Deutsche Tageszeitung - Militärjunta in Myanmar erhebt neue Korruptionsvorwürfe gegen Suu Kyi

Militärjunta in Myanmar erhebt neue Korruptionsvorwürfe gegen Suu Kyi


Militärjunta in Myanmar erhebt neue Korruptionsvorwürfe gegen Suu Kyi
Militärjunta in Myanmar erhebt neue Korruptionsvorwürfe gegen Suu Kyi / Foto: ©

Die Militärjunta in Myanmar hat neue Korruptionsvorwürfe gegen die von ihr entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi erhoben. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus mit dem Fall vertrauten Kreisen erfuhr, wurde am Freitag eine weitere Anklage gegen die Friedensnobelpreisträgerin erhoben. Sie bezieht sich demnach auf die Anmietung und den Kauf eines Hubschraubers. Gegen den früheren Präsidenten Win Myint wurde in dem Fall ebenfalls Anklage erhoben.

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Im Dezember hatte die staatliche Zeitung "Global New Light of Myanmar" bereits über strafrechtliche Ermittlungen in dem Fall berichtet. Suu Kyi und Win Myint wird demnach vorgeworfen, durch die Anmietung eines Hubschraubers für den Ex-Minister Win Myat Aye gegen Finanzvorschriften verstoßen und dem Staat finanziell geschadet zu haben. Der Minister hatte den Hubschrauber dem Bericht zufolge von 2019 bis 2021 gemietet, ihn aber nur knapp 85 von insgesamt 720 Mietstunden genutzt.

Suu Kyi und Win Myint waren im vergangenen Februar nach einem Putsch abgesetzt worden. Von der nun regierenden Militärjunta wurde die Friedensnobelpreisträgerin von 1991 seitdem mit einer Reihe von Anschuldigungen überzogen. Ihr wird unter anderem auch Geheimnisverrat und Wahlbetrug vorgeworfen. Insgesamt droht der 76-Jährigen jahrzehntelange Haft.

Im Dezember war Suu Kyi in einem ersten Prozess wegen Anstiftung zum Aufruhr gegen das Militär sowie Verstößen gegen Corona-Auflagen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Militärjunta verkürzte die Haftstrafen kurz darauf auf zwei Jahre. Am Montag wurde Suu Kyi wegen des illegalen Imports und Besitzes von Walkie-Talkies und eines Verstoßes gegen Corona-Auflagen zu weiteren vier Jahren Haft verurteilt.

(P.Tomczyk--DTZ)

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