Deutsche Tageszeitung - Hitlergruß-Vorwürfe: Sängerin Melanie Müller zu Geldstrafe verurteilt

Hitlergruß-Vorwürfe: Sängerin Melanie Müller zu Geldstrafe verurteilt


Hitlergruß-Vorwürfe: Sängerin Melanie Müller zu Geldstrafe verurteilt
Hitlergruß-Vorwürfe: Sängerin Melanie Müller zu Geldstrafe verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Die frühere Ballermann-Sängerin Melanie Müller ist wegen des Zeigens des Hitlergrußes auch in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig sprach Müller am Montag des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen schuldig, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Sie soll insgesamt 3500 Euro zahlen.

Textgröße ändern:

Damit fiel die Geldstrafe in dem Berufungsverfahren deutlich geringer aus als im ersten Prozess vor dem Amtsgericht Leipzig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Es ging um einen Auftritt von Müller im September 2022 in Leipzig. Auf der Bühne soll sie mehrfach den rechten Arm gehoben haben. Das sah das Landgericht demnach als erwiesen an. Aus dem Publikum wurden der Anklage zufolge wiederholt Naziparolen gerufen, Müller habe zudem mehrfach "Zickezacke" gerufen, was vom Publikum mit "Heil, Heil, Heil"-Rufen beantwortet worden sei.

Die Ermittlungen waren durch ein Video angestoßen worden, in dem Müller zu sehen war, wie sie während des Auftritts mehrmals den rechten Arm in die Höhe schnellen ließ, was an den Hitlergruß erinnerte.

Das Amtsgericht Leipzig sprach die Sängerin bereits im August 2024 des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie des Drogenbesitzes schuldig und verurteilte sie zu insgesamt 80.000 Euro Geldstrafe. Dagegen legte Müller Berufung ein.

Müller, die bürgerlich Melanie Blümer heißt, bestritt die Vorwürfe stets. Gegenüber Medien sagte sie, dass diese Geste seit Jahren Teil ihres Bühnenauftritts sei. Auch habe die Handbewegung keinen rechtsradikalen Hintergrund.

In dem Berufungsverfahren vor dem Landgericht Leipzig plädierte die Verteidigung laut Gericht auf einen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft forderte insgesamt 7200 Euro Geldstrafe. Die schlussendlich gegen Müller verhängte Strafe fiel den Angaben zufolge auch wegen ihres geringen Einkommens vergleichsweise gering aus. Der Vorwurf des Drogenbesitzes wurde demnach fallen gelassen.

Die Sängerin hatte in den vergangenen Jahren Realityshows im Fernsehen wie das "Dschungelcamp" und "Big Brother" gewonnen und trat unter anderem als Sängerin auf Mallorca auf.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Neuer Waldbrand in Südfrankreich: Mehr als 200 Feuerwehrleute im Einsatz

Mehr als 200 Feuerwehrleute haben am Sonntag in Südfrankreich gegen einen sich schnell ausbreitenden Waldbrand gekämpft. Wie die Feuerwehr im Département Lozère mitteilte, war das Feuer gegen Mittag im Gemeindegebiet von Massegros-Causses-Gorges etwa 140 Kilometer nordwestlich von Montpellier ausgebrochen. Bis zum frühen Abend hatte es eine Fläche von mehr als 100 Hektar erfasst. Zwei Dörfer wurden vorsorglich evakuiert.

Flugstreichungen und Evakuierungen: Taifun "Dolphin" in Ostchina auf Land getroffen

Mit heftigem Wind ist der Taifun "Dolphin" im dicht besiedelten Osten Chinas auf Land getroffen. Am frühen Sonntagabend (Ortszeit) bewegte sich das Zentrum des Wirbelsturms bei höchster Warnstufe über die Küstenregion der Provinz Zhejiang, wie Chinas Nationales Meteorologisches Zentrum mitteilte. Im Vorfeld waren fast 2000 Flüge in der Region gestrichen worden, zehntausende Menschen wurden evakuiert. In Japan wurden sieben Menschen verletzt.

Verdacht auf illegales Rennen: Zwei Tote nach Motorrad-Unfall in Köln

Mutmaßlich bei einem illegalen Rennen sind in Köln in der Nacht zu Sonntag ein Motorradfahrer und sein Beifahrer ums Leben gekommen. Der Fahrer eines zweiten Motorrads kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, wie die Polizei in der Domstadt mitteilte. Die Beamten leiteten Ermittlungen wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens ein.

Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef De la Espriella von Gewalt überschattet

Der Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef Abelardo de la Espriella ist am Wochenende von Gewalt überschattet worden. Einen Tag nach der Vereidigung des rechten Hardliners wurden am Samstag an verschiedenen Orten des südamerikanischen Landes zwei Bombenanschläge verübt, wie die Armee mitteilte. Für einen der Anschläge machte das Militär abtrünnige Guerillakämpfer verantwortlich. De la Espriella verurteilte die Anschläge scharf. Zuvor hatte er seine Absicht bekräftigt, wieder für "Ordnung" zu sorgen.

Textgröße ändern: