Deutsche Tageszeitung - "Twitter-Killer" in Japan hingerichtet

"Twitter-Killer" in Japan hingerichtet


"Twitter-Killer" in Japan hingerichtet
"Twitter-Killer" in Japan hingerichtet / Foto: © JIJI PRESS/AFP/Archiv

Ein als "Twitter-Killer" bekannt gewordener Mann, der neun Menschen ermordet und zerstückelt hatte, ist in Japan hingerichtet worden. Takahiro Shiraishi wurde am Freitag gehängt, wie Justizminister Keisuke Suzuki mitteilte. Der Mann hatte seine Opfer über die Onlineplattform Twitter (heute X) kontaktiert. Er suchte sich dabei gezielt zumeist weibliche Nutzerinnen aus, die von Suizidabsichten berichteten, und bot ihnen seine Hilfe beim Suizid an. Seine Opfer misshandelte und erwürgte er, bevor er die Leichen zerstückelte.

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Zu Shiraishis Verbrechen gehörten Raub, Vergewaltigung, Mord und Leichenschändung, sagte Justizminister Suzuki. Dabei habe er zur sexuellen Befriedigung und aus Geldgier gehandelt. Shiraishis Verbrechen hätten "großes Entsetzen und Angst" in der Öffentlichkeit ausgelöst. Nach "reiflicher Überlegung" habe er die Hinrichtung des 34-Jährigen angeordnet.

Shiraishis Mordserie war bei Ermittlungen zum Verschwinden einer 23-Jährigen im Jahr 2017 aufgeflogen, die zuvor auf Twitter Suizidabsichten geäußert hatte. Ihr Bruder verschaffte sich Zugang zum Twitter-Account der Frau und gab den entscheidenden Hinweis auf Shiraishis Wohnung. Bei einer Durchsuchung fanden Ermittler Leichenteile. 2020 wurde Shiraishi zum Tode verurteilt.

Es war die erste Exekution in Japan seit 2022. Japan ist neben den USA die einzige große demokratische Industrienation, in der Todesurteile vollstreckt werden. Umfragen zufolge befürwortet eine Mehrheit der Japaner die Todesstrafe. Derzeit sitzen rund 100 Menschen in Japan im Todestrakt, rund die Hälfte von ihnen hat Berufung eingelegt.

Laut Gesetz müssen zum Tode Verurteilte eigentlich innerhalb von sechs Monaten nach Ausschöpfung des Rechtsweges hingerichtet werden. In der Realität sitzen viele über Jahre oder gar Jahrzehnte im Todestrakt in Einzelhaft und ständiger Unsicherheit. Die Hinrichtung findet in Japan ausschließlich durch Erhängen statt. Todeskandidaten werden dabei zumeist erst unmittelbar vor der Exekution informiert, meist am frühen Morgen.

(O.Zhukova--DTZ)

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