Deutsche Tageszeitung - Unionsfraktion fordert rasche Einführung eines Corona-Impfregisters

Unionsfraktion fordert rasche Einführung eines Corona-Impfregisters


Unionsfraktion fordert rasche Einführung eines Corona-Impfregisters
Unionsfraktion fordert rasche Einführung eines Corona-Impfregisters / Foto: ©

Die Unionsfraktion im Bundestag fordert die Einführung eines Impfregisters, lässt ihre Position zu einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus aber weiter offen. Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) wollte am Montag nicht ausschließen, dass seine Fraktionen einen der Gesetzesanträge zur Impfpflicht unterstützt, die von Abgeordneten der Ampel-Fraktionen im Bundestag ausgearbeitet werden: "Uns eint das Ziel, das wir die Impfquote nach oben bringen wollen", sagte Müller.

Textgröße ändern:

Unabhängig davon, wie eine allgemeine Impfpflicht im Detail ausgestaltet werde, plädiere seine Fraktion aber grundsätzlich für ein Impfregister, sagte Müller. Die Impfkampagne könne nur dann effektiv vorangetrieben werden, wenn die Behörden einen Überblick darüber hätten, wer noch nicht geimpft sei. Ein solches Register müsse "unverzüglich" eingeführt werden - "unabhängig davon, wie die Frage einer allgemeinen Impfpflicht beantwortet wird", sagte er. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion sei derzeit noch in einer "Orientierungsphase", was die von ihr favorisierte Ausgestaltung einer Impfpflicht angeht, sagte Müller weiter.

In den Koalitionsfraktionen von SPD, Grünen und FDP dürfte die Unionsforderung nach einem Impfregister auf wenig Gegenliebe stoßen: Die "Ampel" argumentiert, die Einrichtung eines Impfregisters würde viel Zeit in Anspruch nehmen und sei datenschutzrechtlich umstritten.

Unionsfraktionsvize Andrea Lindholz (CSU) wies auf die Vorteile hin, die ein Impfregister ihrer Meinung nach bieten würde. Ein solcher Datensatz würde den Behörden eine "zielgruppengenaue Ansprache" all jener erlauben, die noch nicht geimpft seien. Diese Nicht-Geimpften könnten dann etwa zunächst zu einer Impfberatung bei einem Arzt geladen werden, ergänzte Müller.

Die beiden Vizefraktionschefs kündigten an, dass sich die Unionsfraktion im Laufe der Woche in der Frage der Impfpflicht positionieren werde. Zunächst wolle sie aber die Orientierungsdebatte zu dem Thema am Mittwoch im Bundestag abwarten. Eines sei der Fraktion aber jetzt schon klar, sagte Lindholz: "Es ist wichtig, dass die Impfquoten grundsätzlich noch gesteigert werden."

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

14 Tote bei russischem Raketenangriff auf Wohngebäude im Norden der Ukraine

Bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebäude im Norden der Ukraine sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens 14 Menschen getötet worden. Darunter seien auch vier Kinder, teilten die Rettungsdienste am Mittwoch mit. Landesweit gab es den Angaben zufolge mindestens 20 Tote, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die jüngsten Attacken mit Dutzenden Raketen und mehr als hundert Drohnen als "einen der abscheulichsten Angriffe" seit Kriegsbeginn.

Schmerzerfülltes Gedenken in Israel am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls

Schweigende Trauer, schmerzhafte Erinnerungen und fortgesetzte Militärangriffe: Israel hat am Mittwoch den dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls begangen. Am Ort des Nova-Musikfestivals hielten die Anwesenden um 06.29 Uhr, der Uhrzeit des Beginns der Massaker, eine Schweigeminute ab. Die israelische Armee setzte unterdessen ihre Angriffe im Gazastreifen fort. Der Jahrestag des Hamas-Überfalls fiel in die Schlussphase des Wahlkampfs zur israelischen Parlamentswahl in drei Wochen.

Thüringer Landtag: AfD-Fraktion scheitert mit Vorstoß für Neuwahlen

Die AfD ist in Thüringen erwartungsgemäß mit einem Vorstoß für Neuwahlen gescheitert. Für einen Antrag der Rechtsaußenfraktion zur Auflösung des Landtags stimmten am Mittwoch in Erfurt 34 Abgeordnete - mindestens 59 Stimmen wären notwendig gewesen. Neben der AfD votierten die beiden verbliebenen BSW-Abgeordneten für eine Auflösung des Parlaments mit dem Ziel Neuwahlen. Alle anderen Abgeordneten - CDU, SPD, der BSW-Nachfolger Thüringen Gerecht, die Linke und fraktionslose Parlamentarier lehnten den Antrag ab.

Thüringens Ministerpräsident Voigt kämpft nicht mehr um Doktortitel

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) kämpft nicht mehr um seinen wegen Plagiatsvorwürfen entzogenen Doktortitel. Als Regierungschef gehöre seine ganze Kraft, Energie und Aufmerksamkeit den Bürgern Thüringens, sagte Voigt am Mittwoch vor einer Landtagssitzung in Erfurt vor Journalisten. Deswegen habe er sich "entschieden, den Rechtsstreit um meine Dissertation einzustellen".

Textgröße ändern: