Deutsche Tageszeitung - Überschattet vom Ukraine-Krieg demonstrieren Frauen weltweit für ihre Rechte

Überschattet vom Ukraine-Krieg demonstrieren Frauen weltweit für ihre Rechte


Überschattet vom Ukraine-Krieg demonstrieren Frauen weltweit für ihre Rechte
Überschattet vom Ukraine-Krieg demonstrieren Frauen weltweit für ihre Rechte / Foto: ©

Überschattet vom Krieg in der Ukraine sind anlässlich des Internationalen Frauentags am Dienstag weltweit zehntausende Frauen auf die Straßen gegangen. In der spanischen Hauptstadt Madrid verwandelten zehntausende Frauen das Stadtzentrum in ein lila Meer. Mit Trommeln und Sprechchören demonstrierten sie gegen die Gewalt gegen Frauen sowie den Krieg in der Ukraine. Nach Regierungsangaben nahmen rund 30.000 Menschen an der Kundgebung teil.

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In Paris begann eine Versammlung mit dem Verlesen eines Briefs russischer Feministinnen. Darin forderten sie auf, "gegen den Krieg Stellung zu beziehen", der "die Gewalt der Kugeln, aber auch die sexuelle Gewalt" hervorbringe. Nach Angaben der Organisatoren waren 35.000 Teilnehmer vor Ort.

Überschattet wurden die weltweiten Proteste vom Schicksal der Frauen und Kinder in der Ukraine. In der polnischen Grenzstadt Przemysl kamen erneut zahlreiche Flüchtlinge aus dem Kriegsland an. Ein Priester wanderte durch den Bahnhof und verteilte rote und gelbe Tulpen an die ankommenden Frauen.

"Es ist sehr wichtig, dass heute an diesem schwierigen Ort jemand zu ihnen spricht und ihnen sagt, dass sie sehr wichtig sind", sagte der Franziskanermönch Kordian Szwarc der Nachrichtenagentur AFP. Die Geste zauberte der 22-jährigen Studentin Lilia Kysil aus Kiew ein Lächeln auf die Lippen. "Es ist das erste Mal, dass ich das Gefühl habe, einen besonderen Tag zu erleben", seit die russischen Streitkräfte am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert sind, sagte sie mit einer Tulpe in der Hand.

An einigen Kontrollpunkten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew verteilten Soldaten ebenfalls Tulpen an Passantinnen, wie ein AFP-Journalist berichtete.

Im türkischen Istanbul kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, als Beamte hunderten Demonstranten den Weg zur Istiklal-Allee versperrten. Die Demonstranten durchbrachen die Polizeisperren, pfiffen und schwenkten Transparente mit der Aufschrift "Feministische Rebellion". Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen sie ein.

In Mexiko-Stadt protestierten zehntausende gegen die massenhafte Ermordung von Frauen - jeden Tag werden in Mexiko im Schnitt zehn Frauen getötet. Einige Demonstranten warfen Farbkugeln auf Denkmäler, andere kippten Straßenschilder um. Tausende Polizisten waren im Einsatz.

Auch in Argentinien, Chile und Uruguay berichteten AFP-Korrespondenten von tausenden Teilnehmern bei ähnlichen Protesten. In Kolumbiens Hauptstadt Bogotá feierten tausende Frauen die kürzliche Entkriminalisierung der Abtreibung, die in zahlreichen lateinamerikanischen Staaten nach wie verboten ist.

In Pakistan versammelten sich rund 2000 Frauen in der östlichen Stadt Lahore, obwohl die Behörden versuchten, den Protest zu unterbinden. In heiterer Atmosphäre zogen sie durch die Straßen und skandierten "Gebt den Frauen Respekt" und "Beendet das Patriarchat". Auch in Karatschi und der Hauptstadt Islamabad gingen Frauen auf die Straße. In den vergangenen Jahren waren solche Kundgebungen häufig von Gewalt gegen die Teilnehmerinnen geprägt.

In Afghanistan ist der Internationale Frauentag hingegen nur im Stillen begangen worden. Seit ihrer Rückkehr an die Macht im vergangenen Sommer haben die radikalislamischen Taliban die Rechte der Frauen drastisch eingeschränkt - und damit Jahrzehnte des Fortschritts in Bezug auf Frauenrechte wieder rückgängig gemacht. Frauen wurden aus dem öffentlichen Dienst verdrängt, dürfen nicht mehr alleine reisen und müssen sich gemäß einer strengen Auslegung des Korans kleiden.

In Kenias Hauptstadt Nairobi demonstrierten Dutzende, nachdem am Freitag ein Video eines Angriffs auf eine Frau durch Motorradtaxi-Fahrer für Aufregung gesorgt hatte.

Die UN forderte unterdessen, Frauen und Mädchen stärker beim Kampf gegen den Klimawandel zu berücksichtigen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief dazu auf, Frauen den Zugang zu freiwilligen Schwangerschaftsabbrüchen so weit wie möglich zu erleichtern.

(A.Nikiforov--DTZ)

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