizei in Cloppenburg am Abend mitteilte. Die Ursache war zunächst noch unklar.

Soldat in Australien wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Afghanistan festgenommen

Einer der höchstdekorierten Soldaten Australiens ist Polizeiangaben zufolge wegen mutmaßlicher in Afghanistan begangener Kriegsverbrechen festgenommen worden. Der 47-Jährige sei mit einer Reihe von Morden in Verbindung gebracht worden, die er zwischen 2009 und 2012 während seines Afghanistan-Einsatzes begangen haben soll, erklärte die australische Polizeipräsidentin Krissy Barrett am Dienstag. Australischen Medien zufolge handelt es sich bei dem Soldaten um Ben Roberts-Smith.

Textgröße ändern: