Deutsche Tageszeitung - Gericht: Keine Freistellung von Schwimmunterricht aus religiösen Gründen

Gericht: Keine Freistellung von Schwimmunterricht aus religiösen Gründen


Gericht: Keine Freistellung von Schwimmunterricht aus religiösen Gründen
Gericht: Keine Freistellung von Schwimmunterricht aus religiösen Gründen / Foto: © AFP/Archiv

Kinder einer radikalchristlichen Glaubensgemeinschaft in Baden-Württemberg dürfen nicht aus religiösen Gründen vom Schwimmunterricht befreit werden. Dies teilte das Verwaltungsgericht Freiburg am Mittwoch mit. Die Urteilsgründe lagen noch nicht vor. Geklagt hatte ein Ehepaar aus dem Landkreis Tuttlingen, das mit der Klage eine Befreiung für seine Kinder vom Schwimmunterricht erreichen wollte.

Textgröße ändern:

Die Familie gehört der Palmarianischen Kirche an. Dabei handelt es sich um eine christliche Glaubensgemeinschaft aus Spanien, die in dortigen Medien als Sekte gilt. Sie spaltete sich von der römisch-katholischen Kirche ab und hat einen eigenen Papst.

Laut den Geboten der Glaubensgemeinschaft dürfen Anhänger keine Orte aufsuchen, an denen es "schamlose Zurschaustellungen" gibt. Dem Ehepaar zufolge sei bereits das Betreten eines Schwimmbads eine "Todsünde". Die strengen Bekleidungsvorschriften, laut denen eng anliegende Kleidung verboten ist, wären auch dann verletzt, wenn die Tochter einen Burkini und Schwimmsocken trüge.

Das Regierungspräsidium Freiburg lehnte die Freistellung ab - zu Recht, wie nun das Gericht urteilte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Frankreich: 440 Festnahmen und 31 Verletzte bei Schülerprotesten

Bei den teils gewaltsamen Schülerprotesten in Frankreich sind am Dienstag nach Angaben der Regierung 440 Menschen festgenommen worden, überwiegend Minderjährige. Das Bildungsministerium meldete zugleich 31 Verletzte unter Schülern und Beschäftigten. Mindestens zehn Beschäftigte des Bildungswesens seien verletzt worden, erklärte Bildungsminister Édouard Geffray.

Proteste gegen Sparpläne und Missstände an Schulen erschüttern Frankreich

Wenige Tage vor der geplanten Vorstellung des Haushaltsplans mit milliardenschweren Einsparungen haben in Frankreich tausende Menschen für höhere Löhne im öffentlichen Dienst demonstriert. Der Gewerkschaftsbund gab die Zahl der landesweit Protestierenden am Dienstag mit mehr als 300.000 an; die Regierung ging von rund 200.000 Teilnehmern aus. Unabhängig davon erschütterten teils gewaltsame Schülerproteste das Land, bei denen Schulen blockiert und Polizisten attackiert wurden.

AfD muss Bundesgeschäftsstelle räumen - noch keine neuen Räume

Die AfD muss ihre Bundesgeschäftsstelle in Berlin räumen - hat aber noch kein neues Büro. Ein Großteil der aktuellen Räume muss nach einem Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Jahr bis Mittwoch geräumt werden, wie ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Eine neue Immobilie sei aber noch nicht gefunden. Mitarbeitende müssten deshalb von zuhause aus arbeiten.

Proteste an französischen Schulen weiten sich aus - Lehrer streiken

In Frankreich haben sich teils gewaltsame Schülerproteste gegen schlecht ausgestattete Gebäude und zu lange Schultage ausgeweitet. Bei Unruhen an etwa 340 Schulen im ganzen Land wurden zehn Menschen verletzt, wie das Bildungsministerium am Dienstag mitteilte. Etwa 40 Schulen wurden blockiert, die Polizei nahm 40 Menschen in Gewahrsam. Die Bewegung war vor einigen Tagen im Großraum Paris entstanden und hatte sich auf andere Landesteile ausgebreitet.

Textgröße ändern: