Deutsche Tageszeitung - Mehrere europäische Länder lockern Corona-Auflagen

Mehrere europäische Länder lockern Corona-Auflagen


Mehrere europäische Länder lockern Corona-Auflagen
Mehrere europäische Länder lockern Corona-Auflagen / Foto: ©

Norwegen, die Schweiz und andere europäische Länder haben am Montag ihre Auflagen in der Coronavirus-Krise gelockert. In Norwegen begann nach wochenlangen Schulschließungen wieder der Unterricht an den Grundschulen. In der Schweiz durften neben Baumärkten und Gartencentern auch Friseure, Physiotherapeuten, Tier- und Zahnärzte sowie Kosmetik- und Tattoo-Studios wieder öffnen. In beiden Ländern müssen sich die Menschen aber weiter an die Abstands- und Hygieneregeln halten.

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In Norwegen kehrten am Montag die Kinder der ersten bis vierten Klassen auf die Schulbänke zurück. Für die Schulen gelten strenge Auflagen: Als Vorsichtsmaßnahme wurden die Klassen auf maximal 15 Kinder verkleinert. In einer Grundschule im Osloer Vorort Baerum waren als Abstandsmarkierungen Blumen auf den Boden gemalt.

Die Wiedereröffnung der Grundschulen ist allerdings nicht unumstritten - aus Sicht mancher Eltern öffneten die Schulen zu früh. Für Verunsicherung sorgten vor allem mehrere positive Coronavirus-Tests bei Mitarbeitern von Kindertagesstätten, die schon vor einer Woche wieder geöffnet hatten.

In Norwegen soll nach sechs Wochen strenger Einschränkungen schrittweise wieder Normalität einkehren. Auch Friseure und Hautarztpraxen dürfen seit Montag wieder öffnen.

Ministerpräsidentin Erna Solberg hatte am Freitag betont, dass die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin in Kraft blieben. "Wir müssen weiterhin wachsam sein und hart daran arbeiten, die Ausbreitung (des Virus) unter Kontrolle zu halten", sagte Solberg. "Wenn wir nicht vorsichtig sind, kann dies ernsthafte Folgen für andere haben. Im schlimmsten Fall müssen wir die Einschränkungen wieder verschärfen." Weiterhin verboten bleiben in Norwegen Sport- und Kulturveranstaltungen.

In dem skandinavischen Land wurden nach offiziellen Angaben bislang gut 7500 Infektionsfälle nachgewiesen, 193 Menschen starben an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion. Die Zahl der Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, ging zuletzt aber deutlich zurück.

In der Schweiz reagierten vor allem die Friseure erleichtert auf die Öffnung ihrer Geschäfte. "Ich freue mich, das wir wieder anfangen können", sagte die Friseurin Anita Ayma aus Genf, die gleich am ersten Tag für zwölf Stunden Termine vergeben hat. Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, müssen Friseure und Kunden aber vorerst Masken tragen.

Schulen und weitere Geschäfte in der Schweiz sollen in zwei Wochen wieder öffnen. Ab dem 8. Juni sollen dann auch Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Bibliotheken und Zoos wieder aufmachen dürfen.

Auch andere europäische Länder wie Tschechien und Kroatien hatten für den Wochenbeginn eine Lockerung ihrer Corona-Auflagen angekündigt. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte kündigte am Sonntagabend ebenfalls eine schrittweise Lockerung der Ausgangssperre an. Spanien lockerte seine strenge Ausgangssperre bereits am Sonntag. Erstmals seit sechs Wochen durften Kinder wieder ins Freie. Sie dürfen nun unter Aufsicht eines Erwachsenen wieder eine Stunde täglich an die frische Luft.

Am Dienstag will die spanische Regierung ihren Fahrplan für weitere Lockerungen bekanntgeben. Am Montag stieg die Zahl der neuen Coronavirus-Todesfälle allerdings wieder leicht an. Innerhalb von 24 Stunden seien 331 Menschen gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Am Sonntag war mit 288 neu hinzugekommenen Toten der niedrigste Stand seit dem 20. März verzeichnet worden.

Insgesamt wurden in Spanien inzwischen mehr als 23.500 Todesfälle durch das neuartige Coronavirus gemeldet. Das ist laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Grundlagen von Behördenangaben weltweit die dritthöchste Opferzahl nach den USA mit mehr als 54.800 Toten und Italien mit mehr als 26.600 Toten.

In ganz Europa wurden bis Montag fast 1,38 Millionen Infektionen registriert, 124.759 Menschen starben. Weltweit wurden mittlerweile 2,96 Millionen nachgewiesene Infektionen und 206.567 Todesfälle registriert.

(W.Budayev--DTZ)

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