Deutsche Tageszeitung - Putschisten-Anführer als Interims-Präsident von Guinea vereidigt

Putschisten-Anführer als Interims-Präsident von Guinea vereidigt


Putschisten-Anführer als Interims-Präsident von Guinea vereidigt
Putschisten-Anführer als Interims-Präsident von Guinea vereidigt / Foto: ©

Der Anführer der Putschisten im westafrikanischen Guinea, Mamady Doumbouya, ist als Interims-Präsident vereidigt worden. Der Oberstleutnant, der Anfang September den langjährigen Präsidenten Alpha Condé abgesetzt hatte, wurde vom Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs, Mamadou Sylla, am Freitag als neuer Staatschef eingeschworen. Einen Zeitplan für die Machtübergabe an eine zivile Regierung legte Doumbouya nicht vor.

Textgröße ändern:

Er kündigte an, eine neue Verfassung auszuarbeiten, die Korruption zu bekämpfen, das Wahlsystem zu reformieren und dann "freie, glaubwürdige und transparente" Wahlen abzuhalten. Zudem versprach der neue Präsident, "alle nationalen und internationalen Verpflichtungen, die das Land eingegangen ist, einzuhalten" und "die demokratischen Errungenschaften zu konsolidieren".

Laut einem am Montag von der Junta vorgestellten Plan soll der Präsident als oberster Befehlshaber der Streitkräfte fungieren und den Chef einer Übergangsregierung ernennen. Doumbouya erklärte, dass weder er noch ein anderes Mitglied der Militärjunta bei künftigen Wahlen kandidieren werde.

Eine von Doumbouya angeführte Junta hatte den 83-jährigen Condé Anfang September festgesetzt. Condé war 2010 der erste demokratisch gewählte Präsident Guineas nach Jahrzehnten der Diktatur. Menschenrechtsaktivisten kritisierten jedoch den zunehmend autoritären Führungsstil des Staatsoberhauptes. Im Oktober 2020 wurde er bei einer umstrittenen Wahl zum Sieger erklärt, was zu Massenprotesten führte. Bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften wurden damals dutzende Menschen getötet.

Die Vereinten Nationen und die EU hatten den gewaltsamen Umsturz verurteilt und die Freilassung Condés gefordert. Nach dem Putsch hat die Afrikanische Union (AU) die Mitgliedschaft des westafrikanischen Landes vorerst ausgesetzt. Zuvor hatte bereits die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (Ecowas) Guinea ausgeschlossen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Abschiebe-Razzien: US-Heimatschutzministerin Noem bei Kongressanhörung in der Kritik

US-Heimatschutzministerin Kristi Noem hat sich bei einer Kongress-Anhörung scharfe Kritik an den Abschiebe-Razzien der Trump-Regierung anhören müssen. Der demokratische Senator Dick Durbin sagte am Dienstag bei der Anhörung im Justizausschuss des Senats, unter Noems Führung habe das Heimatschutzministerium weder einen "moralischen Kompass" noch "Respekt für die Rechtsstaatlichkeit".

Schah-Witwe: Tod Chameneis "nicht automatisch" Ende des Systems im Iran

Irans frühere Kaiserin Farah Pahlavi hat nach dem Tod von Ayatollah Ali Chamenei vor voreiligen Schlüssen hinsichtlich eines Machtwechsels in ihrem Heimatland gewarnt. Der Tod des obersten iranischen Führers sei "historisch bedeutsam", sagte Faraha Pahlavi am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Dies bedeute aber "nicht automatisch das Ende eines Systems". "Entscheidend ist die Fähigkeit des iranischen Volkes, sich für einen friedlichen, geordneten und souveränen Übergang zu einem Rechtsstaat zu vereinen."

Israel startet "groß angelegte Angriffswelle" auf Teheran - Iran droht mit weiteren Attacken

Am vierten Kriegstag hat Israel Teheran mit einer "groß angelegten Angriffswelle" attackiert. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Dienstag von Explosionen in der iranischen Hauptstadt, daneben griff Israel nach Armeeangaben auch Produktionsstätten für ballistische Raketen im Iran an. Die iranischen Revolutionsgarden drohten ihrerseits nach einer Serie von Angriffen auf Botschaften, Industrieanlagen und Flughäfen in der Golfregion weitere massive Angriffe gegen die USA und Israel, aber auch "alle Wirtschaftszentren" im Nahen Osten an.

"Fairer Tausch": Selenskyj bietet Golfstaaten Drohnenabwehr gegen Luftabwehrraketen an

Drohnenabwehr gegen mehr Raketenabwehr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Verbündeten im Nahen Osten im Zuge der massiven iranischen Angriffe ein Geschäft vorgeschlagen. "Sprechen wir über die Waffen, die uns fehlen: PAC-3-Raketen", sagte Selenskyj am Dienstag Journalisten in Kiew. "Wenn sie uns diese liefern, liefern wir ihnen Abfangraketen." Selenskyj nannte das Angebot einen "fairen Tausch".

Textgröße ändern: