Deutsche Tageszeitung - Tschechische Polizei dringt auf Anklage gegen Regierungschef Babis

Tschechische Polizei dringt auf Anklage gegen Regierungschef Babis


Tschechische Polizei dringt auf Anklage gegen Regierungschef Babis
Tschechische Polizei dringt auf Anklage gegen Regierungschef Babis / Foto: ©

Die tschechische Staatsanwaltschaft hat am Montag erklärt, dass sie eine Anklageerhebung gegen Ministerpräsident Andrej Babis erwäge, nachdem sie von der Polizei dazu aufgefordert worden sei. Die Dokumente zu dem Fall seien dem zuständigen Staatsanwalt übergeben worden, erklärte das Büro der Staatsanwaltschaft am Montag in Prag. Die Unterlagen seien zusammen mit einem Vorschlag der Polizei zur Anklageerhebung eingetroffen.

Textgröße ändern:

Es geht in dem Fall um mutmaßlichen EU-Subventionsbetrug. Die Polizei verdächtigt den Milliardär Babis, im Jahr 2007 seine "Storchennest-Farm" nahe Prag zeitweise aus seiner Agrofert food, chemical and media Holding ausgegliedert zu haben, um für die Farm EU-Subventionen für Kleinunternehmen erhalten zu können. Der 66-jährige Politiker bestreitet jedes Fehlverhalten.

Die Staatsanwaltschaft kündigte an, dass nun darüber entschieden werde, ob Babis angeklagt, ob das Strafverfahren eingestellt oder ob über die Sache "in irgendeiner anderen Weise" entschieden werde. Gegen Babis liegen auch Beschuldigungen zu einem Interessenskonflikt vor. Babis erklärte, er habe Agrofert an zwei Treuhandfonds übergeben, um solchen Interessenskonflikten zu entgehen. Aber in öffentlichen Verzeichnissen wird er noch als Nutznießer des Konzerns aufgeführt.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Iran bekräftigt harte Haltung in Streit um Straße von Hormus

Der Iran hat seine harte Haltung im Streit um die Straße von Hormus bekräftigt. Die Blockade der strategisch wichtigen Meerenge werde so lange fortgesetzt, "bis der Feind alle unsere Bedingungen erfüllt", sagte der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Mohebi, am Sonntag nach Angaben des Staatsfernsehens. "Die Meerenge ist für uns derzeit ein Kriegsschauplatz und nicht nur eine Wasserstraße."

Iran stellt harte Bedingungen für Öffnung der Straße von Hormus

Inmitten der diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Iran-Kriegs hat Teheran harte Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus gestellt. Außenminister Abbas Araghtschi forderte am Samstag unter anderem "Entschädigungen" für Verstöße der USA gegen das im Juni besiegelte Rahmenabkommen zwischen Teheran und Washington. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Mohammad Bagher Solghadr, legte eine ganze Liste an Bedingungen für ein Ende der Blockade der strategisch wichtigen Meerenge vor.

Zwei Bombenanschläge in Kolumbien an erstem Tag im Amt des neuen Präsidenten Espriella

In Kolumbien sind am ersten Tag im Amt des neuen rechtsgerichteten Präsidenten Abelardo de la Espriella zwei Bombenanschläge verübt worden. Bei den Anschlägen in verschiedenen Teilen des Landes wurde am Samstag mindestens ein Polizist getötet, wie die Armee mitteilte. Weitere Menschen seien verletzt worden.

Explosion mutmaßlich ukrainischer Drohne in Bulgarien löst diplomatische Verstimmung aus

Die Explosion einer mutmaßlich ukrainischen Drohne nahe einer strategisch wichtigen Gaspipeline in Bulgarien hat zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Sofia und Kiew geführt. Nach einer ersten Untersuchung der Trümmer erklärte das bulgarische Verteidigungsministerium am Samstag, es handle sich um einen Drohnentyp, der von den ukrainischen Streitkräften "häufig verwendet" werde. Außenministerin Welislawa Petrowa bestellte daraufhin die ukrainische Botschafterin für Montag ein. Kiew bestritt, vorsätzlich ein Fluggerät nach Bulgarien gelenkt zu haben.

Textgröße ändern: