Deutsche Tageszeitung - Schüsse in Militärkasernen in Burkina Faso - Regierung bestreitet Militärputsch

Schüsse in Militärkasernen in Burkina Faso - Regierung bestreitet Militärputsch


Schüsse in Militärkasernen in Burkina Faso - Regierung bestreitet Militärputsch
Schüsse in Militärkasernen in Burkina Faso - Regierung bestreitet Militärputsch / Foto: ©

Einen Tag nach heftigen Ausschreitungen in Burkina Faso sind in mehreren Militärkasernen des westafrikanischen Landes Schüsse gefallen. Entsprechende Berichte aus Militärkreisen und von Anwohnern bestätigte am Sonntag die Regierung in Ouagadougou. Gerüchte, wonach das Militär die Macht an sich gerissen habe, bezeichnete die Regierung jedoch als falsch.

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In einer von Regierungssprecher Alkassom Maiga verbreiteten Erklärung hieß es, "in den sozialen Netzwerken verbreitete Informationen" erweckten den Eindruck einer "Machtübernahme der Armee". Die Regierung weise diese Informationen zurück und rufe "die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren". Dass es Schüsse gab, räumte Maiga ein.

Soldaten und Bewohner in der Hauptstadt Ouagadougou und im Norden des Landes hatten zuvor Schussgeräusche aus mehreren Kasernen gemeldet. Seit 01.00 Uhr (Ortszeit; 02.00 MEZ) seien aus der Militärbasis Sangoulé Lamizana im Westen Ouagadougous Schüsse zu hören gewesen, sagte ein Soldat der Nachrichtenagentur AFP.

Schussgeräusche wurden aus Militärkreisen auch aus der Militärbasis Baba Sy im Süden der Hauptstadt und aus einer Luftwaffenbasis nahe des Flughafens gemeldet. Bewohner im Norden des Landes berichteten der Nachrichtenagentur AFP zudem von Schüssen in den Kasernen Ouahigouya und Kaya.

Am Samstag hatte es in Ouagadougou und anderen Städten in Burkina Faso trotz eines Verbots heftige Proteste gegen die Regierung gegeben, bei denen es auch zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kam. Die Demonstranten warfen der Regierung massive Versäumnisse im Kampf gegen die dschihadistische Gewalt im Land vor.

Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein, landesweit wurden dutzende Menschen festgenommen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, im Norden des Landes seien zwei Soldaten getötet worden, als ihr Fahrzeug über eine selbstgebaute Bombe gefahren sei. Aus Kaya berichteten Anwohner, dass Demonstranten den dortigen Sitz der Regierungspartei gestürmt hätten.

Das westafrikanische Land Burkina Faso gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Dort und in anderen Sahel-Staaten gibt es seit 2015 immer wieder dschihadistische Angriffe. Nach einer AFP-Zählung wurden in der Region seit 2015 etwa 2000 Menschen von Dschihadisten getötet.

Die meisten der Attacken in Burkina Faso ereignen sich in den Regionen entlang der Grenze zu Mali. Dort sind unter anderem Milizen aktiv, die mit dem islamistischen Al-Kaida-Netzwerk oder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verbunden sind. Frankreich hat im Rahmen des Kampfeinsatzes Barkhane Soldaten in der Region stationiert.

(U.Beriyev--DTZ)

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