Deutsche Tageszeitung - Moskau hofft nach Bundestagswahl auf "Kontinuität" in Beziehungen zu Berlin

Moskau hofft nach Bundestagswahl auf "Kontinuität" in Beziehungen zu Berlin


Moskau hofft nach Bundestagswahl auf "Kontinuität" in Beziehungen zu Berlin
Moskau hofft nach Bundestagswahl auf "Kontinuität" in Beziehungen zu Berlin / Foto: ©

Nach der Bundestagswahl setzt Russland auf "Kontinuität" in den Beziehungen zu Deutschland. Moskau sei daran interessiert, dass sich die Beziehungen zu Berlin "fortsetzen und weiterentwickeln", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag vor Journalisten in Moskau. Zwar gebe es "Differenzen" zwischen beiden Ländern, doch seien sich beide Seiten einig, dass diese "nur durch Dialog beigelegt werden können und sollen".

Textgröße ändern:

"Die Wahlen im größten Land Europas sind ein Prozess, ein Ereignis, welches fast überall auf der Welt aufmerksam verfolgt wird, und auch wir verfolgen sehr genau, was passiert, was das Ergebnis ist", sagte Peskow am Tag nach der Bundestagswahl. Moskau rechne damit, dass es dauere, bis eine Regierung in Berlin gebildet sei.

Die deutsch-russischen Beziehungen sind derzeit schwer belastet. Streitthemen zwischen Moskau und Berlin sind insbesondere der Umgang Russlands mit dem inhaftierten Oppositionspolitiker Alexej Nawalny, der im vergangenen Jahr einen Giftanschlag knapp überlebt hatte, der Ukraine-Konflikt sowie Cyberangriffe mutmaßlich russischer Stellen auf westliche Behörden. Auf der anderen Seite sorgt das deutsch-russische Pipeline-Projekt Nord Stream 2 für Streit zwischen Deutschland und europäischen Partnern.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, dessen Partei bei der Bundestagswahl am Sonntag knapp stärkste Kraft wurde, äußerte sich am Montag vor Journalisten ebenfalls zum Verhältnis zu Russland. "Die Zukunft Europas wird auch davon geprägt werden, dass es gelingt, eine gute Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und ihren Nachbarländern zustande zu bringen", sagte Scholz.

Zu Nord Stream 2 sagte Scholz, die Pipeline sei "ja nun fertig gestellt". Daher gehe es nun darum, "dass jetzt alle dafür sorgen, dass die Garantien, die mit dem Betrieb verbunden sind, auch akzeptiert werden".

Zu den Garantien gehöre, "dass die Ukraine Transitland bleibt und dass wir sicherstellen, dass nicht die Gasversorgung einiger Länder im Osten Europas zum Beispiel gefährdet wird von Russland aus, weil sie sagen, dass sie diese Strukturen nicht mehr bedienen wollen".

Kritiker von Nord Stream 2 befürchten, die Pipeline könnte die Position traditioneller Gas-Transitländer wie der Ukraine schwächen. Zu den Kritikern der Pipeline zählen in Deutschland auch die Grünen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Sommer zugesichert, sich für die Interessen der Ukraine als Gas-Transitland einzusetzen.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

US-Senator der Demokraten verurteilt Trumps Kritik an Manövern mit Südkorea

Der ranghöchste US-Senator der Demokraten im Streitkräfteausschuss hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump verurteilt, die Beteiligung der US-Armee an jährlichen gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea zu verringern. "Dies ist eine weitere wahnwitzige, planlose Entscheidung von Präsident Trump und seiner chaotischen Regierung", erklärte der Senator Jack Reed am Montag. "China und Russland beobachten, wie leicht der Präsident Amerikas Verbündete im Stich lässt", fügte Reed hinzu.

SPD-Vorschlag zu Hitzeschutz erhält breite Unterstützung - Kanzler zögert noch

Für ihren Vorstoß zu einer Verfassungsänderung zugunsten des Hitzeschutzes erhält die SPD Unterstützung von Umweltverbänden, Sozialverbänden und Gewerkschaften. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wollte sich hingegen noch nicht festlegen, ob er die Forderung des Koalitionspartners unterstützt. Die Regierung werde nun zunächst intern über den Vorstoß der SPD-geführten Ministerien beraten, sagte Vizeregierungssprecher Sebastian Hille am Montag in Berlin.

Streit mit Bundesspitze: Thüringer BSW steht zu Regierungskoalition

Das BSW in Thüringen hält an der gemeinsamen Koalition mit CDU und SPD fest und geht damit auf weitere Konfrontation mit der BSW-Bundesspitze. Bei einer Fraktionssitzung in Erfurt stimmten die Landtagsabgeordneten des BSW am Montag einstimmig für eine Fortsetzung der Regierung unter Ministerpräsident Mario Voigt (CDU), wie ein Fraktionssprecher sagte. Insgesamt waren 13 der 15 Abgeordneten anwesend.

Autos von Bundesanstalt ausgebrannt: Polizei prüft mögliches politisches Motiv

Nach einem Brand von vier Autos der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im schleswig-holsteinischen Pinneberg bei Hamburg ermittelt die Polizei. Auf einer Internetplattform sei nach dem Feuer in der Nacht zu Sonntag ein anonymer Beitrag eingestellt worden, in dem ein "Bezug" zu dem Geschehen hergestellt werde, teilte die Polizei in Itzehoe am Montag mit. Ob die Verfasser tatsächlich für die Tat verantwortlich seien, sei noch unklar.

Textgröße ändern: