Deutsche Tageszeitung - Lebenslange Haft nach Tod von 53 Migranten in Lkw in Texas

Lebenslange Haft nach Tod von 53 Migranten in Lkw in Texas


Lebenslange Haft nach Tod von 53 Migranten in Lkw in Texas
Lebenslange Haft nach Tod von 53 Migranten in Lkw in Texas / Foto: © AFP/Archiv

Drei Jahre nach dem Tod von 53 Migranten in einem überhitzten Lastwagen im US-Bundesstaat Texas ist der Anführer einer Gruppe von Menschenschmugglern zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Bundesrichter in San Antonio verhängte am Freitag zudem eine Geldstrafe von 250.000 Dollar (214.000 Euro) gegen den 30-jährigen Felipe Orduna-Torres, wie das US-Justizministerium mitteilte. Ein weiteres Mitglied des Schmugglerrings wurde zu 83 Jahren Gefängnis und ebenfalls 250.000 Dollar Geldstrafe verurteilt.

Textgröße ändern:

Die beiden Männer waren bereits im März von einer Jury des Transports von Ausländern in den USA mit Todesfolge, der schweren Körperverletzung und der Gefährdung des Lebens anderer schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß wurde nun auf den Tag genau drei Jahre nach dem Tod der 53 Migranten verkündet.

"Diese Kriminellen werden den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen, weil sie die grausame Entscheidung getroffen haben, von menschlichem Leid zu profitieren", erklärte US-Justizministerin Pam Bondi am Freitag. "Die heutigen Urteile sind eine starke Botschaft an Menschenschmuggler überall: Wir werden nicht ruhen, bis ihr hinter Gittern seid."

Der Fund der Leichen in dem völlig überhitzten Lastwagen nahe San Antonio am 27. Juni 2022 hatte international Entsetzen ausgelöst. Die Toten stammten unter anderem aus Mexiko, Honduras und Guatemala, unter den Opfern waren sechs Kinder und eine schwangere Frau. Elf Menschen überlebten.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Wiener Gericht spricht zwei Syrer wegen Misshandlung von Oppositionellen schuldig

Ein Ex-General und ein früherer ranghoher Polizist aus Syrien sind von einem österreichischen Gericht wegen der Misshandlung von Regierungsgegnern während der Assad-Herrschaft zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Gegen den ehemaligen Brigadegeneral der syrischen Geheimdienste, Chaled al-Halabi, und den früheren Kriminalpolizisten Mussab Abu Rukbah wurden am Montag in Wien Haftstrafen von jeweils acht Jahren verhängt. Beide Männer hatte 2015 Asyl in Österreich beantragt und lebten seither dort.

Interpol: Mehr als tausend Festnahmen auf vier Kontinenten bei Schlag gegen Menschenhändler

In einem Schlag gegen internationale Netzwerke von Menschenhändlern hat die Polizei aus 59 Ländern mehr als tausend Menschen auf vier Kontinenten festgenommen. Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der internationalen Polizeiorganisation Interpol vom Montag in Afrika, Amerika, Europa und Asien innerhalb von fünf Tagen. Die "Global Chain" (Globale Kette") genannte Aktion wurden von den Behörden in Rumänien und Österreich ausgeführt und von Interpol, der europäischen Polizeibehörde Europol und der EU-Grenzschutzagentur Frontex koordiniert.

Bremer Gericht spricht Müttern nach anonymer Samenspende Unterhaltsvorschuss zu

Neuen Urteilen zufolge können Mütter für ihre mittels einer anonymen Samenspende gezeugten Kinder Unterhaltsvorschuss bekommen. Das Verwaltungsgericht Bremen gab am Montag vier Klägerinnen Recht. Unterhaltsvorschuss wird normalerweise vom Staat gezahlt, wenn der andere Elternteil seinen Teil zum Unterhalt des Kinds nicht beiträgt.

Häftling in offenem Vollzug verursacht tödlichen Raserunfall: Haftstrafe in Krefeld

Weil er während eines Freigangs aus dem offenen Vollzug einen tödlichen Raserunfall verursacht haben soll, ist ein Mann zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht Krefeld sprach den Angeklagten unter anderem wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge schuldig, wie eine Gerichtssprecherin am Montag mitteilte. Zudem wurde ihm die Fahrerlaubnis entzogen. Bei dem Verkehrsunfall war eine 70-jährige Autofahrerin ums Leben gekommen.

Textgröße ändern: