Deutsche Tageszeitung - Kasse muss nach Magenverkleinerung nicht automatisch für Hautstraffung zahlen

Kasse muss nach Magenverkleinerung nicht automatisch für Hautstraffung zahlen


Kasse muss nach Magenverkleinerung nicht automatisch für Hautstraffung zahlen
Kasse muss nach Magenverkleinerung nicht automatisch für Hautstraffung zahlen / Foto: © AFP/Archiv

Die Kostenübernahme für eine Magenverkleinerung führt nicht automatisch dazu, dass die Krankenkasse später auch die Kosten für eine Straffung der Bauchdecke oder der Brust übernehmen muss. Das muss sie nur im Einzelfall aus medizinischen Gründen, wie das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss entschied. (Az.: B 1 KR 15/24 B)

Textgröße ändern:

Wegen starken Übergewichts hatte die Krankenkasse der Klägerin 2018 eine Magenverkleinerung bezahlt. Dadurch konnte sie erheblich abnehmen, haderte nun aber mit den entstandenen Hautfalten ihres Körpers. Daher beantragte sie auch die Kostenübernahme für eine Straffung der Haut an Bauch und Brust.

Die Krankenkasse und auch die Instanzgerichte lehnten dies ab. Die Behandlung sei weder aus hautmedizinischen noch aus anderen gesundheitlichen Gründen notwendig gewesen, erklärten sie. Es habe sich um einen kosmetischen Eingriff gehandelt.

Dabei hatte das bayerische Landessozialgericht die Revision nicht zugelassen. Mit ihrer Beschwerde verwies die Frau auf die Rechtsprechung des BSG zur Entfernung einer Brust, etwa bei Krebs. In solchen Fällen müssen die Krankenkassen gegebenenfalls eine Brust-Aufbauplastik bezahlen.

Dennoch wies das BSG die Beschwerde nun ab. Dass der Frau eine Kostenerstattung für die Operation nicht zustehe, ergebe sich schon aus der bisherigen Rechtsprechung, erklärte es.

Nach einer Brustentfernung werde mit der Aufbauplastik der direkt vor dem Eingriff bestehende Zustand wieder hergestellt. Darum gehe es bei der Klägerin hier aber gerade nicht. Die von ihr inzwischen aus eigener Tasche bezahlten Operationen seien an ganz anderen Körperstellen als dem Magen erfolgt. Ziel sei ein Zustand gewesen, wie er schon lange vor der Magenoperation bestanden habe, nämlich vor der Entwicklung der Adipositas.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Patientenschützer fordern Zusammenlegung von privaten und gesetzlichen Pflegekassen

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat angesichts der Finanzprobleme der Pflegekassen die Zusammenlegung von gesetzlicher und privater Pflegeversicherung gefordert. "Es braucht jetzt mutige Entscheidungen in der schwarz-roten Koalition. Die Zusammenlegung der privaten und gesetzlichen Pflegeversicherung ist überfällig", sagte Vorstand Eugen Brysch der "Rheinischen Post" vom Mittwoch.

Krankenkasse: Deutlicher Anstieg bei Hautkrebspatienten

Die Zahl der an Hautkrebs erkrankten Menschen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Von 2014 bis 2024 erhöhte sich die Zahl der Behandlungen wegen der Diagnose schwarzer Hautkrebs um 28 Prozent, wie aus einer am Mittwoch in Hannover veröffentlichten Analyse der Krankenkasse KKH hervorgeht. Die Zahl der Betroffenen mit dem weniger gefährlichen weißen Hautkrebs stieg sogar um 45 Prozent an.

"Alarmstufe Rot": Pflegekassen droht ab Oktober das Geld auszugehen

"Alarmstufe Rot": Schon im Oktober könnten der Pflegeversicherung die Mittel ausgehen, um alle Leistungen voll zu erstatten. Mit drastischen Worten versuchte der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (GKV) am Montag, die Politik wachzurütteln und wirksame Reformen zu fordern. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will noch im September seinen Entwurf dazu ins Kabinett einbringen. Angesichts des Ausmaßes der Probleme könnte es schmerzhaft für alle Beteiligten werden.

DAK-Umfrage zu Longevity: Innerer Schweinehund bremst oft Aktivitäten

Die meisten Deutschen wollen etwas für ihre persönliche Gesundheitsvorsorge tun und sich mehr bewegen, viele scheitern aber am Zeitmangel oder am inneren Schweinehund. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Umfrage der DAK-Gesundheit zum Thema Longevity.

Textgröße ändern: