Deutsche Tageszeitung - Erneuter Raketentest Nordkoreas ruft internationale Kritik hervor

Erneuter Raketentest Nordkoreas ruft internationale Kritik hervor


Erneuter Raketentest Nordkoreas ruft internationale Kritik hervor
Erneuter Raketentest Nordkoreas ruft internationale Kritik hervor / Foto: ©

Ein erneuter Raketentest Nordkoreas hat international scharfe Kritik hervorgerufen. Das US-Außenministerium warf Pjöngjang am Dienstag eine "Bedrohung" seiner Nachbarstaaten und der internationalen Gemeinschaft vor. Zuvor hatte Nordkoreas Armee laut Militärangaben aus Südkorea eine mutmaßliche Kurzstreckenrakete ins Meer vor der Ostküste des Landes abgefeuert. Kritik daran kam auch von der Bundesregierung und Großbritannien.

Textgröße ändern:

Wenige Stunden nach dem Raketentest beharrte der nordkoreanische Gesandte bei der UN-Generaldebatte auf dem Recht seines Landes, Waffentests vorzunehmen. "Niemand kann uns das Recht auf legitime Verteidigung verweigern", sagte der Botschafter Kim Song in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung. Nordkorea baue seine Verteidigungsfähigkeiten aus, "um die Sicherheit und den Frieden des Landes zuverlässig zu gewährleisten".

Das US-Außenministerium erklärte hingegen, mit dem Abschuss der Rakete habe Pjöngjang gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen. Das deutsche Außenministerium äußerte sich ähnlich: Der Raketentest "gefährdet die internationale und regionale Sicherheit und Stabilität", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Die Bundesregierung forderte den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un auf, die "Gesprächsangebote der USA und Südkoreas anzunehmen und in ernsthafte Verhandlungen einzusteigen". Zuvor hatte bereits das britische Außenministerium Pjöngjang aufgerufen, "zum Dialog zurückzukehren".

Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Pjöngjang hatte in diesem Monat bereits zwei Raketentests vorgenommen und dabei einen neuen Marschflugkörper mit großer Reichweite sowie ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. Nordkorea wirft dem Westen allerdings "Doppelmoral" vor, da auch Südkorea in den vergangenen Wochen mehrere Tests einer neuen, U-Boot-gestützten Rakete absolviert hatte - den jüngsten erst am Dienstag.

Der jüngste Test erfolgte wenige Tage nachdem die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un ein interkoreanisches Gipfeltreffen für möglich erklärt hatte. Voraussetzung dafür seien "Respekt" und "Unvoreingenommenheit", betonte Kim Yo Jong am Samstag. Sie brachte auch Gespräche über eine Beendigung des Kriegszustands ins Spiel. Am Freitag hatte sie die Regierung in Seoul aufgefordert, ihre "feindliche Politik" gegenüber Nordkorea einzustellen.

Nach dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 war lediglich ein Waffenstillstand geschlossen worden, so dass sich die beiden Staaten offiziell noch immer im Kriegszustand befinden. Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte in den vergangenen Tagen seine Forderung bekräftigt, den Kriegszustand aufzuheben.

Die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea waren weitgehend zum Erliegen gekommen, seit ein Gipfeltreffen Kim Jong Uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump in Hanoi scheiterte.

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat wiederholt erklärt, dass sie bereit ist, sich jederzeit und überall ohne Vorbedingungen mit nordkoreanischen Vertretern zu treffen, um das Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu erreichen. Der Norden hat jedoch keine Bereitschaft gezeigt, sein nukleares Waffenarsenal aufzugeben, das er nach eigenen Angaben zur Verteidigung gegen eine US-Invasion benötigt.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Myanmars Ex-General Min Aung Hlaing zu erstem Besuch in Russland als Präsident aufgebrochen

Myanmars Ex-General und heutiger Präsident Min Aung Hlaing ist zu seinem ersten Besuch in Russland seit seinem Amtsantritt im April aufgebrochen. Der Staatschef verließ laut seinem Büro am Montagmorgen die Hauptstadt Naypyidaw. In Russland will er unter anderem Präsident Wladimir Putin sowie Ministerpräsident Michail Mischustin treffen und an einem myanmarisch-russischen Wirtschaftsforum teilnehmen.

AfD-Chefin Weidel unterstützt Abschaffung des Verfassungsschutzes

AfD-Chefin Alice Weidel hat sich hinter den Vorstoß des des Spitzenkandidaten ihrer Partei in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, gestellt, die Abschaffung des Verfassungsschutzes zu prüfen. "Selbstverständlich unterstütze ich diesen Vorstoß", sagte Weidel dem Nachrichtenportal The Pioneer laut Mitteilung vom Sonntagabend. Der Verfassungsschutz gehöre "in seiner jetzigen Form abgeschafft beziehungsweise zumindest grundlegend reformiert."

Klingbeil kündigt bessere steuerliche Bedingungen für Startups an

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat bessere steuerliche Bedingungen für Startups angekündigt. Die Bundesregierung werde so dafür sorgen, "dass deutlich mehr privates Kapital in junge, innovative Unternehmen fließt", sagte Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montagsausgaben). Sein Ziel sei, "dass die Weltmarktführer von morgen in Deutschland gegründet werden und hier groß werden können".

Zwei Verfahren: Russische Justiz befasst sich erneut mit Anti-Kriegs-Partei Jabloko

Die russische Justiz befasst sich am Montag (09.00 Uhr MESZ) erneut mit der von der bevorstehenden Parlamentswahl ausgeschlossenen Anti-Kriegs-Partei Jabloko. In Moskau findet vor dem Obersten Gerichtshof des Landes eine Anhörung zur Berufung von Jabloko-Chef Nikolaj Rybakow gegen den Ausschluss von dem für September geplanten Urnengang statt. Zeitgleich beginnt im nordwestrussischen Pskow die Urteilsverkündung gegen Jabloko-Vizechef Lew Schlosberg wegen "Diskreditierung der Armee".

Textgröße ändern: