Deutsche Tageszeitung - Missbrauch durch Priester: Erzbistum Köln muss kein Schmerzensgeld zahlen

Missbrauch durch Priester: Erzbistum Köln muss kein Schmerzensgeld zahlen


Missbrauch durch Priester: Erzbistum Köln muss kein Schmerzensgeld zahlen
Missbrauch durch Priester: Erzbistum Köln muss kein Schmerzensgeld zahlen / Foto: © AFP/Archiv

Das Landgericht Köln hat eine Schmerzensgeldklage gegen das Erzbistum Köln wegen sexuellen Missbrauchs eines Pflegekinds durch einen früheren Priester abgewiesen. Das Gericht sah keinen rechtlichen Zusammenhang zwischen den Missbrauchstaten und dem kirchlichen Amt des Priesters, wie es am Dienstag mitteilte. Die Klägerin, die frühere Pflegetochter des Geistlichen, hatte Schmerzensgeld in Höhe von 830.000 Euro gefordert.

Textgröße ändern:

Die Klägerin hatte den Angaben zufolge in den 70er und 80er Jahren bei dem Pfarrer gelebt. Dabei kam es zu zahlreichen sexuellen Missbrauchstaten. Die Klägerin argumentierte in dem Zivilprozess, dass diese Taten rechtlich gesehen während der Ausübung des kirchlichen Amts des Priesters erfolgt seien. Ihr stehe daher Schmerzensgeld vom Kölner Erzbistum zu.

Dem folgte das Gericht nicht. In seiner Begründung führte es aus, dass die Betreuung des Pflegekinds durch einen "staatlichen Akt" begründet worden war. Ein Zusammenhang zur kirchlichen Tätigkeit schied aus Sicht des Gerichts daher aus.

Dies ändere auch nicht die damalige Zustimmung des Erzbistums zur Aufnahme der Pflegekindbetreuung. Nicht jede Tätigkeit eines kirchlichen Amtsträgers stelle zugleich die Ausübung eines öffentlichen Amts dar, führte das Gericht aus. Nur wenn die Tätigkeit eines kirchlichen Amtsträgers einen Bezug zu seinem kirchlichen Amt habe, seien mögliche Amtshaftungsansprüche gerechtfertigt.

Auch eine Verletzung von Aufsichts- oder Fürsorgepflichten durch das Erzbistum ließ sich laut Gericht nicht feststellen. Die Beweisaufnahme habe nicht ergeben, dass Vertreter des Erzbistums Anhaltspunkte von den Missbrauchstaten gehabt hätten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

FBI macht Nordkorea für Milliarden-Hack bei Krypto-Börse Binance verantwortlich

Die US-Bundespolizei FBI macht Nordkorea für den milliardenschweren Hackerangriff auf die Kryptowährungsbörse Binance verantwortlich. Dies teilte das FBI am Samstagabend (Ortszeit) mit. Bereits am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, die USA prüften, ob Nordkorea hinter der Attacke stecke.

Brief an Epstein: Trump-Klage gegen "Wall Street Journal" endgültig abgewiesen

Im Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat ein US-Richter eine Verleumdungsklage von Präsident Donald Trump gegen das "Wall Street Journal" endgültig abgewiesen. US-Bundesrichter Darrin Gayles aus Florida urteilte am Samstag im Streit um einen mutmaßlichen anzüglichen Trump-Brief an Epstein, der Präsident habe nicht nachgewiesen, dass die Zeitung "böswillig" Falschbehauptungen über ihn veröffentlicht habe.

Streit um Polens Verfassungsgericht: Tusk beklagt Angriff auf "Demokratie und Rechtsstaat"

Im Machtkampf um Polens Verfassungsgericht hat Regierungschef Donald Tusk der nationalkonservativen Opposition einen Angriff auf Demokratie und Rechtsstaat vorgeworfen. "Lasst uns die Dinge beim Namen nennen", sagte Tusk am Samstagabend in einem Onlinevideo. "Seit Jahren gibt es in Polen Organisationen und Politiker, die die Demokratie und den Rechtsstaat zerstören wollen."

Zusammenstöße mit der Polizei nach "GenZ"-Protesten in mehreren Städten

Nach den bundesweiten Jugendprotesten der Gruppierung "GenZ regelt" hat es in mehreren Städten Zusammenstöße mit der Polizei gegeben. In Frankfurt am Main wurden Beamte laut Polizeiangaben am Samstag mit Böllern und Steinen beworfen, die Behörden setzten deswegen Wasserwerfer ein. Mindestens ein Polizist wurde demnach verletzt und musste ärztlich behandelt werden. Am Abend war in Frankfurt nach Polizeiangaben auch ein Polizei-Hubschrauber im Einsatz.

Textgröße ändern: