Deutsche Tageszeitung - Frankreichs Premierminister stellt Fahrplan für Corona-Lockerungen vor

Frankreichs Premierminister stellt Fahrplan für Corona-Lockerungen vor


Frankreichs Premierminister stellt Fahrplan für Corona-Lockerungen vor
Frankreichs Premierminister stellt Fahrplan für Corona-Lockerungen vor / Foto: ©

Der französische Premierminister Jean Castex hat einen Zeitplan für die allmähliche Lockerung der strikten Corona-Beschränkungen im Land vorgestellt. Ab dem 3. Mai soll die Zehn-Kilometer-Grenze fallen, innerhalb derer sich die Bürger tagsüber rund um ihre Wohnung bewegen können, wie Castex am Donnerstag ankündigte.

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Ab Mitte Mai sollen dann nach Angaben des Premiers je nach Entwicklung der Lage auch Geschäfte und kulturelle Einrichtungen sowie die Außengastronomie wieder öffnen. Einige sportliche Aktivitäten sollen dann ebenfalls wieder möglich sein.

"Der Höhepunkt der dritten Welle der Epidemie scheint hinter uns zu liegen", sagte Castex auf einer Pressekonferenz. In den vergangenen Tagen sei die Verbreitung des Virus zurückgegangen, auch die Krankenhauseinweisungen hätten ihren Scheitelpunkt erreicht. Je nach Entwicklung könne der Lockdown nun wieder schrittweise gelockert werden.

Die Liste sei noch nicht endgültig, führte Castex aus. Die Lockerungen seien an Bedingungen geknüpft, deren Details in den kommenden Tagen bekanntgegeben würden. Möglicherweise könnten die Wiederöffnungen auch von der Lage in den einzelnen Regionen abhängig gemacht werden.

Frankreich ist seit Anfang April landesweit im Lockdown. Neben den Schließungen gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 19.00 Uhr und 06.00 Uhr sowie ein Reiseverbot zwischen den Regionen. Die nächtliche Ausgangssperre soll laut Castex zunächst bestehen bleiben. Seit Wochen wächst von allen Seiten der Druck auf die Regierung, die Regelungen wieder zu lockern.

In jedem Fall aber werden ab dem kommenden Montag Kindergärten und Grundschulen wieder geöffnet, die Woche darauf können auch Schüler der weiterführenden Schulen wieder zum Unterricht gehen. Nach Angaben des Premiers gelten jedoch strikte Schutzmaßnahmen wie etwa Massentests.

Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte unterdessen an, dass sich ab Samstag alle über 55-Jährigen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson gegen Covid-19 impfen lassen können. Es ist der vierte Impfstoff, der nach der von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA am Dienstag ausgestellten Unbedenklichkeitsbescheinigung in Frankreich zum Einsatz kommt.

Die französischen Behörden setzen auf eine Beschleunigung der Impfkampagne. Mehr als 13 der 67 Millionen Franzosen hatten bis Mittwochabend mindestens eine Dosis erhalten. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 102.000 Menschen in Frankreich im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion.

Aus Sorge um die Ausbreitung von Corona-Mutationen verschärft Frankreich gleichzeitig die Einreiseregeln für einige Nicht-EU-Staaten: Einreisende aus Indien, Brasilien, Chile, Südafrika und Argentinien müssen sich verpflichtend für zehn Tage isolieren - und zwar unabhängig davon, ob ihre Tests positiv oder negativ sind, wie Innenminister Gérald Darmanin mitteilte. Bei Verstößen droht eine Geldbuße zwischen 1000 und 1500 Euro.

(U.Beriyev--DTZ)

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