Deutsche Tageszeitung - Berichte: Bolsonaro untersagt Abbrennen von Flächen für zwei Monate

Berichte: Bolsonaro untersagt Abbrennen von Flächen für zwei Monate


Berichte: Bolsonaro untersagt Abbrennen von Flächen für zwei Monate
Berichte: Bolsonaro untersagt Abbrennen von Flächen für zwei Monate / Foto: ©

Angesichts der verheerenden Brände im Amazonasgebiet will Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro Medienberichten zufolge das Abbrennen von Flächen für die Dauer von zwei Monaten verbieten. Der ultrarechte Politiker unterzeichnete in der Nacht zum Donnerstag ein entsprechendes landesweit geltendes Dekret, wie mehrere Medien unter Berufung auf Regierungskreise berichteten. Das Dekret sollte demnach am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlicht werden. Es soll Ausnahmen von dem Verbot geben.

Textgröße ändern:

Die Einzelheiten des Dekrets waren am Mittwoch (Ortszeit) noch nicht bekannt. Das Abbrennen landwirtschaftlicher Flächen ist in Brasilien traditionell verbreitet. Es kann von den Behörden fallweise genehmigt werden. Bolsonaro ist angesichts der drastischen Zunahme der Brandherde vor allem im Amazonasgebiet in diesem Jahr international unter zunehmenden Druck geraten. Kritiker werfen der brasilianischen Regierung vor, nicht energisch genug gegen das Absengen von Agrarflächen und die Brandrodung von Wäldern vorzugehen. Der rechtsradikale Präsident ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt den menschgemachten Klimawandel an.

In den vergangenen Tagen wurden 1044 neue Brände festgestellt. Die Gesamtzahl seit Jahresbeginn stieg damit auf mehr als 83.000. Davon befanden sich mehr als die Hälfte im Amazonasgebiet. Die Zahl der Brände ist die höchste seit dem Jahr 2010. Derzeit sind 3900 Soldaten, hunderte Fahrzeuge und 18 Flugzeuge zur Brandbekämpfung im Einsatz.

Chile kündigte die Entsendung von vier Flugzeugen zur Unterstützung an. Am 6. September soll es in Leticia im Süden Kolumbiens einen Regionalgipfel unter Beteiligung Brasiliens, Perus und Kolumbiens zur Koordination der Schutzmaßnahmen im Amazonas-Gebiet geben.

Bolsonaro wiederholte am Mittwoch seine Kritik an Deutschland und "besonders Frankreich", denen er vorwarf, sie wollten mit ihrem Angebot finanzieller Hilfen zum Schutz des Amazonas die "Souveränität" Brasiliens aushöhlen. Der brasilianische Präsident hatte seinem französischen Kollegen im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel in Biarritz eine "kolonialistische" Herangehensweise an das Problem vorgeworfen. Am Mittwoch verwies er nochmals auf die "Größe" Brasiliens, das nicht "zum Verkauf" stehe, zeigte sich aber bereit, "bilaterale Hilfe zu akzeptieren".

Die bolivianische Regierung erklärte am Mittwoch, Feuer hätten in diesem Jahr bereits 1,2 Millionen Hektar Wald und Grasland verwüstet. Umweltschützer gehen von einer deutlich größeren Fläche aus. Boliviens linksgerichteter Präsident Evo Morales ist wegen der Brände ebenfalls in die Kritik geraten.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Attacke nach Granatenwurf auf Friedhof: Weiterer Mann in Stuttgart verurteilt

Nach einem Handgranatenwurf im Zusammenhang mit einem seit rund zwei Jahren andauernden Bandenkrieg hat das Landgericht Stuttgart einen Mann zu fünf Jahren Haft wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Einem Gerichtssprecher zufolge sah es die zuständige Kammer am Donnerstag als erwiesen an, dass er den zu einer verfeindeten Gruppierung gehörenden Werfer der Granate im Juni vergangenen Jahres attackiert und gemeinsam mit weiteren Männern schwer verletzt hatte.

34-Jähriger ertränkte Bekannten im Berliner Fluss Wuhle - zehnjährige Haftstrafe

Wegen der Tötung eines Bekannten ist ein 34-jähriger Mann in Berlin zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Damit blieb das Landgericht um ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, wie eine Gerichtssprecherin am Donnerstag mitteilte. Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sieben Monaten gefordert.

Lange Haftstrafen für Männer nach Millionendiebstahl aus Schließfach in Berlin

Nach einem spektakulären Diebstahl von Schmuck, Uhren und Bargeld in Millionenhöhe aus einer Schließfachanlage in Berlin müssen die Täter für mehrere Jahre in Haft. Das Landgericht Berlin verurteilte die Männer am Donnerstag zu Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb und acht Jahren. Sie hätten durch die Tat vor eineinhalb Jahren nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch immateriellen Schaden etwa durch den Diebstahl von Familienschmuckstücken verursacht, sagte der Vorsitzende Richter Michael Mattern in seiner Urteilsbegründung.

International gesuchter Totschläger an Frankfurter Flughafen festgenommen

Die Bundespolizei hat am Flughafen in Frankfurt am Main einen international gesuchten mutmaßlichen Totschläger festgenommen. Er soll für einen Totschlag in Südkorea verantwortlich gewesen sein, wie die Beamten am Donnerstag mitteilten. Seit 2020 war er mit einem internationalen Haftbefehl gesucht worden.

Textgröße ändern: