Deutsche Tageszeitung - Moskau für Übergangsregierung in Afghanistan mit Beteiligung der Taliban

Moskau für Übergangsregierung in Afghanistan mit Beteiligung der Taliban


Moskau für Übergangsregierung in Afghanistan mit Beteiligung der Taliban
Moskau für Übergangsregierung in Afghanistan mit Beteiligung der Taliban / Foto: ©

Die internationalen Bemühungen um eine Friedenslösung für Afghanistan haben sich verstärkt. Die russische Regierung schlug am Freitag die Bildung einer Übergangsregierung unter Einschluss der radikalislamischen Taliban vor. Die Türkei kündigte Verhandlungen zwischen Vertretern der afghanischen Regierung und der Taliban-Miliz an, die im April in Istanbul stattfinden sollen. Anfang der Woche hatte ein Taliban-Sprecher mitgeteilt, dass der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad erstmals seit dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden zu Gesprächen mit Taliban-Vertretern in Doha zusammengekommen sei.

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Die Bildung einer Übergangsregierung unter Einschluss der Taliban wäre eine "logische Lösung", sagte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. In der kommenden Woche sollen in Moskau Gespräche stattfinden, an denen China, Pakistan und die USA beteiligt sind.

Die USA regten ihrerseits die Bildung einer "inklusiven" Regierung an. Dies geht aus einem Schreiben von Außenminister Antony Blinken an die Regierung in Kabul hervor, von dem die afghanischen Medien Kenntnis erhielten.

Für den kommenden Monat seien Verhandlungen zwischen Vertretern der afghanischen Regierung und den Taliban in Istanbul geplant, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Das genaue Datum und die Gesprächsinhalte seien derzeit noch Gegenstand von Beratungen.

Die Verhandlungen in Istanbul seien "keine Alternative" für die bereits laufenden Gespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban in Katar, betonte Cavusoglu. Vielmehr sollten die geplanten Gespräche in Istanbul den Friedensprozess von Katar unterstützen. Ziel seien eine Verlängerung der Verhandlungen und "konkrete Resultate".

Der innerafghanische Friedensprozess auf Grundlage des Abkommens von Doha zwischen den USA und den Taliban war zuletzt ins Stocken geraten. Das im Februar 2020 geschlossene Abkommen sieht vor, dass alle ausländischen Truppen bis zum 1. Mai aus Afghanistan abziehen. US-Präsident Joe Biden hat eine Überprüfung des Abkommens angeordnet, das auch Sicherheitsgarantien seitens der Taliban vorsieht, etwa den Abbruch von Beziehungen mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida. Washington wirft den Taliban vor, sich nicht an die Bestimmungen des Abkommens zu halten.

(A.Nikiforov--DTZ)

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