Deutsche Tageszeitung - Halbbruder von Jordaniens König nach Berichten über Komplott unter Hausarrest

Halbbruder von Jordaniens König nach Berichten über Komplott unter Hausarrest


Halbbruder von Jordaniens König nach Berichten über Komplott unter Hausarrest
Halbbruder von Jordaniens König nach Berichten über Komplott unter Hausarrest / Foto: ©

Nach Berichten über ein großangelegtes Komplott hat Jordaniens Armee einen Halbbruder von König Abdullah II. aufgerufen, alle Aktivitäten zu unterlassen, die der Sicherheit des Landes schaden könnten. Überdies berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Petra am Samstag, ein früherer Berater von Abdullah und weitere Verdächtige seien "aus Sicherheitsgründen" festgenommen worden. Abdullahs Halbruder, der frühere Kronprinz Hamsa bin Hussein, erklärte in einem Video, er stehe unter Hausarrest.

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Jordaniens Generalstabschef Jussef Huneiti dementierte, dass Hamsa unter den Festgenommenen sei. Entsprechende Berichte seien "nicht wahr", erklärte er. Hamsa sei aber aufgefordert worden, "Aktivitäten zu unterlassen, die genutzt werden könnten, um der Stabilität und der Sicherheit des Königreichs zu schaden".

Es laufe eine Untersuchung, und die Ergebnisse würden später mitgeteilt, kündigte Huneiti an. "Niemand steht über dem Gesetz", betonte der Generalstabschef. "Die Sicherheit und die Stabilität Jordaniens gehen über alles."

In einem an den britischen Sender BBC geschickten Video bestritt Hamsa, Teil einer Verschwörung zu sein. Er sei "nicht verantwortlich für den Zusammenbruch der Regierungsführung, die Korruption und für die Inkompetenz" in der Führung des Landes. Der Generalstabschef der Armee habe ihn aufgesucht und ihm den Hausarrest mitgeteilt. Eine Reihe von Freunden sei verhaftet worden, seine Leibwache sei abgezogen und seine Internet- und Telefonverbindungen gekappt worden.

Die US-Zeitung "Washington Post" hatte zuvor berichtet, Hamsa sei in seinem Palast in Amman "unter Restriktionen gestellt" worden. Dies sei im Rahmen von Ermittlungen zu einem Komplott geschehen, das offenbar auf den Sturz von Abdullah II. abgezielt habe. Der Monarch hatte den Thron 1999 nach dem Tod seines Vaters König Hussein bestiegen.

Palastvertreter hätten die Verschwörung als "komplex und weitreichend" beschrieben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf hochrangige Geheimdienstvertreter aus dem Nahen Osten. An ihr seien mindestens ein weiteres Mitglied des jordanischen Königshauses sowie Stammesführer und Vertreter der Sicherheitsbehörden beteiligt gewesen.

Auf im Internet veröffentlichten Videos war ein großes Polizeiaufgebot in der Nähe des Königspalastes in Amman zu sehen. Laut Petra wurden unter anderem Ex-Finanzminister Bassem Awdallah, früher ein enger Vertrauter des Königs und von 2007 bis 2008 Chef des Palasts, festgenommen sowie Scherif Hassan ben Said. Der Titel Scherif weist darauf hin, dass es sich um eine dem Königshaus nahestehende Person handelt.

(I.Beryonev--DTZ)

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