Deutsche Tageszeitung - Reformorientierter Präsidentschaftskandidat im Iran zieht sich aus Rennen zurück

Reformorientierter Präsidentschaftskandidat im Iran zieht sich aus Rennen zurück


Reformorientierter Präsidentschaftskandidat im Iran zieht sich aus Rennen zurück
Reformorientierter Präsidentschaftskandidat im Iran zieht sich aus Rennen zurück / Foto: ©

Zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl im Iran hat einer der beiden reformorientierten Kandidaten seine Bewerbung um das Amt zurückgezogen. Der ehemalige Vizepräsident Mohsen Mehralisadeh trete nicht bei der Abstimmung am Freitag an, berichteten die amtlichen Nachrichtenagenturen Irna und Isna am Mittwoch. Isna berief sich dabei auf einen Sprecher der Wahlkampagne von Mehralisadeh. Gründe wurden zunächst nicht bekannt.

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Mehralisadeh war nach Angaben des iranischen Umfrageinstituts Ispa der Kandidat mit den schlechtesten Aussichten. Er kam demnach noch nicht einmal auf ein Prozent in den Umfragen.

Bei der Präsidentschaftswahl am Freitag wird ein Nachfolger für Amtsinhaber Hassan Ruhani gesucht, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren darf. Als Favorit gilt der ultrakonservative Justizchef Ebrahim Raisi. Dieser hatte bei der Präsidentschaftswahl 2017 bereits 38 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können.

Die Macht des Präsidenten im Iran ist begrenzt, über ihm steht der auf Lebenszeit ernannte geistliche Führer. Zu Raisis Konkurrenten gehören Mohsen Resai, der frühere Chef der Revolutionsgarden und der ultrakonservative ehemalige Atom-Chefunterhändler Sajed Dschalili.

Der Wächterrat hatte ursprünglich sieben Kandidaten von mehr als 300 Bewerbern zugelassen - fünf Ultrakonservative und zwei Reformorientierte. Der moderat-konservative Ex-Parlamentspräsident Ali Laridschani, der Chefunterhändler des Atomabkommens, durfte überraschenderweise nicht antreten.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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