Deutsche Tageszeitung - US-Justizministerium reicht weitere Klage gegen texanisches Wahlrecht ein

US-Justizministerium reicht weitere Klage gegen texanisches Wahlrecht ein


US-Justizministerium reicht weitere Klage gegen texanisches Wahlrecht ein
US-Justizministerium reicht weitere Klage gegen texanisches Wahlrecht ein / Foto: ©

Das US-Justizministerium hat eine weitere Klage gegen eine Wahlrechtsreform im Bundesstaat Texas eingereicht. Die Neueinteilung der Wahlbezirke in dem Südstaat sei mit "diskriminatorischer Absicht" geschehen, sagte Generalstaatsanwalt Merrick Garland am Montag. Die Pläne der in Texas regierenden Republikaner benachteiligten "schwarze und lateinamerikanische Wähler", fügte Garlands Stellvertreterin Vanita Gupta hinzu.

Textgröße ändern:

Zwischen 2010 und 2020 sei die Bevölkerung des Bundesstaates um vier Millionen Menschen gewachsen, führte Gupta aus. Ein Großteil dieser Zunahme gehe auf die genannten Minderheiten zurück. Doch nun, da Texas wegen seines Bevölkerungswachstums zwei neue Abgeordnetensitze erhalte, seien die Wahlbezirke derart zugeschnitten worden, dass "diese beiden neuen Sitze von einer Mehrheit weißer Wähler gewählt werden".

In der Klageschrift kritisiert das Justizministerium zudem, dass Texas nicht zum ersten Mal die Wahlrechte von Angehörigen von Minderheiten eingeschränkt habe. "Jahrzehnt für Jahrzehnt hat Texas Neueinteilungspläne erlassen, die gegen das Wahlrechtsgesetz verstoßen."

Die Wahlbezirke der 50 US-Bundesstaaten werden jeweils nach Volkszählungen neu zugeschnitten. Dass die jeweils regierende Partei dies zu ihrem politischen Vorteil ausnutzt, hat Tradition. Washington versucht nun, zu verhindern, dass die neuen Wahlbezirke bei den anstehenden Zwischenwahlen zum Kongress in 2022 und bei der Präsidentschaftswahl in 2024 zum Einsatz kommen.

Das Ministerium der Regierung des demokratischen Präsidenten Joe Biden hatte im November bereits Klage gegen eine texanische Wahlrechtsreform erhoben, die unter anderem ein Verbot des sogenannten Drive-in-Wählens - also der Stimmabgabe vom Auto aus, eine Begrenzung der Briefwahl-Möglichkeiten sowie kürzere Öffnungszeiten von Wahllokalen vorsieht. Die Demokraten sehen das Gesetz als Versuch, Minderheiten wie Afroamerikanern, die mehrheitlich demokratisch wählen, das Wählen zu erschweren.

Seit der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr, bei der sich Biden gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump durchgesetzt hatte, treiben die Republikaner Änderungen im Wahlrecht in von ihnen regierten Bundesstaaten voran. Sie begründen dies mit angeblicher Betrugsanfälligkeit der bisherigen Wahlgesetzgebungen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

UNO: Mindestens zehn Zivilisten bei pakistanischen Angriffen in Afghanistan getötet

Bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan sind nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens zehn Zivilisten getötet worden, die meisten von ihnen Kinder. Neun weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) am Donnerstag mit. Die Angriffe trafen die südliche Provinz Helmand und die an Pakistan grenzende Provinz Kunar.

Merz kritisiert Russlands fehlende Bereitschaft zu Verhandlungen im Ukriane-Krieg

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die fehlende Bereitschaft Russlands zu Verhandlungen im Ukraine-Krieg kritisiert. In der Ukraine tobe sei fast fünf Jahren "mörderischer Krieg", den Moskau entfesselt habe, sagte Merz am Donnerstag in Münster. Dieser gefährde auch die Sicherheit im Rest Europas. "Und deshalb ringen wir um eine diplomatische Lösung, obwohl Moskau bisher nicht bereit ist, an den Verhandlungstisch zu kommen."

Oberverwaltungsgericht: Görlitzer Park in Berlin muss geöffnet bleiben

Der Görlitzer Park in Berlin bleibt einem Gerichtsbeschluss zufolge vorerst nachts weiterhin geöffnet. Das beschloss das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg am Donnerstag, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Nach Auffassung des Senats ist eine entsprechende Allgemeinverfügung des Senats rechtswidrig.

Schülerproteste in Frankreich: Heftige Ausschreitungen in vielen Städten

Die Gewalt bei den Schülerprotesten in Frankreich nimmt weiter zu: Im westfranzösischen Nantes brannte am Donnerstag die Eingangshalle einer Schule ab, im südfranzösischen Marseille wurden mehrere Busse und ein Feuerwehrauto in Brand gesetzt. Aus dem Pariser Vorort Saint-Denis wurden erneut gewaltsame Auseinandersetzungen gemeldet, bei denen Schüler Feuerwerkskörper zündeten und die Polizei Tränengas einsetzte. In Paris erlitt ein städtischer Polizist nach Angaben des Bürgermeisters bei einem Angriff von jungen Menschen Schnittwunden im Gesicht.

Textgröße ändern: