Deutsche Tageszeitung - "Dorian" trifft als Hurrikan der höchsten Kategorie auf die Bahamas

"Dorian" trifft als Hurrikan der höchsten Kategorie auf die Bahamas


"Dorian" trifft als Hurrikan der höchsten Kategorie auf die Bahamas
"Dorian" trifft als Hurrikan der höchsten Kategorie auf die Bahamas / Foto: ©

Als Hurrikan der höchsten Kategorie fünf ist der Wirbelsturm "Dorian" am Sonntag auf die zu den Bahamas gehörenden Abacos-Inseln getroffen. Es handele sich um eine "extrem gefährliche Situation" für die tiefliegenden Inseln, teilte das US-Hurrikan-Warnzentrum NHC mit. Die Windgeschwindigkeiten hätten inzwischen 295 Stundenkilometer erreicht. "Dorian" sei der zweitstärkste Hurrikan im Atlantikbecken seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Montagabend oder Dienstag könnte er die Ostküste Floridas erreichen.

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Das Hurrikan-Zentrum sprach von "katastrophalen Bedingungen" im Westen der insgesamt 700 Inseln zählenden Bahamas. Hubert Minnis, Ministerpräsident der Inselgruppe zwischen Florida, Kuba und Haiti, rief die Bevölkerung auf, sich so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen.

Teile der Abacos-Inseln wurden überschwemmt. Die Wetterbehörden hatten vor bis zu sieben Meter hohem Hochwasser gewarnt. Auf der Website der Zeitung "Tribune 242" waren Aufnahmen einer Küstenstadt zu sehen, in denen das Wasser bis zu den Häuserdächern reichte. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Bahamas-Regierungschef Minnis brach einem Medienbericht zufolge während einer Pressekonferenz in Tränen aus und sprach vom "wahrscheinlich traurigsten und schlimmsten Tag meines Lebens". Einen Hurrikan wie "Dorian" habe es in der Geschichte der Bahamas nie gegeben, sagte er.

"Die Leute sind noch vom Hurrikan Matthew (im Jahr 2016) traumatisiert, aber dies ist noch schlimmer", sagte Yasmin Rigby in Freeport der Nachrichtenagentur AFP. "Es fühlt sich an, als stünden wir Schlange, um geschlagen zu werden."

Nach den Bahamas dürfte "Dorian" Kurs auf die Ostküste des Bundesstaates Florida nehmen. Es war aber unklar, mit welcher Stärke er dort am Montagabend oder Dienstag ankommen wird. US-Präsident Donald Trump traf sich in Washington mit seinem Krisenstab. Ein großer Teil der Ostküste werde voraussichtlich "sehr, sehr ernsthaft" von "Dorian" betroffen sein, erklärte Trump.

Der Kurs des Wirbelsturms könne sich noch ändern, warnte der US-Präsident, der wegen des Hurrikans eine geplante Reise nach Polen abgesagt hatte. Das NHC hatte zuvor mitgeteilt, in der Nacht zum Samstag habe sich eine "beträchtliche Veränderung" im Kurs von "Dorian" ergeben. Es könne sein, dass er statt wie vorhergesagt in Florida in den US-Bundesstaaten North Carolina und South Carolina auf Land trifft.

Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, rief den Notstand aus. "Die Stärke und der unvorhersehbare Charakter des Sturms zwingen uns, uns auf alle Szenarien vorzubereiten", erklärte er. Auch die Bundesstaaten Florida, North Carolina und zwölf Bezirke im Bundesstaat Georgia riefen den Notstand aus.

Der Flughafen von Orlando nahe dem Freizeitpark Disney World kündigte die Einstellung des Flugbetriebs in der Nacht zum Montag (08.00 MESZ) an. Für die Küstengebiete von Palm Beach und Martin im Bundesstaat Florida wurde die Evakuierung angeordnet.

(O.Tatarinov--DTZ)

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