Deutsche Tageszeitung - Russischer NGO-Bericht lenkt Fokus auf Moskaus Menschenrechtsverletzungen in Syrien

Russischer NGO-Bericht lenkt Fokus auf Moskaus Menschenrechtsverletzungen in Syrien


Russischer NGO-Bericht lenkt Fokus auf Moskaus Menschenrechtsverletzungen in Syrien
Russischer NGO-Bericht lenkt Fokus auf Moskaus Menschenrechtsverletzungen in Syrien / Foto: ©

Zehn Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien haben russische Menschenrechtsgruppen in einem Bericht den Fokus auf die Menschenrechtsverletzungen Moskaus in dem arabischen Land gerichtet. Die Ergebnisse des am Freitag veröffentlichten NGO-Berichts widersprechen der offiziellen Darstellung von Russlands Präsident Wladimir Putin, wonach die russische Militärintervention zur legitimen Machtsicherung von Syriens Präsident Baschar al-Assad gegen "Terroristen" dient.

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Das 200-seitige Papier, das unter anderem von der wichtigsten russischen Menschenrechtsorganisation Memorial verfasst wurde, beruft sich auf mehr als 150 Zeugen der Ereignisse in Syrien. "Die überwältigende Mehrheit unserer Befragten sieht Russland nicht als Retter, sondern als eine zerstörerische ausländische Kraft, deren militärische und politische Intervention dazu beigetragen hat, den Kriegsverbrecher an der Spitze ihres Landes zu stärken", schreiben die NGOs. "Einige der Befragten gaben an, dass sie oder ihre Verwandten Opfer russischer Bombenangriffe geworden waren", heißt es weiter.

Demnach beeinflusste die Entsendung russischer Truppen den Verlauf des Krieges - zum Preis vieler ziviler Opfer. Die Autoren des Berichts fordern Moskau auf, unabhängige Untersuchungen zu den Bombardierungen des Militärs in Syrien zuzulassen und den Opfern Entschädigung zu zahlen. "Sechs Monate nach Beginn der russischen Bombardierung gab es mehr Tote als in zwei Jahren syrischer Bombardierung", sagte eine Bewohnerin der von 2013 bis 2016 belagerten Stadt Homs.

Ziel des Berichts sei, den Russen zu zeigen, "was in ihrem Namen in Syrien geschieht", erklärten die Autoren des Berichts. Sie seien beschämt, "wie die Syrer, die wir interviewten, die Russen betrachten".

Seit dem Beginn des Syrien-Kriegs 2011 wurden mehr als 388.000 Menschen getötet. Russland hatte sich 2015 militärisch in den Krieg eingeschaltet und auf die Seite von Machthaber al-Assad gestellt. 6,7 Millionen Menschen flüchteten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in andere Landesteile. Weitere 6,6 Millionen Syrer flüchteten ins Ausland, vor allem in die Nachbarländer Türkei, Libanon und Jordanien. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 waren hunderttausende Menschen aus Syrien auch nach Europa geflüchtet.

(U.Beriyev--DTZ)

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