Deutsche Tageszeitung - Mehr als 100.000 Menschen in den USA mit Coronavirus infiziert

Mehr als 100.000 Menschen in den USA mit Coronavirus infiziert


Mehr als 100.000 Menschen in den USA mit Coronavirus infiziert
Mehr als 100.000 Menschen in den USA mit Coronavirus infiziert / Foto: ©

In den USA haben sich inzwischen mehr als hunderttausend Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Die Vereinigten Staaten überholten am Freitag China und Italien bei der Zahl der Infizierten und sind nun das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterzeichnete US-Präsident Donald Trump das größte Rettungspaket der US-Geschichte und aktivierte nahezu zeitgleich ein Kriegswirtschaftsgesetz, um den Autobauer General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zu zwingen.

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Das Gesundheitsministerium könne aufgrund des "Defence Production Act" nun von General Motors (GM) verlangen, Regierungsaufträge für Beatmungsgeräte "anzunehmen, auszuführen und ihnen Vorrang einzuräumen", erklärte Trump. Der Autobauer habe bei diesem Thema "Zeit verschwendet". Mit seinem Vorgehen wolle er "eine schnelle Produktion von Beatmungsgeräten sicherstellen, die Leben von US-Bürgern retten werden".

GM erklärte als Reaktion, mit dem Medizingeräte-Hersteller Ventec ohnehin schon seit mehr als einer Woche "rund um die Uhr" an der Produktion von Beatmungsgeräten zu arbeiten.

Der "Defence Production Act" wurde 1950 während des Koreakriegs beschlossen. Mit ihm kann die US-Regierung in Krisenzeiten Unternehmen verpflichten, bestimmte Aufträge anzunehmen. Trump hatte das Gesetz bereits vor zehn Tagen ins Gespräch gebracht, war vor einer tatsächlichen Anwendung zunächst aber zurückgeschreckt.

Zuletzt wuchs der Druck auf den Präsidenten, dieses Mittel angesichts des Mangels an medizinischem Material wie Beatmungsgeräten und Schutzmasken einzusetzen. Trump ist wiederholt vorgeworfen worden, nicht entschlossen genug gegen die Pandemie vorzugehen.

In den USA gibt es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen mehr als 140.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Mehr als 1700 Menschen kamen ums Leben. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie sind schon jetzt verheerend.

Trump unterzeichnete am Freitag das dritte Hilfspaket seit Beginn der Coronavirus-Krise. Das rund zwei Billionen (1,82 Billionen Euro) schwere Nothilfepaket sieht massive Finanzhilfen für Beschäftigte, Arbeitslose, Unternehmen und Krankenhäuser vor. So sollen alle US-Bürger mit einem Jahresgehalt unter 75.000 Dollar einen Scheck über 1200 Dollar erhalten. Zahlungen und Bezugsdauer der Arbeitslosenversicherung werden ausgeweitet.

Für in Not geratene Konzerne wird ein 500 Milliarden schwerer Rettungsfonds aufgelegt, mehr als 350 Milliarden Dollar sollen für kleine und mittlere Unternehmen bereitgestellt werden. Milliardenhilfen sind auch für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen vorgesehen.

Trump dankte seinen Republikanern und den oppositionellen Demokraten bei der Unterzeichnungszeremonie dafür, sich zusammengeschlossen und "Amerika an erste Stelle" gesetzt zu haben. Der "unsichtbare Feind" - das Coronavirus - habe die USA hart getroffen.

Republikaner und Demokraten hatten das Nothilfepaket am Mittwoch nach tagelangem Streit im Senat einstimmig gebilligt. Am Freitag stimmte dann das Repräsentantenhaus für das Gesetz, bevor Trump es dann in Kraft setzte.

Das Virus breitet sich in den USA rasant aus. Das Schlimmste dürfte den USA allerdings noch bevorstehen: Der Gouverneur des besonders betroffenen Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, sagte am Freitag, der Höhepunkt der Pandemie könnte in drei Wochen erreicht werden. Cuomo gehört zu jenen Gouverneuren, die wiederholt mehr Hilfen von der Trump-Regierung gefordert haben - unter anderem mehr Beatmungsgeräte.

In New York erhöhte sich die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten am Freitag auf gut 44.600. Mehr als 500 Erkrankte starben. Cuomo kündigte an, in New York City mehrere Behelfskrankenhäuser aufzubauen.

(W.Uljanov--DTZ)

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