Deutsche Tageszeitung - Baerbock bekennt sich bei Amtsübernahme zu starker EU und transatlantischem Bündnis

Baerbock bekennt sich bei Amtsübernahme zu starker EU und transatlantischem Bündnis


Baerbock bekennt sich bei Amtsübernahme zu starker EU und transatlantischem Bündnis
Baerbock bekennt sich bei Amtsübernahme zu starker EU und transatlantischem Bündnis / Foto: ©

Mit Bekenntnissen zu EU, Nato und transatlantischer Partnerschaft hat die neue Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Mittwochnachmittag ihr Amt angetreten. "Wir stehen fest zur europäischen Einigung und zum transatlantischen Bündnis", sagte Baerbock in ihrer Antrittsrede. Verstärken wolle sie zudem die Rolle des Außenministeriums für den internationalen Klimaschutz.

Textgröße ändern:

"Deutschland in der Mitte Europas kann nicht ohne die EU", sagte Baerbock. Diese "bleibt Dreh- und Angelpunkt unseres außenpolitischen Handelns." Besonders betonte sie auch die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft, aber auch der Beziehungen zu Polen. Beide Länder will die neue Ministerin in den kommenden Tagen bereisen.

Zu den aktuellen Spannungen durch den russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine sagte Baerbock: "Wir unterstützen die Ukraine in ihrem Bemühen gegen die russische Aggression und die völkerrechtswidrige Annexion der Krim." Als weitere wichtige Herausforderungen nannte sie die humanitäre Lage in Afghanistan sowie den Schutz der Menschen, die dort jetzt bedroht seien.

Ausdrücklich bekannte sich die Grünen-Politikerin zum Multilateralismus. "Alleingänge sind in einer vernetzten Welt zum Scheitern verurteilt." Zugleich warnte sie vor einem "Zerfall der Welt in gegensätzliche Lager". Aufgabe der deutschen Außenpolitik sei es stets, auf Dialog zu setzen.

Mit dem Regierungswechsel übernimmt das Auswärtige Amt auch aus dem Umweltressort die internationale Klimapolitik. Damit werde das Ministerium auch "die Federführung für die Welt-Klimakonferenzen übernehmen", sagte Baerbock. Dafür würden die betreffenden Referate im Auswärtigen Amt verstärkt, auch durch bisherige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltministeriums.

Der scheidende Außenminister Heiko Maas (SPD) wünschte Baerbock in seiner Abschiedsrede alles Gute. Er betonte die Bedeutung eines "klaren Wertekompasses" auch für die deutsche Außenpolitik. Dazu gehören müsse "immer die ausgestreckte Hand und nicht der erhobene Zeigefinger".

Ausdrücklich begrüßte Maas, dass im Auswärtigen Amt nun mit Baerbock erstmals eine Frau die Leitung übernehme. Dies sei ein wichtiges Signal auch für alle Frauen in Deutschland, aber auch in der Welt. Baerbock dankte Maas ausdrücklich für die "kollegiale und freundschaftliche Übergabe" der Amtsgeschäfte.

Die neue Außenministerin war am Mittag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannt worden. Sie wollte noch am Mittwochabend zu ihrer ersten Auslandsreise nach Paris aufbrechen. Weitere Stationen sind dann Brüssel und Warschau.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Frankreich: Streit um politische Verantwortung für Schülerproteste

Die gewaltsamen Schülerproteste in Frankreich haben am Donnerstag einen heftigen Streit darüber ausgelöst, ob die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hinter der Bewegung steht. Die Regierung berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse, die LFI wies den Vorwurf zurück. Bis in die Abendstunden wurden nach Angaben des Innenministeriums 1949 Menschen festgenommen, 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach verletzt.

Paris: Macron und Milei beraten über Rohstoffe und Investitionen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen argentinischen Kollegen Javier Milei am Donnerstag zu Wirtschaftsgesprächen in Paris empfangen. Dabei berieten die beiden Staatschefs nach Angaben des französischen Präsidialamts unter anderem über Rohstoffe wie Lithium und Kupfer. Der französische Energiekonzern TotalEnergies kündigte Investitionen von knapp zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) in dem südamerikanischen Land an.

US-Außenminister Rubio reist nach Island und Südeuropa

US-Außenminister Marco Rubio reist kommende Woche nach Island und Südeuropa. Erste Station der am Montag beginnenden viertägigen Reise ist die isländische Hauptstadt Reykjavik, wie das Außenministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Dort werde Rubio mit Regierungsvertretern über die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit sprechen.

Von ICE-Mitarbeiter getötet: Familie von Renee Good verklagt Trump-Regierung

Die Familie der von der US-Einwanderungsbehörde ICE getöteten US-Bürgerin Renee Good verklagt die Regierung von Präsident Donald Trump. Wie aus Gerichtsdokumenten vom Donnerstag hervorgeht, wurden zwei Klagen auf Bundesebene eingereicht, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Die Angehörigen von Good fordern zudem Schadenersatz. Die 37-jährige Good war am 7. Januar in der Stadt Minneapolis am Rande von Protesten gegen Abschieberazzien erschossen worden.

Textgröße ändern: