Deutsche Tageszeitung - Drei Monate nach Sturm auf US-Kongress Polizist am Kapitol getötet

Drei Monate nach Sturm auf US-Kongress Polizist am Kapitol getötet


Drei Monate nach Sturm auf US-Kongress Polizist am Kapitol getötet
Drei Monate nach Sturm auf US-Kongress Polizist am Kapitol getötet / Foto: ©

Drei Monate nach dem tödlichen Sturm auf das Kapitol hat es am Sitz des US-Kongresses erneut einen schweren Zwischenfall gegeben: Zwei Polizisten seien am Freitag in der Nähe des Gebäudes von einem Auto angefahren und einer der Beamten dabei getötet worden, teilte die Polizei mit. Der Fahrer des Wagens wurde von Polizisten getötet. Ermittler sahen keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.

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Der Autofahrer durchbrach den Angaben zufolge eine Sicherheitsabsperrung und rammte in eine Barriere. Die dabei verletzten Beamten wurden ins Krankenhaus gebracht. "Einer unserer Kollegen ist seinen Verletzungen erlegen", sagte die Chefin der Kapitol-Polizei, Yogananda Pittman, später bei einer Pressekonferenz.

Sie bestätigte zudem Medienberichte, dass der Fahrer des Autos getötet wurde. Dieser habe mit seinem Auto erst die beiden Polizisten verletzt und sei dann mit einem Messer bewaffnet ausgestiegen - und von der Polizei erschossen worden.

Über die Identität oder das mögliche Motiv des Täters machte Pittman keine Angaben. Sie sagte lediglich, dass er bisher nicht polizeilich aufgefallen sei. Nach Angaben des Washingtoner Polizeichefs Robert Contee gingen die Ermittler nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. "Es sieht nicht so aus, als stehe es in Zusammenhang mit Terrorismus, aber wir müssen die Sache natürlich erst noch genau untersuchen."

Medienberichten zufolge wurde US-Präsident Joe Biden, der das Osterwochenende auf seinem Landsitz Camp David verbringt, über den Vorfall informiert. In einer Erklärung zeigte er sich "erschüttert" und ordnete an, die Fahnen an Bundesgebäuden auf Halbmast zu setzen.

Das Kapitol wurde nach dem Angriff auf die Polizisten umgehend komplett abgeriegelt. Alle Kongressmitglieder und -mitarbeiter, von denen die meisten ebenfalls bereits in den Osterferien waren, erhielten kurz nach 13.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) eine Alarm-Nachricht. Darin wurde erklärt, dass das Gebäude vorerst weder betreten noch verlassen werden könne. Menschen im Gebäude sollten nicht ans Fenster gehen. "Wenn Sie draußen sind, suchen Sie Schutz." Später wurde der Alarm wieder aufgehoben.

Rings um den Sitz des US-Kongresses gelten seit dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar ohnehin verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Damals griffen radikale Anhänger des früheren US-Präsidenten Donald Trump das Kongressgebäude an. Im Zuge der Ausschreitungen in der US-Hauptstadt kamen insgesamt fünf Menschen zu Tode.

Gegen Trump wurde ein Amtsenthebungsverfahren wegen "Anstiftung zum Aufruhr" eingeleitet, das jedoch im US-Senat scheiterte. Zudem wurden inzwischen bereits mehr als 300 Menschen angeklagt, die an dem Angriff beteiligt gewesen sein sollen.

(V.Sørensen--DTZ)

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