Deutsche Tageszeitung - Portugiesisches Verfassungsgericht stoppt Legalisierung von Sterbehilfe

Portugiesisches Verfassungsgericht stoppt Legalisierung von Sterbehilfe


Portugiesisches Verfassungsgericht stoppt Legalisierung von Sterbehilfe
Portugiesisches Verfassungsgericht stoppt Legalisierung von Sterbehilfe / Foto: ©

Portugals Verfassungsgericht hat die Legalisierung medizinisch begleiteter Sterbehilfe in dem Land vorerst gestoppt. Das im Januar vom Parlament verabschiedete Gesetz sei in seiner jetzigen Fassung nicht zulässig, entschieden die Richter am Montag. Das Parlament hat nun die Möglichkeit, den Gesetzestext zu überarbeiten und ihn dann erneut dem Verfassungsgericht zur Prüfung vorzulegen.

Textgröße ändern:

Die Verfassungsrichter erklärten in ihrer Urteilsbegründung, dass die Situationen, in denen Sterbehilfe erlaubt werden soll, in dem Gesetz nicht mit der nötigen Präzision beschrieben worden seien. Zugleich betonten sie aber, dass das Recht auf Leben nicht die Verpflichtung mit sich bringe, unter allen Umständen leben zu müssen.

Das Parlament in Lissabon hatte Ende Januar für ein Gesetz gestimmt, wonach Erwachsene in einer Situation "extremen Leids und unumkehrbarer Beeinträchtigung" auf aktive Sterbehilfe zurückgreifen dürfen. Es sieht vor, dass Ärzte und Psychiater die Entscheidung für rechtsgültig erklären müssen, falls Zweifel an der Fähigkeit zu einer "freien und aufgeklärten" Entscheidung bestehen. Portugals konservativer Präsident Marcelo Rebelo de Sousa äußerte jedoch Zweifel an dem Gesetz und legte es dem Verfassungsgericht vor.

Sollte das überarbeitete Gesetz am Ende für verfassungsgemäß erklärt werden, wäre das mehrheitlich katholische Portugal das vierte EU-Land nach Belgien, den Niederlanden und Luxemburg, das Sterbehilfe legalisiert.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Unions-Fraktionschef Frei: Kein Verhandlungsspielraum bei geplanter Abschaffung von Rente mit 63

Unions-Fraktionschef Thorsten Frei hat Forderungen nach Änderungen an der Rentenreform zurückgewiesen. Bei der geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 sehe er keinen Verhandlungsspielraum, sagte Frei am Montag dem Fernsehsender Welt. Ansonsten könnte das gesamte Reformpaket der Alterssicherungskommission scheitern. "Ich sehe auch nicht, dass wir klüger sein sollten als die Wissenschaftler und Politiker, die in der Alterssicherungskommission mitgearbeitet haben", fuhr Frei fort.

Selenskyj entlässt ukrainische Botschafterin in den USA

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Montag die ukrainische Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, entlassen. Stefanischyna erklärte, sie habe um ihre Entlassung gebeten. Stefanischyna war früher Justizministerin der Ukraine und im Juli vergangenen Jahres zur Botschafterin ernannt worden. Zunächst war unklar, wer nun auf Stefanischyna folgt.

Trump: Gespräche mit dem Iran finden derzeit statt

Die Verhandlungen der Vereinigten Staaten mit dem Iran haben nach den Worten von US-Präsident Donald Trump begonnen. Die Gespräche "laufen gerade", sagte Trump am Montag vor Journalisten im Weißen Haus. Die Gespräche fänden auf Wunsch des Iran und mit "Unterstützung" Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Katars statt. Dies sei "die letzte Chance" für den Iran, ein gutes Abkommen zu erreichen, fuhr der US-Präsident fort.

Fast verdreifacht: Wehrdienst in Dänemark dauert nun elf Monate

In Dänemark dauert der Wehrdienst ab sofort mit elf Monaten fast dreimal so lange wie bisher. Rund 1600 junge Dänen traten am Montag ihren Militärdienst an, der angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine von vier auf nun elf Monate ausgeweitet wurde.

Textgröße ändern: