Deutsche Tageszeitung - Razzia und Festnahmen: 72-Jährige soll bundesweites Geldwäschenetzwerk angeführt haben

Razzia und Festnahmen: 72-Jährige soll bundesweites Geldwäschenetzwerk angeführt haben


Razzia und Festnahmen: 72-Jährige soll bundesweites Geldwäschenetzwerk angeführt haben
Razzia und Festnahmen: 72-Jährige soll bundesweites Geldwäschenetzwerk angeführt haben / Foto: © AFP/Archiv

Mit einer Razzia sind Ermittler in sieben Bundesländern gegen ein bundesweit tätiges mutmaßliches Geldwäschenetzwerk vorgegangen. Eine 72-jährige Hauptbeschuldigte steht im Verdacht, die Gruppe angeführt zu haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt in Stuttgart am Donnerstag mitteilten. Bei den Durchsuchungen am Mittwoch wurden insgesamt vier Beschuldigte mit Untersuchungshaftbefehlen festgenommen. Mehr als 300 Kräfte waren an rund 30 Orten im Einsatz.

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Die 72-Jährige aus dem Raum Stuttgart soll mit den drei mutmaßlichen Mittätern gegen Bezahlung Geldwäschedienstleistungen für Dritte angeboten haben. Die Ermittler sprachen von sogenannter Geldwäsche as a service. Über zahlreiche Konten im In- und Ausland sowie mehrere Scheinfirmen sollen demnach mehrere hunderttausend Euro aus Betrugstaten geschleust worden sein. Die 72-Jährige habe bei ihren Aktivitäten auch mehrere Aliaspersonalien verwendet.

Der mutmaßlichen Bande wird zudem vorgeworfen, Logistik für Drogenimporte aus dem Ausland angeboten zu haben. Dafür sollen die Beschuldigten unter anderem Lagerräume als Drogenumschlagplätze angemietet und Drogenlieferungen koordiniert haben. Außerdem sollen sie "als weiteres Standbein" gegen Bezahlung falsche Rechnungen erstellt haben, mit denen Dritte Schwarzarbeit oder illegale Beschäftigung verschleiern konnten.

Die Ermittler durchsuchten am Mittwoch vor allem Objekte in Stuttgart und weiteren baden-württembergischen Landkreisen sowie in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Rheinland-Pfalz. Dabei seien zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt worden, zudem 75.000 Euro Bargeld und zwei Schusswaffen mit Munition.

Zwei der Verhafteten kamen aus dem Raum Stuttgart, einer aus Hamburg sowie ein weiterer aus dem Landkreis Lippe in Nordrhein-Westfalen. Neben dem Zoll waren Kräfte der Bundespolizei und der Landespolizeien im Einsatz, darunter auch Spezialeinheiten. Die Ermittlungen laufen federführend beim Zentrum für die Bekämpfung der Finanzkriminalität in Baden-Württemberg, das bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart angesiedelt ist.

(I.Beryonev--DTZ)

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