Deutsche Tageszeitung - Lehrerverband: Schulschließungen dürfen "kein absolutes Tabu" sein

Lehrerverband: Schulschließungen dürfen "kein absolutes Tabu" sein


Lehrerverband: Schulschließungen dürfen "kein absolutes Tabu" sein
Lehrerverband: Schulschließungen dürfen "kein absolutes Tabu" sein / Foto: ©

Flächendeckende Schulschließungen dürfen aus Sicht des Deutschen Lehrerverbands bei sehr hohen Corona-Inzidenzen unter Schülern auch künftig "kein absolutes Tabu" sein. Angesichts der Omikron-Variante sei es "gefährlich, heute zu versprechen, dass es Schulschließungen nie wieder geben wird", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Damit würde die Politik einen ähnlichen Fehler begehen wie mit dem generellen Ausschließen einer Impfpflicht.

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Omikron könne "leider dazu führen, dass wir doch wieder in den Wechselunterricht gehen müssen", sagte Meidinger. Gerade weil viele Kinder und Jugendliche noch keinen oder keinen ausreichenden Impfschutz hätten, müsse es möglich sein, "wieder auf sämtliche Instrumente der Pandemiebekämpfung an Schulen zurückzugreifen".

"Mit Omikron wird es vermutlich noch lange dauern, bis wir endlich wieder zur Normalität im Schulbetrieb zurückkehren können", prognostizierte Meidinger. Der Lehrerverbandschef beklagte zugleich, dass die Schulen trotz aller politischen Ankündigungen noch immer "nicht umfassend auf Distanzunterricht vorbereitet" seien. "Gerade mal etwas mehr als 50 Prozent der Schulen sind aktuell an schnelles Internet angeschlossen", kritisierte er.

Der Virologe Christian Drosten unterstrich am Donnerstagabend die Bedeutung von Kinderimpfungen zur Vermeidung von Schulschließungen. Er könne "wirklich nur raten, die Kinder impfen zu lassen", betonte der Leiter des Fachbereichs Virologie an der Berliner Charité in den ARD-"Tagesthemen" - wegen des Schulbetriebs, aber auch mit Blick auf die eigene Gesundheit und mit einer "Vorsichtsüberlegung", falls es sich bewahrheiten sollte, dass die Erkrankungen bei Kindern durch die Omikron-Variante schwerer sind. Darauf deuteten derzeit Daten aus Südafrika hin.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt seit Donnerstag Corona-Schutzimpfungen auch für Fünf- bis Elfjährige mit Vorerkrankungen sowie für Kinder dieser Altersgruppe, in deren Umfeld Risikopatienten leben, die sich selbst nicht durch Impfungen schützen können. Für alle anderen Kinder soll dem Gremium zufolge eine Impfung bei "individuellem Wunsch" möglich sein.

(V.Sørensen--DTZ)

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