Deutsche Tageszeitung - Schwedens Sozialdemokraten nominieren Finanzministerin als Nachfolgerin von Löfven

Schwedens Sozialdemokraten nominieren Finanzministerin als Nachfolgerin von Löfven


Schwedens Sozialdemokraten nominieren Finanzministerin als Nachfolgerin von Löfven
Schwedens Sozialdemokraten nominieren Finanzministerin als Nachfolgerin von Löfven / Foto: ©

Nach einem turbulenten politischen Sommer in Schweden haben die regierenden Sozialdemokraten Finanzministerin Magdalena Andersson als neue Parteivorsitzende nominiert - und damit den Weg für sie als erste Ministerpräsidentin des Landes frei gemacht. "Ich fühle mich natürlich sehr geehrt", sagte die 54-Jährige am Mittwoch. Andersson muss noch auf einem Parteitag Anfang November bestätigt werden. Dort ist sie jedoch die einzige Kandidatin.

Textgröße ändern:

Andersson wird aller Voraussicht nach als erste Frau die Regierungsgeschicke des skandinavischen Landes leiten, das in vielen Dingen als Vorreiter der Gleichberechtigung gilt. Ministerpräsident Stefan Löfven hatte im August überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Er wird seinen Parteivorsitz ebenso wie sein Amt als Regierungschef im November niederlegen.

Andersson muss allerdings noch vom Parlament bestätigt werden - keine Selbstverständlichkeit, denn die Minderheitsregierung gilt als brüchig. Löfven begründete seine Rücktrittsankündigung auch damit, dass sich so ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin auf die Wahl im Jahr 2022 vorbereiten könne.

Der 64-jährige Löfven war im Sommer wegen eines Misstrauensvotums zurückgetreten, dann jedoch wieder an die Macht gekommen, weil nur den Sozialdemokraten eine Regierungsbildung gelang. Der ehemalige Schweißer und Gewerkschaftsfunktionär ist seit knapp zehn Jahren Parteichef und seit 2014 an der Spitze der schwedischen Regierung.

Andersson ist seit Löfvens Amtsantritt Finanzministerin und war in ihrer Jugend eine Spitzenschwimmerin, bevor sie in Stockholm Wirtschaftswissenschaften studierte. Auf EU-Ebene vertrat sie die Linie der "Sparsamen", die neuen großen Ausgaben der 27 Mitgliedstaaten ablehnend gegenüberstehen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Trump will Militärübungen mit Südkorea "wesentlich" verringern

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Militärübungen seines Landes mit dem traditionellen Verbündeten Südkorea "wesentlich" zu verringern. Die gemeinsamen Manöver seien "nicht nur kostenintensiv, wobei viele dieser Kosten von den USA bezahlt werden (wie üblich!)", erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Darüber hinaus seien diese Militärübungen auch ein Signal, das "total unangemessen und feindlich" gegenüber Nordkorea sei.

Lula und Flavio Bolsonaro umwerben bei Wahlkampfauftakt Brasiliens weibliche Wählerschaft

Brasiliens Staatschef Inácio Lula da Silva und sein rechtsgerichteter Herausforderer Flavio Bolsonaro haben zum offiziellen Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs insbesondere die weibliche Wählerschaft im Land umworben. Der 80-jährige Lula, der bei der Wahl am 4. Oktober um eine vierte Amtszeit kämpft, trat am Sonntag in einem Stadion in São Bernardo do Campo im Bundesstaat São Paulo auf. Nach Angaben der Organisatoren kamen etwa 40.000 Menschen.

19 Tote und Dutzende Verletzte bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine

Bei gegenseitigen Drohnen- und Raketenangriffen sind in Russland und der Ukraine 19 Menschen getötet worden. Die ukrainischen Behörden meldeten am Sonntag zudem Schäden an einem der größten Stahlwerke des Landes. Die ukrainische Armee griff derweil Moskau mit hunderten Drohnen an, der Moskauer Regionalgouverneur Andrej Worobjow sprach von "einem der massivsten Drohnenangriffe in jüngster Zeit". Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurden landesweit 822 ukrainische Drohnen abgefangen.

Zehntausende fordern Untersuchung von Gründen für Tod von Cambridge-Professor Arday

Nach dem Tod des britischen Cambridge-Professors Jason Arday nach einer mutmaßlichen Mobbing-Kampagne gegen ihn haben mehr als 31.000 Menschen eine Petition für eine staatliche Untersuchung des Falls unterzeichnet. Dem von der Organisation Good Law Project initiierten Appell an den britischen Premierminister Andy Burnham schlossen sich auch mehrere Abgeordnete an.

Textgröße ändern: