Deutsche Tageszeitung - Linke bereiten sich auf finanzielle Einbußen nach schlechtem Wahlergebnis vor

Linke bereiten sich auf finanzielle Einbußen nach schlechtem Wahlergebnis vor


Linke bereiten sich auf finanzielle Einbußen nach schlechtem Wahlergebnis vor
Linke bereiten sich auf finanzielle Einbußen nach schlechtem Wahlergebnis vor / Foto: ©

Die Linke muss sich nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl auf finanzielle Einbußen vorbereiten. Das Wahlergebnis bedeute "eine erhebliche Reduzierung" der staatlichen Mittel, sagte ein Parteisprecher der "Welt" (Donnerstagsausgabe). "Wir stellen gegenwärtig erste Überlegungen an, wie wir die damit verbundene Herausforderung bewältigen." Die Linke hatte am Sonntag 4,9 Prozent der Stimmen geholt, 4,3 Prozentpunkte weniger als 2017.

Textgröße ändern:

Ähnlich wie der Partei geht es der Linksfraktion im Bundestag. Es werde in "allen Positionen des Haushalts gleichermaßen und in ähnlichem Umfang gespart werden", sagte Fraktionsgeschäftsführer Volker Schneider der Zeitung.

75 Prozent des Fraktionshaushalts sei bisher auf Personal entfallen. "Damit lagen wir schon in der Vergangenheit über dem eigentlichen Zielwert von 70 Prozent", räumte Schneider ein. "Dieser soll im neuen Haushalt entsprechend als Richtwert gelten." Schneider ging insgesamt von "schmerzhaften Einschnitten" aus.

Dagegen können die Grünen, die ihr Bundestagswahlergebnis von 8,9 auf 14,8 Prozent steigerten, mit deutlich mehr finanziellem Spielraum rechnen: Die staatlichen Zuschüsse würden voraussichtlich von 15,7 auf 18,1 Millionen Euro steigen, hieß es laut der "Welt" in einer Mitteilung der Partei.

Demnach bekamen die Grünen zudem im vergangenen Jahr Zuwendungen von mehr als 30 Millionen Euro. Für 2021 gebe es noch keine belastbaren Angaben, allerdings sei "wegen des anhaltenden Mitgliederwachstums, der vielen neuen Mandatsträger*innen und der Rekordspendeneinnahmen im Bundestagswahlkampf mit einer weiteren Steigerung zu rechnen".

Vorsichtig haushalten will die SPD, die bei der Bundestagswahl ebenfalls zugelegt hatte. "Wir verfolgen weiterhin unseren Sparkurs, den wir seit 2018 eingeschlagen haben", sagte eine Parteisprecherin der Zeitung. "Investitionen stehen an im Bereich der Digitalisierung." Die SPD war bei der Bundestagswahl mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. 2017 hatte sie 20,5 Prozent geholt.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Trump will Militärübungen mit Südkorea "wesentlich" verringern

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Militärübungen seines Landes mit dem traditionellen Verbündeten Südkorea "wesentlich" zu verringern. Die gemeinsamen Manöver seien "nicht nur kostenintensiv, wobei viele dieser Kosten von den USA bezahlt werden (wie üblich!)", erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Darüber hinaus seien diese Militärübungen auch ein Signal, das "total unangemessen und feindlich" gegenüber Nordkorea sei.

Lula und Flavio Bolsonaro umwerben bei Wahlkampfauftakt Brasiliens weibliche Wählerschaft

Brasiliens Staatschef Inácio Lula da Silva und sein rechtsgerichteter Herausforderer Flavio Bolsonaro haben zum offiziellen Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs insbesondere die weibliche Wählerschaft im Land umworben. Der 80-jährige Lula, der bei der Wahl am 4. Oktober um eine vierte Amtszeit kämpft, trat am Sonntag in einem Stadion in São Bernardo do Campo im Bundesstaat São Paulo auf. Nach Angaben der Organisatoren kamen etwa 40.000 Menschen.

19 Tote und Dutzende Verletzte bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine

Bei gegenseitigen Drohnen- und Raketenangriffen sind in Russland und der Ukraine 19 Menschen getötet worden. Die ukrainischen Behörden meldeten am Sonntag zudem Schäden an einem der größten Stahlwerke des Landes. Die ukrainische Armee griff derweil Moskau mit hunderten Drohnen an, der Moskauer Regionalgouverneur Andrej Worobjow sprach von "einem der massivsten Drohnenangriffe in jüngster Zeit". Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurden landesweit 822 ukrainische Drohnen abgefangen.

Zehntausende fordern Untersuchung von Gründen für Tod von Cambridge-Professor Arday

Nach dem Tod des britischen Cambridge-Professors Jason Arday nach einer mutmaßlichen Mobbing-Kampagne gegen ihn haben mehr als 31.000 Menschen eine Petition für eine staatliche Untersuchung des Falls unterzeichnet. Dem von der Organisation Good Law Project initiierten Appell an den britischen Premierminister Andy Burnham schlossen sich auch mehrere Abgeordnete an.

Textgröße ändern: