Deutsche Tageszeitung - U-Ausschuss zur Kapitol-Erstürmung fordert Unterlagen von Internetriesen an

U-Ausschuss zur Kapitol-Erstürmung fordert Unterlagen von Internetriesen an


U-Ausschuss zur Kapitol-Erstürmung fordert Unterlagen von Internetriesen an
U-Ausschuss zur Kapitol-Erstürmung fordert Unterlagen von Internetriesen an / Foto: ©

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols vor einem Jahr hat von vier Internetkonzernen Dokumente angefordert. Die verpflichtende Aufforderung zur Übergabe der Unterlagen ging an die Google- und Youtube-Mutter Alphabet, die Facebook-Mutter Meta sowie an die Plattformen Twitter und Reddit, wie das Gremium am Donnerstag mitteilte.

Textgröße ändern:

Der Ausschussvorsitzende Bennie Thompson erklärte, damit solle die Frage geklärt werden, "wie die Verbreitung von Falschinformationen und gewalttätigem Extremismus zur gewaltsamen Attacke auf unsere Demokratie beigetragen hat". Der Ausschuss wolle auch herausfinden, welche Schritte die Internetunternehmen unternommen hätten, um zu verhindern, "dass ihre Plattformen Brutstätten für die Radikalisierung von Menschen hin zur Gewalt sind".

Der demokratische Abgeordnete warf den Internetriesen vor, über Monate nicht die fraglichen Dokumente an den Ausschuss übermittelt zu haben. Deswegen sei nun die verbindliche Anordnung ausgesprochen worden. Youtube, Facebook, Reddit und Twitter hätten unter anderem bei der Kommunikation der Angreifer im Vorfeld und am Tag der Attacke eine wichtige Rolle gespielt.

Radikale Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump hatten das Kapitol gestürmt, als dort der Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November 2020 zertifiziert werden sollte. Der Sturm auf den Sitz des Kongresses mit fünf Toten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie. Der vom Repräsentantenhaus eingesetzte Untersuchungsausschuss soll die genauen Hintergründe der Attacke aufklären.

Zuletzt kündigte das Gremium an, den Minderheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, befragen zu wollen. McCarthy lehnte das aber ab.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Thüringens Ministerpräsident Voigt kämpft nicht mehr um Doktortitel

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) kämpft nicht mehr um seinen wegen Plagiatsvorwürfen entzogenen Doktortitel. Als Regierungschef gehöre seine ganze Kraft, Energie und Aufmerksamkeit den Bürgern Thüringens, sagte Voigt am Mittwoch vor einer Landtagssitzung in Erfurt vor Journalisten. Deswegen habe er sich "entschieden, den Rechtsstreit um meine Dissertation einzustellen".

Studie: Mehr als ein Drittel der Studierenden in Deutschland von Armut betroffen

Mehr als ein Drittel der Studierenden in Deutschland sind einer Studie zufolge von Armut betroffen. Die Armutsquote liege bei 37,8 Prozent und sei damit mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung, heißt es in einer Untersuchung, die am Mittwoch vom Paritätischen Gesamtverband und dem Deutschen Studierendenwerk vorgestellt wurde. Darin wird vor allem auf die hohen Wohnkosten für Studentinnen und Studenten verwiesen. Die geplante Bafög-Reform kritisierten beide Organisationen als unzureichend.

"Einer der abscheulichsten Angriffe": 15 Tote bei russischen Attacken auf die Ukraine

Bei massiven russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Mittwoch mindestens 15 Menschen getötet worden. Alleine neun seien bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebäude im Norden des Landes getötet worden, erklärte die ukrainische Polizei. Unter den Opfern seien auch drei Kinder. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die jüngsten Attacken mit Dutzenden Raketen und mehr als hundert Drohnen als "einen der abscheulichsten Angriffe" seit Kriegsbeginn.

Verbände: Angekündigte Maßnahmen zur Staatsmodernisierung müssen zügig ankommen

Mehrere Wirtschaftsverbände haben gefordert, dass die in Angriff genommenen Maßnahmen zur Staatsmodernisierung und zum Bürokratieabbau rasch in den Unternehmen ankommen. "Aus Ankündigungen müssen jetzt endlich Taten werden", forderte BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner. "Die Wirtschaft erwartet, dass die Bundesregierung bei Staatsmodernisierung, Bürokratieabbau und Verwaltungsdigitalisierung sichtbar mehr Tempo macht." Die Ungeduld wachse.

Textgröße ändern: