Deutsche Tageszeitung - Nato äußert "ernsthafte Sorge" über Russlands Vorgehen im Ukraine-Konflikt

Nato äußert "ernsthafte Sorge" über Russlands Vorgehen im Ukraine-Konflikt


Nato äußert "ernsthafte Sorge" über Russlands Vorgehen im Ukraine-Konflikt
Nato äußert "ernsthafte Sorge" über Russlands Vorgehen im Ukraine-Konflikt / Foto: ©

Die Nato hat "ernsthafte Sorge" über Russlands derzeitiges Vorgehen im Ukraine-Konflikt geäußert. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kritisierte am Dienstag auf Twitter "Russlands Militäraktivitäten in und um die Ukraine" und "anhaltende Verletzungen des Waffenstillstands". Nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sicherte er zu, die Nato unterstütze "entschieden die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine".

Textgröße ändern:

In dem seit 2014 andauernden Konflikt mit pro-russischen Separatisten in der Ostukraine wurden mehr als 13.000 Menschen getötet. Im Juli vergangenen Jahres hatten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand geeinigt. Seit Mitte Februar gibt es aber verstärkte Kampfhandlungen, die den ohnehin fragilen Waffenstillstand untergraben. Moskau und Kiew machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

Zuletzt hatten Berichte über massive russische Truppenverlagerungen an die Grenze zur Ukraine zusätzliche Besorgnis im Westen ausgelöst. Nach Angaben der ukrainischen Regierung zieht Russland derzeit tausende Militärs an seinen nördlichen und östlichen Grenzen sowie auf der von Moskau annektierten ukrainischen Halbinsel Krim zusammen.

Die Nato bleibe der "engen Partnerschaft mit der Ukraine verpflichtet", erklärte Stoltenberg. Ein militärisches Eingreifen der Nato in den Konflikt mit Russland gilt aber als ausgeschlossen. Seit der Annexion der Halbinsel Krim im März 2014 durch Russland hat die Militärallianz aber ihre Hilfe zur Stärkung der ukrainischen Streitkräfte verstärkt. Dazu wurden Treuhandfonds eingerichtet, die Programme wie Sprengsatzentschärfung oder Cyber-Abwehr fördern.

Einem Nato-Sprecher zufolge befassten sich die Nato-Mitglieder am vergangenen Donnerstag mit dem "aktuellen Sicherheitsumfeld in der Schwarzmeerregion". Die Verbündeten teilten demnach "ihre Besorgnis über die jüngsten groß angelegten militärischen Aktivitäten Russlands in und um die Ukraine".

Die Verbündeten sind demnach auch "besorgt über die russischen Verstöße gegen den Waffenstillstand vom Juli 2020, die vergangene Woche zum Tod von vier ukrainischen Soldaten führten". Russlands "destabilisierende Aktionen" würden die "Bemühungen um eine Deeskalation der Spannungen durch das von der OSZE vermittelte Abkommen vom 27. Juli 2020" untergraben. Das Bündnis bleibe "wachsam" und werde die Lage weiter "genau beobachten".

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Geplante "GenZ"-Proteste: Anhaltende Kritik an Initiative und Sorge vor Gewalt

Vor den geplanten bundesweiten Schülerprotesten am Samstag reißen die Kritik an der Initiative "GenZ regelt" und die Sorge vor gewaltsamen Ausschreitungen nicht ab. Während mehrere Initiatoren ihre friedvolle Absicht bekräftigten, verlor die Gruppe einen prominenten Mitgründer. Auch die Landesschülervertretung Niedersachsen distanzierte sich von den Protesten. Die Bundesschülerkonferenz kündigte unterdessen am Donnerstag eine eigene Demonstration für den 20. November an.

Berlin: Krach distanziert sich indirekt von Linken-Spitzenkandidatin Eralp

Der Berliner SPD-Chef und Spitzenkandidat Steffen Krach hat sich indirekt von seiner möglichen Koalitionspartnerin Elif Eralp (Linke) distanziert. "Wer diese Stadt regieren will, muss Gefahren deutlich benennen und Berlin vor ihnen schützen", sagte er am Donnerstag der "Welt". "Weder Clan-Bosse noch ein Ibrahim Ibrahim dürfen in Berlin was zu sagen haben."

Europarat prangert Zustände in französischen Abschiebezentren an

Französische Abschiebezentren sind nach Ansicht des Europarats wegen der intern schlimmen Zustände einer "Pulverfässer". Die in Straßburg ansässige Institution, die sich als Hüterin der Menschenrechte in Europa versteht, forderte Frankreich in einem Bericht am Donnerstag zu "dringenden Maßnahmen" auf, um die Zustände in den Abschiebzentren zu verbessern und Gewaltausbrüche zwischen den dort eingesperrten Menschen, die auf ihre Abschiebung warten, zu verhindern.

Linke stellt Parlamentspräsidentin in Berlin - AfD fällt mit Vorschlag durch

Die Linke-Abgeordnete Hendrikje Klein ist zur Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses gewählt worden. Bei der konstituierenden Sitzung des neu zusammengesetzten Parlaments am Donnerstag stimmten 98 der 149 anwesenden Abgeordneten für die 46-Jährige. Es gab 42 Gegenstimmen und neun Enthaltungen. Gegenkandidaten gab es keine. Die CDU-Politikerin Cornelia Seibeld wurde zur Vizepräsidentin gewählt, die AfD fiel mit ihrem Vorschlag für einen weiteren Stellvertreter durch.

Textgröße ändern: