Deutsche Tageszeitung - Union dringt auf Nachbesserungen bei frisch verabschiedetem Infektionsschutzgesetz

Union dringt auf Nachbesserungen bei frisch verabschiedetem Infektionsschutzgesetz


Union dringt auf Nachbesserungen bei frisch verabschiedetem Infektionsschutzgesetz
Union dringt auf Nachbesserungen bei frisch verabschiedetem Infektionsschutzgesetz / Foto: ©

Unmittelbar nach der Verabschiedung des neuen Infektionsschutzgesetzes dringen Unionspolitiker auf eine Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen. "Die neue Ampel-Koalition muss die Souveränität haben, die Dinge zu verändern, die wir verändern müssen", sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Samstagsausgaben) mit Blick auf die geplante Koalition von SPD, Grünen und FDP im Bund. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie würden "schnelle und klare Handlungsmöglichkeiten" gebraucht.

Textgröße ändern:

Stattdessen stritten sich "die Juristen schon jetzt darüber, was geht und was nicht", kritisierte der CDU-Politiker. "In einer Notlage können wir uns aber alles leisten, nur nicht wochenlangen juristischen Streit."

Bouffier mahnte zu schnellem Regierungshandeln. "Sie können in einem Parlament die tausend Fragen, die sich tagtäglich in einer Pandemie stellen, nicht lösen", sagte der hessische Regierungschef. "Deshalb braucht es Bewegungsspielraum der Exekutive." Es müssten Lösungen gefunden werden, "die uns in die Lage versetzen, angemessen, rasch und vor allem effizient zu handeln".

Das neue Infektionsschutzgesetz zielt unter anderem darauf ab, Entscheidungen zur Corona-Bekämpfung nicht mehr per Verordnung, sondern in den Parlamenten von Bund und Ländern zu treffen. Bouffier bezieht sich mit seiner Forderung nach Nachbesserungen auf die Zusage der Ampel-Parteien, das Infektionsschutzgesetz bereits im Dezember auf den Prüfstand zu stellen.

Auch aus Sicht von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt müssen die in dem neuen Gesetz vorgesehenen Maßnahmen bereits in wenigen Wochen erweitert werden. "Der neue Maßnahmenkatalog ist ein deutliches Minus im Vergleich zu dem, der durch die epidemische Lage zur Verfügung gestanden hat", sagte Dobrindt "Focus Online". In wenigen Wochen werde dieser Instrumentenkasten vielleicht nicht mehr ausreichen.

"Wir werden zu diesem Gesetz im Deutschen Bundestag leider noch einmal beraten müssen", sagte Dobrindt voraus. "Denn in wenigen Wochen wird das Versagen der Ampel offensichtlich." Mit der für den 9. Dezember geplanten Evaluierung des Infektionsschutzgesetzes zeige SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, dass er selbst nicht daran glaube, die Pandemie wirkungsvoll bekämpfen zu können.

Außerdem warnte Dobrindt, es sei zu erwarten, dass neue gesetzliche Maßnahmen, die nach einem Wegfall der epidemischen Lage angewendet werden, vor Gericht angefochten würden. "Die Rechtssicherheit ist durch das Vorgehen der Ampel geringer geworden", kritisierte der CSU-Politiker.

Das neue Infektionsschutzgesetz hatte nach dem Bundestag am Freitag auch den Bundesrat passiert. Die Novelle sieht vor, dass Menschen am Arbeitsplatz und in öffentlichen Verkehrsmitteln gegen Corona geimpft, von Covid-19 genesen oder negativ auf das Virus getestet sein müssen (3G-Regel). Zudem können die Bundesländer Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen beibehalten.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Siegmund will sich im Dezember zu Sachsen-Anhalts Ministerpräsident wählen lassen

Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef Ulrich Siegmund strebt an, sich im Dezember im ersten Wahlgang zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen. Da es ihm nun möglich sei, "die Wahl des Ministerpräsidenten im ersten Wahlgang sicherstellen" zu können, könne er öffentlich "ein konkretes Datum definieren", sagte Siegmund am Dienstag nach einer Sitzung seiner Landtagsfraktion in Magdeburg im Fernsehsender Welt. Das hätten Gespräche der vergangenen Wochen ergeben und möglich gemacht.

Gericht: Polizei in Aachen darf Klimaaktivist erkennungsdienstlich behandeln

Ein Klimaaktivist aus Thüringen muss sich laut einer Gerichtsentscheidung nach einer mutmaßlich strafbaren Protestaktion bei der Räumung des Braunkohledorfs Lützerath vom Polizeipräsidium Aachen erkennungsdienstlich behandeln lassen. Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster änderte damit laut Mitteilung vom Dienstag ein Urteil aus erster Instanz und wies die Klage des Manns ab.

Merz: Klimaschutz und Nachhaltigkeit als Wachstumschance sehen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dafür geworben, Klimaschutz auch als Wachstumschance für Deutschland zu sehen. Deutsche Unternehmen seien bei erneuerbaren Energien und Umwelttechnologien schon jetzt vielfach führend, sagte Merz am Dienstag in Berlin bei der 25. Jahreskonferenz des Rates für nachhaltige Entwicklung, der die Regierung berät. Für ihn sei deshalb klar: "Die Transformation zur Klimaneutralität, sie zahlt sich langfristig aus."

Autos trotz Embargo nach Russland verkauft: Ermittlungen gegen Unternehmer

Weil sie trotz der Sanktionen illegal Autos nach Russland verkauft haben sollen, ermittelt die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern gegen zwei Unternehmer aus Rheinland-Pfalz und der österreichischen Hauptstadt Wien. Sie sollen zwischen Herbst 2022 und Ende 2024 insgesamt 53 Autos und sechs Sattelschlepper nach Russland exportiert haben, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Textgröße ändern: