Deutsche Tageszeitung - Augenzeuge: Hunderte protestieren an Tsinghua-Universität in China gegen Corona-Lockdowns

Augenzeuge: Hunderte protestieren an Tsinghua-Universität in China gegen Corona-Lockdowns


Augenzeuge: Hunderte protestieren an Tsinghua-Universität in China gegen Corona-Lockdowns
Augenzeuge: Hunderte protestieren an Tsinghua-Universität in China gegen Corona-Lockdowns / Foto: © AFP

Hunderte Studierende der renommierten Tsinghua-Universität in der chinesischen Hauptstadt Peking haben nach Beiträgen in den Online-Netzwerken und laut Augenzeugen am Sonntag an einem Protest gegen Corona-Lockdowns teilgenommen. Ein Student der Elite-Universität sagte der Nachrichtenagentur AFP, am Vormittag (Ortszeit) hätten Studierende damit begonnen, am Eingang zur Mensa Schilder hochzuhalten. "Dann kamen mehr und mehr Menschen dazu. Jetzt sind hier 200 bis 300 Menschen", sagte der Augenzeuge.

Textgröße ändern:

"Wir haben die Nationalhymne gesungen und die Internationale und skandiert: 'Die Freiheit wird siegen'", führte der Student fort. Zuvor hatte es Berichte von Augenzeugen sowie in den Online-Netzwerken veröffentlichte Videos über Proteste in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai in den frühen Morgenstunden am Sonntag und an anderen Universitäten gegeben.

Wie aus einem im Internet geteilten Video hervorgeht, forderten Demonstrierende in einer zentralen gelegenen Straße der Stadt in Parolen den Rücktritt des chinesischen Präsidenten und einen Rückzug der Kommunistischen Partei: "Xi Jinping, tritt zurück!" Der Ort dieser Demonstration, die Wulumuqi-Straße in Shanghai, ist auf Mandarin nach der Stadt Urumqi benannt, der Hauptstadt der nordwestchinesischen Region Xinjiang.

Dort waren bei einem Brand am Donnerstagabend zehn Menschen ums Leben gekommen und neun weitere verletzt worden. Dies löste einen Sturm der Entrüstung aus, da viele Nutzer die anhaltenden Corona-Ausgangssperren dafür verantwortlich machten, die Rettung der Bewohner aus dem Feuer behindert zu haben.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Koalition debattiert weiter über Pflegereform - Kosten steigen derweil weiter

Die Koalition debattiert weiter über Details einer Strukturreform der Pflegeversicherung - die Kosten steigen derweil weiter. Die Durchschnittslöhne in der Pflege legten in diesem Jahr abermals zu: um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf nun 24,50 Euro pro Stunde. Dies geht aus Berechnungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Der Verband mahnte eine rasche Umsetzung von Reformen an, um einen weiteren Anstieg der von den Versicherten zu zahlenden Eigenanteile zu bremsen.

Eineinhalb Millionen Betroffene: Leopoldina fordert bessere Therapien bei Long-Covid

Auch mehrere Jahre nach dem Ende der Coronapandemie gibt es Experten zufolge erhebliche Versorgungslücken bei der Behandlung von Spätfolgen wie Long-Covid. Betroffene würden nach wie vor falsch diagnostiziert und fänden keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten bei Ärzten und in Hochschulambulanzen, erklärte die Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungsnahme zu postinfektiösen Erkrankungen.

Linnemann weist Pflege-Forderungen der SPD zurück: Kostendeckel wäre "gefährlich"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat die Forderung des Koalitionspartners SPD nach einer Deckelung der Eigenanteile bei der Pflege kategorisch zurückgewiesen. "Ein Deckel ist ja hochgradig gefährlich", sagte Linnemann am Mittwochabend im "heute journal" des ZDF. "Das muss man einfach so sagen." Ein solcher Deckel würde dazu führen, "dass die Kosten weiter ausarten", warnte der Minister.

Bundeskabinett beschließt Pflegereform - aber weiter Kritik

Bis zuletzt hatten Union und SPD um die Pflegereform gerungen, nun wurde sie im Bundeskabinett verabschiedet. Sie blieb dabei größtenteils so, wie sie Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) geplant hatte. Dieser sprach am Mittwoch von einem "ersten wichtigen Schritt" zur Stabilisierung des Pflegesystems. Die Hauptforderungen der SPD blieben hingegen unberücksichtigt - um sie soll sich eine neue Kommission kümmern.

Textgröße ändern: