Deutsche Tageszeitung - Italienische Polizei zerschlägt Betrügerring der Mafia in Kalabrien

Italienische Polizei zerschlägt Betrügerring der Mafia in Kalabrien


Italienische Polizei zerschlägt Betrügerring der Mafia in Kalabrien
Italienische Polizei zerschlägt Betrügerring der Mafia in Kalabrien / Foto: ©

Die italienische Polizei hat einen Betrügerring der kalabrischen Mafia zerschlagen und dabei auch zwei Politiker festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft in Catanzaro am Donnerstag mitteilte, wurden bei der Razzia 13 mutmaßliche Mitglieder der ’Ndrangheta verhaftet, 35 weitere wurden unter Hausarrest gestellt. Ihnen werde Steuerhinterziehung durch falsche Rechnungen, kriminelle Verschwörung und illegale Erlangung von öffentlichen Aufträgen vorgeworfen, unter anderem im Bereich der persönlichen Corona-Schutzausrüstung wie Masken, Helme und Handschuhe.

Textgröße ändern:

Der Einsatz gegen die mächtige Mafiaorganisation ’Ndrangheta wurde von dem bekannten Anti-Mafia-Staatsanwalt Nicola Gratteri geleitet. Unter den Verdächtigen ist auch der ehemalige Parlaments- und Europaabgeordnete Lorenzo Cesa von der christdemokratischen UDC.

Bei dem zweiten UDC-Politiker handelt es sich um Francesco Talarico, der das Finanzressort in der Regionalregierung Kalabriens betraut. Die Mafia soll ihm bei den Wahlen im März 2018 Stimmen beschafft haben. Im Gegenzug soll er der ’Ndrangheta Zugang zu öffentlichen Aufträgen ermöglicht haben.

Cesa wird den Angaben zufolge verdächtigt, zwischen Talarico und der Mafia "vermittelt" zu haben, was er umgehend bestritt. Dennoch trat er als Parteivorsitzender zurück.

Die Ermittler untersuchten 1800 Konten und 388.000 Bankgeschäfte mit einem geschätzten Umsatz von 250 Millionen Euro. Außerdem wurden 266.500 Telefongespräche abgehört, hieß es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Catanzaro.

Die ’Ndrangheta gilt als Italiens mächtigste Mafia-Organisation. Auf ihr Konto gehen unter anderem Morde, Drogenhandel, Erpressungen, Geldwäsche und illegale Müllentsorgung.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Kabinett beschließt Reform der Kinder- und Jugendhilfe - Kritik auch von SPD

Die Kosten für die Kinder- und Jugendhilfe sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Mit einer umfassenden Reform, die das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedete, will die Bundesregierung die Kosten dämpfen und das System effizienter machen. So soll etwa die kostenintensive individuelle Schulbegleitung für Kinder mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen eingeschränkt werden. Sozialverbände warnten vor Nachteilen für betroffene Kinder und deren Eltern. Die SPD-Bundestagsfraktion forderte Nachbesserungen.

65 Jahre Mauerbau: Wegner mahnt lebendige Erinnerung für junge Generationen an

Anlässlich des 65. Jahrestages der Mauerbaus hat Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) dazu aufgerufen, junge Menschen an das Ereignis zu erinnern. Die Frauen, Männer und Kinder, die an der innerdeutschen Grenze ihr Leben verloren, seien eine Mahnung, die Erinnerung lebendig zu halten, erklärte Wegner am Mittwoch. Dies gelte "gerade für die jüngeren Generationen, die seit dem Fall der Mauer 1989 ein geeintes und freies Berlin erleben".

Greenpeace: Ölkonzerne machen im Juli Rekordübergewinne mit Sprit

Im Großhandel mit Diesel und Benzin haben die Mineralölkonzerne nach Angaben von Greenpeace im Juli "Übergewinne" in Rekordhöhe verbucht. Die Unternehmen hätten pro Tag 31,4 Millionen Euro an zusätzlichen Gewinnen eingestrichen, erklärten die Umweltschützer. Das Statistische Bundesamt machte die Energiepreise unterdessen als "zentralen Preistreiber" beim Anstieg der Inflation im vergangenen Monat aus - nach dem Auslaufen des Tankrabatts stiegen die Kraftstoffpreise demnach "sprunghaft" um 11,2 Prozent.

Putin droht mit Beschlagnahmung europäischer Schiffe als Vergeltung

Russlands Präsident Wladimir Putin hat mit der Beschlagnahmung europäischer Schiffe gedroht als Vergeltung für Pläne, Fracht von Schiffen der russischen "Schattenflotte" zu verkaufen. "Wir werden gezwungen sein, in gleicher Weise zu reagieren", sagte der Kreml-Chef am Mittwoch bei der Beaufsichtigung eines Marinemanövers im Fernen Osten Russlands. Moskau werde "überall dort handeln, wo wir es selbst für notwendig und angemessen halten - überall", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: