Deutsche Tageszeitung - Von der Leyen will Gesetzesvorschlag für EU-Impfausweis noch im März vorlegen

Von der Leyen will Gesetzesvorschlag für EU-Impfausweis noch im März vorlegen


Von der Leyen will Gesetzesvorschlag für EU-Impfausweis noch im März vorlegen
Von der Leyen will Gesetzesvorschlag für EU-Impfausweis noch im März vorlegen / Foto: ©

Die EU-Kommission will noch im März einen Gesetzesvorschlag für die Einführung eines europaweit einheitlichen Passes für Geimpfte vorlegen, der letztlich auch Urlaubsreisen ermöglichen könnte. In den nächsten Monaten sollten dann die technischen Voraussetzungen geschaffen werden, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag in einer Rede vor Vertretern von CDU und CSU. Sie verwies dabei auf eine entsprechende Vereinbarung des EU-Gipfels vom Donnerstag.

Textgröße ändern:

Auf Twitter erklärte von der Leyen, der "digitale grüne Pass" solle belegen, dass ein Mensch geimpft sei, oder Corona-Testergebnisse derjenigen enthalten, die noch keinen Impftermin hatten. Auch Informationen über Menschen, die von einer Corona-Erkrankung genesen seien, sollten aufgenommen werden.

Kommissionsvize Margaritis Schinas nannte den 17. März als konkretes Datum. Die Kommission werde dann ein "Gesetzespaket" für die "sichere Wiederöffnung" Europas zum Ende der Pandemie vorlegen, "damit der Vorschlag am 25. März den Staats- und Regierungschefs vorgelegt werden kann". Bei ihrem Gipfeltreffen sollen diese dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Damit der "grüne Pass" ein Erfolg werde, brauche Brüssel "die Unterstützung aller Mitgliedstaaten", sagte von der Leyen laut Redetext. Dies gelte auch für Deutschland.

Tatsächlich gilt das Vorhaben als komplex. Jeder Mitgliedstaat schafft nun sein eigenes digitales Impfzertifikat. Die EU-Kommission soll dann dafür sorgen, dass diese über eine Plattform kompatibel sind. Von der Leyen verwies dabei auch auf Vorgaben für Datenschutz und Sicherheit.

Die Kommissionspräsidentin hatte nach dem Video-Gipfel der Staats - und Regierungschefs am vergangenen Donnerstag gesagt, es werde "mindestens" drei Monate dauern, um die technischen Voraussetzungen für den EU-Impfausweis zu schaffen.

Ob das Dokument dann tatsächlich eingesetzt wird, um Urlaubsreisen oder den Besuch von Veranstaltungen zu ermöglichen, ist bisher nicht entschieden. Die Kommission werde den Vorschlag machen, "und die Mitgliedstaaten können dann über den genauen Einsatz entscheiden", sagte Schinas dazu.

Aus Belgien, das die Idee von Privilegien für geimpfte Menschen grundsätzlich skeptisch sieht, kam umgehend Kritik. Es sei "verwirrend", dass von der Leyen ihren Vorschlag als "Pass" angekündigt habe, erklärte Außenministerin Sophie Wilmès auf Twitter. "Für Belgien kommt eine Verknüpfung der Impfung mit der Freizügigkeit in Europa nicht in Frage."

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Brasiliens Präsident Lula wird 81 - und will 24 Stunden am Tag arbeiten

Am Sonntag hatte er die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen - am Dienstag nun ist Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva 81 geworden und hat sich für seine vierte Amtszeit viel vorgenommen: Er wolle sich "24 Stunden am Tag dafür einsetzen, dieses Land zu dem Land zu machen, von dem alle träumen", sagte Lula in einem Video auf der Plattform Instagram. Er werde "die beste Amtszeit absolvieren, die je ein Präsident in der Geschichte dieses Landes hatte".

Prozess gegen früheren kremlnahen Aktivisten und heutigen Putin-Kritiker Remeslo begonnen

In Russland hat der Prozess gegen den früheren kremlnahen Aktivisten und heutigen Kritiker von Präsident Wladimir Putin und Moskaus Ukraine-Offensive, Ilja Remeslo, begonnen. Der Prozess startete am Dienstag vor einem Gericht in St. Petersburg, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten.

Huthis: Größte Ölraffinerie und Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien angegriffen

Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien und das Verteidigungsministerium des Landes attackiert. Der Angriff auf das Verteidigungsministerium in Riad sei mit einer ballistischen Rakete erfolgt, diese habe ihr "Ziel erreicht", erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree am Dienstag. Zudem sei die Raffinerie Ras Tanura im Osten des Landes "mit einer ballistischen Rakete" angegriffen worden.

Israel: Netanjahus Partei fordert länger geöffnete Wahllokale - Eisenkots Partei dagegen

Bei der Parlamentswahl in Israel hat die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Wahllokale beantragt. "Wir haben einen Antrag gestellt, um die Zeiten für die Stimmabgabe zu verlängern", erklärte die konservative Partei am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Die Netanjahu-Partei versuchte zudem, ihre Wähler zu mobilisieren: "Wählt nur Likud", schrieb sie auf Telegram.

Textgröße ändern: