Deutsche Tageszeitung - Schüsse von Soldaten in Burkina Faso wegen mangelhafter Ausrüstung und Versorgung

Schüsse von Soldaten in Burkina Faso wegen mangelhafter Ausrüstung und Versorgung


Schüsse von Soldaten in Burkina Faso wegen mangelhafter Ausrüstung und Versorgung
Schüsse von Soldaten in Burkina Faso wegen mangelhafter Ausrüstung und Versorgung / Foto: ©

Mit den Schüssen in mehreren Kasernen in Burkina Faso haben einige Soldaten nach eigenen Angaben eine bessere Ausrüstung sowie den Austausch einiger führender Armeemtitglieder erreichen wollen. "Wir wollen an den Kampf angepasste Mittel", sagte ein Armeemitglied in der Sangoulé-Lamizana-Kaserne in einer Tonaufzeichnung, die der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vorlag. Außerdem gehe es um das "Ersetzen" einiger führender Militärs.

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Die Forderungen warfen ein Schlaglicht auf die großen Schwierigkeiten der Soldaten in dem westafrikanischen Land im Kampf gegen Dschihadisten. Die bei diesen Gefechten verletzten Soldaten müssten eine bessere Versorgung erhalten, hieß es in der Tonaufzeichnung. Außerdem müssten die Familien getöteter Soldaten besser versorgt werden.

Aus Militärkreisen wurde bestätigt, dass diese Forderungen der Grund für die Schüsse gewesen seien. Verteidigungsminister Barthélémy Simporé verhandele mit den Meuterern über ihre Forderungen, hieß es aus Regierungskreisen.

Soldaten und Bewohner in der Hauptstadt Ouagadougou und im Norden des Landes hatten zuvor über Schüsse in mehreren Kasernen gberichtet. Es handelte sich demnach um die Militärbasis Sangoulé Lamizana im Westen von Ouagadougou und zwei weitere Stützpunkte in der Hauptstadt sowie um zwei Kasernen im Norden des Landes.

Die Regierung stellte klar, dass es sich nicht um einen Putschversuch des Militärs handele. Zuvor hatte es am Samstag in Ouagadougou und anderen Städten in Burkina Faso trotz eines Verbots heftige Proteste gegen die Regierung gegeben, bei denen es auch zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften kam.

Am Sonntagabend herrschte wieder Ruhe im Land. Staatschef Roch Christian Kaboré verhängte dennoch eine nächtliche Ausgangssperre von 20.00 bis 05.30 Uhr (Ortszeit; 21.00 bis 06.30 Uhr MEZ). Die Schulen im Land sollten am Montag und Dienstag geschlossen bleiben.

Das westafrikanische Land Burkina Faso gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Dort und in anderen Sahel-Staaten gibt es seit 2015 immer wieder dschihadistische Angriffe. Nach einer AFP-Zählung wurden in der Region seit 2015 etwa 2000 Menschen von Dschihadisten getötet.

Die meisten der Attacken in Burkina Faso ereignen sich in den Regionen entlang der Grenze zu Mali. Dort sind unter anderem Milizen aktiv, die mit dem islamistischen Al-Kaida-Netzwerk oder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verbunden sind.

(M.Dylatov--DTZ)

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