Deutsche Tageszeitung - Netanjahu wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht

Netanjahu wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht


Netanjahu wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht
Netanjahu wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht / Foto: ©

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu ist am Montag vor Gericht erschienen, um zu den gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe Stellung zu nehmen. Kurz bevor die Anhörung begann, betrat der Ministerpräsident zusammen mit seinen Anwälten das Gerichtsgebäude, wie Fernsehbilder zeigten. Vor dem Gebäude demonstrierten Menschen gegen den Regierungschef und forderten die Festnahme des 71-Jährigen. Ihm werden neben Korruption auch Betrug und Untreue vorgeworfen.

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Der Regierungschef hat die Anschuldigungen in der Öffentlichkeit bereits als "lächerlich" zurückgewiesen, nun muss er sich erstmals vor Gericht dazu äußern. In Israel genießt der Regierungschef keine juristische Immunität, er muss während eines laufenden Prozesses aber auch nicht zurücktreten.

Netanjahu ist der erste israelische Ministerpräsident, der im Amt angeklagt wurde. Der Zeitplan des Prozesses könnte den 71-Jährigen dazu zwingen, mehrmals pro Woche vor Gericht zu erscheinen - obwohl er eigentlich mitten im Wahlkampf steckt. In sechs Wochen stehen in Israel Neuwahlen an - die vierten in weniger als zwei Jahren.

Die Justizbehörden werfen Netanjahu vor, unter anderem Zigarren, Champagner und Schmuck im Gegenwert von umgerechnet rund 180.000 Euro von reichen Persönlichkeiten entgegengenommen zu haben. Darüber hinaus habe er versucht, eine positive Zeitungs-Berichterstattung sicherzustellen. Zudem soll Netanjahu dem israelischen Telekom-Unternehmen Besek für positive Berichterstattung im Internet Millionen-Beträge zugeschanzt haben. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage auf mehr als 300 Zeugenaussagen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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