Deutsche Tageszeitung - Pakistans Premier sorgt mit Äußerung über Vergewaltigungen für Empörung

Pakistans Premier sorgt mit Äußerung über Vergewaltigungen für Empörung


Pakistans Premier sorgt mit Äußerung über Vergewaltigungen für Empörung
Pakistans Premier sorgt mit Äußerung über Vergewaltigungen für Empörung / Foto: ©

Pakistans Regierungschef Imran Khan hat mit Äußerungen über die Ursachen von Vergewaltigung für Empörung gesorgt. Bis Mittwoch unterzeichneten hunderte Menschen eine Online-Erklärung, in der Khans Kommentare als "faktisch falsch, unsensibel und gefährlich" kritisiert werden. Der Regierungschef hatte in einem Fernsehinterview am Wochenende aufreizende Kleidung für den Anstieg von Vergewaltigungen in Pakistan verantwortlich gemacht.

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Die wachsenden Zahlen zeigten, welche Folgen es habe, wenn in einer Gesellschaft "die Vulgarität auf dem Vormarsch ist", sagte Khan. Er riet Frauen, sich zu bedecken, um Männer nicht in Versuchung zu führen. "Das ganze Konzept der ’Parda’ besteht darin, Versuchungen zu verhindern. Nicht jeder hat die Willenskraft, sie zu meiden", sagte er. Der Begriff "Parda" bezieht sich auf sittsame Kleidung und die Trennung der Geschlechter.

Hunderte Pakistaner verurteilten Khans Aussagen in einer gemeinsamen Online-Erklärung. "Die Schuld liegt allein beim Vergewaltiger und dem System, das den Vergewaltiger ermächtigt, einschließlich einer Kultur, die durch Aussagen wie jener von (Khan) gefördert wird", hieß es in der Erklärung.

Die pakistanische Menschenrechtskommission zeigte sich am Dienstag "entsetzt" über die Kommentare des Regierungschefs. "Diese zeigen nicht nur eine verblüffende Unkenntnis darüber, wo, warum und wie Vergewaltigungen vorkommen, sondern schieben auch die Schuld auf die Opfer von Vergewaltigungen."

Pakistan ist ein zutiefst konservatives Land, in dem in Fällen sexueller Übergriffe selten ernsthaft ermittelt wird. In weiten Teilen des Landes gilt ein "Ehrenkodex", durch den Frauen, die "Schande" über die Familie bringen, Gewalt und sogar Mord droht. In internationalen Studien zur Gleichberechtigung landet Pakistan regelmäßig auf einem der hintersten Plätze.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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