Deutsche Tageszeitung - Zehntausende Polizisten gegen Bauernproteste in Indien im Einsatz

Zehntausende Polizisten gegen Bauernproteste in Indien im Einsatz


Zehntausende Polizisten gegen Bauernproteste in Indien im Einsatz
Zehntausende Polizisten gegen Bauernproteste in Indien im Einsatz / Foto: ©

Bei erneuten Bauernprotesten gegen eine Agrarreform in Indien hat die Polizei mit zehntausenden Einsatzkräften versucht, die Demonstrationen im Keim zu ersticken. Sie sperrte am Samstag unter anderem zehn U-Bahn-Stationen im Zentrum von Neu-Delhi ab und errichtete Straßensperren und Barrikaden an größeren Kreuzungen. Die Landwirte blockierten drei Stunden lang Straßen und Mautstellen in mehreren Bundesstaaten, die Proteste verliefen aber friedlich.

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In dem für die Landwirtschaft bedeutenden Bundesstaat Uttar Pradesh, der traditionell als regierungsfreundlich gilt, wurde ein großer Polizeieinsatz angeordnet. Bauerngruppen setzten ihre Aktionen daraufhin aus, um eine Konfrontation zu vermeiden. Zuvor hatten die Bauerngewerkschaften dazu aufgerufen, wichtige Straßen im ganzen Land zu besetzen.

Bereits seit November formiert sich unter indischen Landwirten Widerstand gegen eine von Regierungschef Narendra Modi geplante Agrarreform, die aus Sicht von Kritikern eine zunehmende Dominanz von Großunternehmen in der Landwirtschaft zur Folge hätte. Modi sagt, die Reformen seien notwendig, um das Einkommen der Landwirte zu erhöhen. Doch die Vertreter der Landwirte fürchten, dass ihr Wirtschaftszweig von Großbetrieben übernommen wird.

Zehntausende Landwirte kampieren seit Monaten in den Außenbezirken von Delhi und fordern eine Rücknahme der Reformen. Obwohl die Behörden den Druck auf die Bauern erhöht haben, indem sie die Internet- und Wasserversorgung gekappt haben, wollen die Bauern ihre Proteste fortsetzen.

Einer der Protest-Anführer, Rakesh Tikait, sagte der Zeitung "Indian Express" am Samstag, dass tausende weitere Bauern nach Delhi kommen wollten, um sich den Protesten anzuschließen. Von Stacheldrahtzäunen, die um die Lager errichtet wurden, würden sie sich nicht abschrecken lassen. "Sie können Nägel in den Boden schlagen, wir werden Erde darüber legen und Blumen pflanzen", kündigte er an.

(U.Beriyev--DTZ)

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